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Alles Wasser - oder was? Was Sportgetränke bringen

Wer nach dem Sport platt ist, sollte erstmal etwas trinken. Aber was? Da gehen die Meinungen unter Freizeitsportlern auseinander. Unabhängige Wissenschaftler sind sich indes einig: Teure Sportgetränke müssen es nicht sein.

Stand: 12.10.2017

Frau im Fitnessstudio trinkt rote Flüssigkeit aus einer Flasche | Bild: picture-alliance/dpa

Bessere Leistung durch ein Sportgetränk? Hersteller werben damit, dass ihre Sportgetränke bei mehr als 30-minütiger körperlicher Betätigung mehr bringen als pures Wasser. Die knallbunten Flüssigkeiten sollen für neue Bestzeiten sorgen, die Erholung nach dem Training beschleunigen und, und, und … Prof. Michael Fröhlich von der TU Kaiserslautern kann das nicht bestätigen:

"Werbung ist das eine, Wissenschaft ist das andere. Oftmals werden diese Sportgetränke unter marketingtechnischen Aspekten eher in den Fokus gerückt als es die wissenschaftliche Forschungslage zulässt."

Michael Fröhlich, Trainingswissenschaftler an der TU Kaiserslautern

Die wissenschaftliche Qualität der meisten Studien über Sportgetränke ist dürftig – oft nur mit einer einstelligen Zahl an Probanden. In der Medizin gelten aber 100 Studienteilnehmer als Untergrenze, um überhaupt eine verlässliche Aussage aus einer Arbeit ableiten zu können. Und (Stichwort Interessenkonflikt): Einige Wissenschaftler werden von der Industrie gesponsert.

Sieger mit Saftschorle

Keine Frage: Der Körper verliert beim Sport mit dem Schweiß und der Atemluft Wasser und Blutsalze. Aber alle paar Minuten beim Sport zu trinken ist nicht nötig, schon gar nicht teure Sportgetränke. Professor Fröhlich empfiehlt stattdessen Apfelschorle.

Ein bisschen anders ist die Lage im Spitzensport, wenn Athleten über einen Liter Schweiß pro Stunde und entsprechend viele Mineralstoffe verlieren. Doch auch dann müssen es keine teuren Sportgetränke sein. Es reicht eine Fruchtschorle mit einem Mineralwasser versetzt mit genügend Kohlehydraten und Salzen. Der mehrfache Hamburg Marathon-Sieger Steffen Benecke beispielsweise lief nur mit Saftschorle, stillem Wasser und gezuckertem Tee als Erster durchs Ziel.

Beitrag: Patrick Schmid


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