Dokumentartheater Asylmonologe
Menschenrechtsverletzungen gibt es auch in Deutschland, unter anderem gegen Asylbewerber. Das Theaterstück "Asylmonologe" versucht darauf aufmerksam zu machen – ohne Pathos, dafür mit authentischen Schicksalen von Migranten
Felleke musste vor dem Krieg fliehen. Safiye vor Gefängnis und Folter. Ali vor Verfolgung undTodesdrohungen. Sie alle sind die tragischen Helden des Stücks "Asylmonologe", das Regisseur Michael Ruf auf die Bühne bringt. Jedes Jahr kommen Tausende von Migranten nach Europa, um fern ihrer Heimat und ihrer Familie in Sicherheit zu leben. In Deutschland ging die Zahl der Asylbewerber zwar stetig zurück, im Jahr 2007 waren es 19 000 Flüchtlinge, die hierher kamen. Doch nun steigen wieder die Zahlen auf knapp 50 000 im vergangenen Jahr. Doch die Hoffnung der Asylbewerber wird auch in Deutschland keineswegs erfüllt: Einzelne Schicksale lassen geradzu an der Rechtstaatlichkeit in Deutschland zweifeln:
"Ich wurde den Bundespolizisten übergeben. Du wirst so zwangsnackt gestellt. Sie lassen dich nackt in einem kleinen Zimmer. Eine halbe Stunde vor der Abschiebung kriegst Du Kleidung."
Felleke
Auch diese Szene lässt Michael Ruf aus dem Leben von Felleke auf der Bühne nachspielen, so wie viele andere bittere Erfahrungen der drei Asylsuchenden.
"Es ist leicht zu gucken, wie in anderen Ländern Menschenrechtsverletzungen stattfinden aber das Land wo wir selbst was verändern können ist hier in Deutschland."
Michael Ruf
Um Missstände zu verdeutlichen und Menschenrechte einzufordern, hat Michael Ruf die schon in England existierende Organisation "Bühne für Menschenrechte" nach Deutschland importiert. Dem Netzwerk gehören professionelle Schauspieler an. Meist sind Menschenrechtsaktivisten, aber auch Asylsuchende unter den Zuschauern. Sie erzählen dann über den schwierigen Kampf um die Anerkennung als politisch Verfolgte.
"Damals dachte ich, nach einem Monat weißt Du, ob Du bleiben darfst oder gehen musst. Aber bis heute habe ich noch keine Antwort. Ich habe neun Jahre meines Lebens verloren."
Ali Safianou Touré
Eine beschämende Schlussfolgerung für das angeblich so perfekte und attraktive Europa und insbesondere für Deutschland.
Weitere Informationen
www.buehne-fuer-menschenrechte.de
Kampagne für Ali Safianou Touré
http://thecaravan.org/node/2473

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