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Bis 2030 EU will 30 Prozent weniger CO2-Ausstoß bei Autos

Nun ist es beschlossen. Und: Es wird wohl eine echte Herausforderung für die euopäischen Autohersteller werden. Die EU will damit Zeichen setzen: Bis 2030 will die Europäische Union 30 Prozent weniger CO2 Ausstoß bei den Autos.

Von: Malte Pieper

Stand: 08.11.2017

Symbolbild: Auspuff eines Autos | Bild: picture-alliance/dpa

Als die vier zuständigen Kommissare der EU am späten Vormittag vor die Presse traten, waren sie mehr als zufrieden mit sich. Und sie machten keinen Hehl daraus, dass sie sich zu einem eher ungewöhnlichen Schritt berufen fühlen.

Vorreiterrolle China

Etwas überspitzt ausgedrückt: Den europäischen Autokonzernen mal kräftig in den Hintern zu treten, denn die seien ja fast schon nicht mehr auf der Höhe der Zeit, so Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic:

"Die chinesischen Hersteller haben sich anspruchsvolle Ziele gesetzt. Sie wollen bis 2020 viereinhalb Millionen Elektrofahrzeuge im Jahr verkaufen. 20 Prozent aller Neuzulassungen sollen E-Autos sein. Die europäische Industrie sollte das als Herausforderung annehmen und nachziehen. Schneller als sie es bis heute tut."

Maros Sefcovic, Kommissionsvizepräsident

Doch die Elektrofahrzeuge sind nur ein Baustein der Vorschläge aus Brüssel. Ausdrücklich verzichtet die EU-Kommission darauf, ein Ziel, eine Quote festzuschreiben, wie viele E-Autos sie auf Europas Straßen sehen will bis 2030.

Abgaswerte müssen stimmen

Man verfahre immer "technologieneutral", heißt es. Mit anderen Worten: Ob immer mehr Elektrofahrzeuge oder Autos mit Wasserstoffantrieb auf den Markt kommen, das ist der Kommission egal. Hauptsache die Abgaswerte stimmen. Und die sollen weiter nach unten geschraubt werden.

Klimaschädliches CO2 - Ausstoß schon ab 2021 begrenzt

Schon jetzt gilt: Ab 2021 dürfen im Schnitt nur noch 95 Gramm klimaschädliches Kohlendioxid pro Kilometer aus dem Auspuff kommen, bis 2030 sollen es noch einmal 30 Prozent weniger werden. Hersteller, die das nicht schaffen, denen drohen empfindliche Bußen. Wer besser ist, soll belohnt werden, erklärt Umweltkommissar Canete:

"Einer der Hauptgründe für unsere Vorschläge ist es, dass wir das Vertrauen der Konsumenten wieder zurückgewinnen müssen. Die Autoindustrie Europas kann auf eine stolze Geschichte zurückblicken, aber nach den verschiedensten Skandalen der letzten Zeit ist da einiges ins Wanken geraten. Die Autohersteller müssen das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen."

Arias Canete, Umweltkommissar

Hier in Brüssel hatte es in den letzten Wochen eine regelrechte Lobbyschlacht um die neuen CO2-Richtwerte gegeben. Noch wenige Tage vor der Entscheidung ließ sich der Chef der deutschen Automilwirtschaft ins Büro von Kommissionspräsident Juncker durchstellen, um aus seiner Sicht das schlimmste zu verhindern.

EU-Kommission zufrieden mit Entscheidung

Aber auch von Seiten der Klimaschützer lief die PR-Maschine. So erklärten die Grünen, noch bevor die Kommissionsvorschläge offiziell bekanntgegeben wurden, das ganze ist eine Mogelpackung und bringt für das Klima wenig. Umweltkommissar Canete bestätigt:

"Natürlich kamen alle möglichen Vertreter mit ihren Vorschlägen zur Kommission. Mal ambitionierter, mal weniger ambitioniert. Aber wir haben uns davon nicht beeindrucken lassen, sondern ruhig auf Faktenlage diskutiert. Wir haben nun einen sehr ambitionierten, aber auch ausbalacierten und kosteneffizienten Vorschlag auf den Tisch gelegt. Gut für die Kunden, gut für die Autoindustrie und gut für das Klima."

Arias Canete, Umweltkommissar

Mit dem heutigen Vorschlag beginnt nun die EU-Maschinerie erst richtig zu arbeiten. In den kommenden Monaten stehen Verhandlungen mit den Regierungen Mitgliedsstaaten und dem Europaparlament an. Wie viel CO2 die Autohersteller tatsächlich ab 2030 einsparen müssen, das dürfte erst in gut einem Jahr tatsächlich feststehen.


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winfried, Donnerstag, 09.November, 11:03 Uhr

3. Weniger CO2-Ausstoß bei Autos ... erkenne den Unterschied

... VR China --> staatlich festgelegtes Emobilität-Quotensystem ab 201 = "Hund wedelt mit dem Schwanz";
... EU --> mit der Autoindustrie abgestimmtes Konzept = "Schwanz wedelt mit dem Hund".

Wähler, Donnerstag, 09.November, 10:12 Uhr

2. Lachnummer "Klimagipfel"!

Für was diese "Klimagipfel", wenn sich weder D noch die EU dran hält.
Seit Jahren das immer gleiche "Blabla" und letzendlich tut weder Merkel noch die EU wirklich was!
Der Bürger wird von vorne bis hinten "vera....".
Hier wird seit Jahren doch nur Lobbypolitik betrieben.
Schade um das viele Geld, was diese sinnfreien Gipfel verschlingen!

Claus D., Donnerstag, 09.November, 08:11 Uhr

1. in der Realität oder nur auf dem Prüfstand?

Diejenigen Autos, die die Grenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten, sollen auch nur auf dem Prüfstand betrieben werden dürfen.
Dazu können sich die Autobesitzer in ihre Garage einen Rollenprüfstand einbauen lassen und dann virtuell zur Arbeit, zur Kita, zum Bäcker, ins Wochenende, in den Urlaub etc. fahren.