Hämochromatose Zu viel Eisen im Blut
Hämochromatose ist eine häufig auftretende Erbkrankheit. Allein in Deutschland sind etwa 200.000 bis 250.000 Menschen davon betroffen. Oft wird die Erkrankung allerdings erst erkannt, wenn Organe bereits dauerhaft geschädigt sind.
Die Ursache für Hämochromatose ist in den meisten Fällen ein Gendefekt, der rezessiv vererbt wird: Das heißt, das defekte Gen muss von Vater und Mutter an das Kind weitergegeben werden, damit die Krankheit ausbricht. In etwa zehn Prozent der Fälle in Deutschland sind andere, bisher noch nicht identifizierte Faktoren für die Erkrankung verantwortlich.
Organschäden durch Eisen
Bei der Hämochromatose wird überschüssiges Eisen nicht ausgeschieden, sondern in verschiedenen Organen eingelagert, insbesondere in Leber, Bauchspeicheldrüse, Herzmuskel, den Gelenken und der Hirnanhangdrüse. Deshalb wird die Erkrankung auch Eisenspeicherkrankheit genannt. Dieses überschüssige Eisen schädigt nach und nach die Organe.
Patienten im fortgeschrittenen Stadium leiden üblicherweise unter Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Schmerzen im Oberbauch oder Symptomen eines Diabetes mellitus. Außerdem kann es bei Männern zu Impotenz kommen und bei Frauen die Periode ausbleiben. Außerdem färbt sich die Haut dunkel, da vermehrt Melanin produziert wird. Rund 15 Prozent der Patienten entwickeln eine Herzschwäche, bei etwa einem Viertel werden auch die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem kann die Leber schwere Schäden davontragen, zum Beispiel in Form einer Leberfibrose oder Leberzirrhose.
Leicht zu übersehen
Hämochromatose wird oft wegen der unspezifischen Beschwerden erst sehr spät erkannt. Klar: Wer Probleme mit den Gelenken hat, geht erstmal zum Orthopäden. Wer eine Diabetes entwickelt, macht die Ernährung dafür verantwortlich, oder familiäre Veranlagung. Deshalb sind meist schon erste Schäden aufgetreten, bevor die richtige Diagnose gestellt wird.
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Simple Therapie
Bleibt Hämochromatose unbehandelt, führt sie unweigerlich zum Tod. Doch zum Glück gibt es eine recht simple Behandlungsmethode - auch wenn sie etwas altertümlich anmutet: den Aderlass. Klingt geradezu mittelalterlich, doch den Betroffenen Blut abzuzapfen hat sich als die wirksamste Therapie erwiesen. In den roten Blutkörperchen befindet sich Eisen, das durch den Aderlass dem Körper entzogen wird.
Um Blut nachzubilden, muss das in den Organen eingelagerte Eisen aktiviert werden - und wird auf diese Weise aus den Organen ausgeschieden. Bereits entstandene Schäden lassen sich auf diese Weise natürlich nicht wieder rückgängig machen. Und die Aderlass-Therapie muss ständig fortgeführt werden, um den Eisenwert niedrig zu halten. Je nach Patient genügen dafür aber vier bis zwölf Aderlässe im Jahr.
Die Kassen zahlen nicht
Die Bestimmung des Eisen- bzw. Ferritinwertes gehört bisher nicht zu den standardmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Von den Krankenkassen wird sie weder angewiesen, noch bezahlt. Als Wunschleistung ist diese Untersuchung aber jederzeit möglich.

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