Streit um Corona-Bier Radeberger lenkt ein
Etappen-Sieg für die Deutsche Umwelthilfe (DUH): Der Radebeger-Konzern hat laut Aussagen der DUH in einer Unterlassungserklärung eingeräumt, über Jahre hinweg Einweg-Bierflaschen der Marke "Corona" als Mehrweggebinde verkauft zu haben. Inzwischen ermittelt auch das hessische Umweltministerium gegen Radeberger.
Radeberger kündigte an, sein Pfandsystem umstellen zu wollen. Die Marke "Corona" werde auch weiterhin im Mehrwegsystem angeboten, allerdings werde nachgebessert.
Zweifel am Pfandsystem
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte bezweifelt, dass der Konzern die Flaschen wie vorgeschrieben mehrfach zum gleichen Zweck wiederverwertet. Für sein Trend-Bier "Corona Extra" verlangt die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe acht Cent Pfand pro Flasche. Normalerweise gilt für Bierflaschen laut der deutschen Verpackungsordnung ein Einweg-Pfand von 25 Cent. Das Unternehmen begründet die Pfand-Reduzierung damit, dass Corona-Bierflaschen Mehrwegflaschen seien.
Keine Peanuts
Was harmlos klingt, kann Konzernen Absatz sichern und Millionen-Vorteile einbringen: Nach Brancheninformationen setzt Radeberger in Deutschland jährlich rund 4,5 Millionen Liter Corona-Bier ab. Die Pfand-Differenz zu Einweg-Bieren beträgt 17 Cent. Für die beliebten 6er-Träger des Trend-Bieres macht das schon rund einen Euro aus, rechnet DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch vor. "Beim Kasten beträgt der Unterschied 4,08 Euro." Die DUH spricht im Fall Radeberger "von einer besonders dreisten Verbrauchertäuschung".
Radeberger in Erklärungsnot
Der Konzern hatte im Vorfeld die Vorwürfe zurückgewiesen, sich bei der Argumentation aber in Widersprüche verstrickt. Laut früheren Angaben von Radeberger wurden beispielsweise alle Flaschen aus Deutschland über Antwerpen zurück zum Herstellungsort Guadalajara in Mexiko verschifft, dort gespült und mit Bier wiederbefüllt.
Das Partner-Unternehmen des Konzerns, die Grupo Modelo, sagte dagegen auf Anfragen der DUH, dass die leeren Flaschen nicht zurückgeschickt werden, sondern im Importland bleiben. Misstrauisch geworden war die DUH, weil bei Kontrollen mehrerer hundert Corona-Flaschen keine einzige Flasche mit den für die Mehrweg-Wiederbefüllung typischen Schleifspuren zu finden war.
Teuer und wenig ökologisch
Was mit den zurückgeschickten Corona-Flaschen bislang tatsächlich passierte, ist trotz mehrerer Anfragen der Nachrichten-Agentur dpa ungeklärt (Stand: 11. Juli 2012). Radeberger kündigte an, dass in Mexiko angeblich wiederbefüllte Flaschen künftig auch nach Deutschland zurückkommen sollen. Bislang waren diese Flaschen nicht für den deutschen Markt vorgesehen, sondern seien in Drittländer exportiert worden. Auf den deutschen Markt gelangten demzufolge ausschließlich neue Flaschen.
"Wir bewerten die Absicht, eine weltweit in 170 Staaten als dünnwandige Einwegflasche eingesetzte Corona Flasche für Deutschland als Mehrweg umzudefinieren, als erneuten Versuch, die Mehrwegschutzregelungen auszuhöhlen."
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
DUH-Anwalt Remo Klinger weist darauf hin, dass Corona-Flaschen dünnglasiger sind als normale Bierflaschen, "die sich 20 bis 50 Mal wiederbefüllen lassen." DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch betont, er könne ja Kosteneinsparversuche im harten Wettbewerb verstehen, aber wenn die Flaschen nach Mexiko zurückgebracht würden, sei das doppelt fragwürdig.
"Einen leeren Kasten um die halbe Welt zu transportieren, ist nicht nur sündhaft teuer, sondern auch ökologisch schwachsinnig."
Jürgen Resch, DUH

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Rainer Ziegowski, Samstag, 07.Juli, 12:07 Uhr
2. Corona Flaschen
Manche Leute haben offensichtlich nichts besseres zu tun, als
ständig in irgendwelchen Kothaufen rumzuwühlen ( und daran
ordentlich zu verdienen ). Wen interessiert es wirklich, was mit den
Flaschen geschieht? Es gibt Wichtigeres.
Mufti, Samstag, 07.Juli, 09:47 Uhr
1. Flaschenpfand ist eh zu niedrig
Seit ich denken kann, und das sind schon gut 30 Jahre ist das Flaschenpfand für Bier 15 Pfennig. Damals war das Geld aber vielleicht zehn mal so viel wert, oder mehr. Da hat jeder gut aufgepasst, dass die Flaschen nicht kaputt gehen.
Ich war neulich am Flaucher und durfte mal wieder beobachten, wie die Leute aus purer Freude eine Flasche nach der anderen im Schotter zerschmissen, weil auch hernach der Kasten leichter zu tragen ist und man den Grill reinstecken kann.
Das Pfand müsste dramatisch erhöht werden. (Ich bin für 1 € pro Bierflasche) Und wenn die Einweg-Plastikflaschen unbedingt teurer sein sollen, dann soll man halt auf 1,50 gehen.