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Blutbad bei US-Country-Festival FBI: Kein Terror-Hintergrund bei Las Vegas-Anschlag

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat über ihr Sprachrohr Amak das Massaker in Las Vegas mit mindestens 58 Toten und 400 Verletzten für sich reklamiert. Das FBI bestritt jedoch einen terroristischen Hintergrund. Der mutmaßliche Täter soll sich selbst gerichtet haben.

Von: BR-Autoren

Stand: 02.10.2017

Polizeieinsatz nach der Schießerei in Las Vegas | Bild: pa/dpa/Gotpap/Star Max/Ip

Laut "IS" war der 64-jährige Schütze Stephen Paddock vor mehreren Monaten zum Islam konvertiert. Er sei zu einem Soldaten des "IS" geworden, berichtete Amak. Beweise dafür legte die Terrormiliz allerdings nicht vor. Nach ersten Erkenntnissen der US-Bundespolizei FBI stand der Anschlag jedoch nicht in Zusammenhang mit einer international agierenden Terrororganisation.

Zuvor hatte sich die lokale Polizei geäußert. Für sie sind die Hintergründe der Tat nach eigenen Angaben noch unklar, auch sie geht jedoch bislang nicht von einem extremistischen Hintergrund aus. Der Täter habe nach ersten Erkenntnissen der Ermittler keine Verbindungen zu militanten Gruppen gehabt, so Sheriff Joseph Lombardo.

"Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf."

Joseph Lombardo, Sheriff von Clark County

Tödlichstes Verbrechen der US-Kriminalgeschichte

Der mutmaßliche Attentäter hatte vom 32. Stock eines Hotels auf die Besucher eines Country-Konzerts geschossen - eine Menge von ingesamt 30.000 Menschen. Dabei tötete er mindestens 58 Menschen. Die Zahl der Verletzten liegt nach neuesten Angaben bei 400. Es ist damit das tödlichste Verbrechen dieser Art in der US-Kriminalgeschichte. Paddock tötete sich nach Angaben der Polizei wohl doch selbst. Zunächst hatte es geheißen, er sei von der Polizei erschossen worden.

"Wir glauben, dass er sich selbst das Leben genommen hat, bevor wir eingedrungen sind."

Bezirkssheriff Joseph Lombardo

Begleiterin des mutmaßlichen Täters gefunden

Mittlerweile wurde auch die Frau gefunden, die als Begleiterin des Täters galt. Die Polizei hatte unter anderem mit einem über Twitter verbreiteten Foto nach ihr gesucht. Nun erklärten die Ermittler, die Frau - offenbar die Lebensgefährtin des Todesschützen - sei "im Ausland" ausfindig gemacht worden. "Wir haben mit ihr gesprochen und denken nicht, dass sie beteiligt war", sagte Lombardo. Gesucht wurde am Montag in Verbindung mit dem Schützen auch nach zwei Autos.

Deutsche Opfer?

Über mögliche deutsche Opfer ist derzeit noch nichts bekannt, so das auswärtige Amt in Berlin.

"Unsere Kolleginnen und Kollegen der Botschaft Washington sind in engem Kontakt mit den US-Behörden und versuchen, Informationen zu sichern."

Stellungnahme des Auswärtigen Amtes

Musiker blieben unversehrt

Die tödlichen Schüsse waren während eines Auftritts von Countrysänger Jason Aldean gefallen. Er und seine Band flüchteten von der Bühne und blieben unversehrt, wie Aldean selbst wenige Stunden nach dem Blutbad mitteilte.

Dramatische Szenen

Ein Augenzeuge hatte dem örtlichen Fernsehsender KLAS berichet, er habe jemanden ein paar Stockwerke über dem Konzert hunderte Schüsse auf die Menge abgeben sehen.

Auf Videos in den sozialen Online-Netzwerken war zu sehen, wie das Konzert im Rahmen des Country-Music-Festivals Route 91 Harvest durch die Schüsse jäh unterbrochen wurde. Dabei schien es sich um Schüsse aus einer automatischen Waffe zu handeln. Auf Bildern vom Angriffsort waren flüchtende Konzertbesucher zu sehen sowie auf dem Boden liegende Menschen.


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