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Schwimmtools Trainingshilfen im Schwimmbecken

Wie in jedem Sport gibt es auch beim Schwimmen einen Markt für Zubehör beziehungsweise Trainingstools wie Paddles oder Pullbuoy. Nicht alles ist immer sinnvoll.

Stand: 13.11.2015

Die australische Schwimmerin Lisbeth Trickett beim Training mit Paddles | Bild: picture-alliance/dpa

Schwimmtools für den Armzug

Besonders beliebt bei Hobbyschwimmern sind Paddles. Diese Plastikscheiben, die unter die Hände geschnallt werden, vergrößern die Abdruckfläche, man schwimmt schneller. Doch das ist nicht das Ziel dieser Trainingshilfe, sagt Schwimmtrainer Stefan Drexl vom SC Prinz Eugen München. Vielmehr sollen durch die Paddles Wassergefühl und Technik verbessert werden, denn der Armzug bringt beim Kraulen den meisten Vortrieb. "Wichtig ist, dass man den Wasserdruck auf der Hand spürt", sagt Drexl und warnt gleichzeitig vor dem übermäßigen Einsatz: "Wenn man zu viel mit den Paddles schwimmt und nicht genügend Kraft hat, weicht man dem Wasserdruck aus und eignet sich eine falsche Technik an. Das ist später sehr schwer zu korrigieren." Deshalb empfiehlt der Trainer nur kürzere Teilstrecken mit Trainingshilfen zu schwimmen, zum Beispiel 400 Meter, dafür mit voller Konzentration auf die Technik.

Experten sagen: nicht zu oft und nicht mit zu großen Paddles schwimmen

Auch Ex-Weltmeister Markus Deibler kennt Schwimm- und Trainingshilfen aus seiner aktiven Zeit und mahnt bei möglichst großen Paddles im Freizeitbereich zur Vorsicht:  "Bei Anfängern würde ich mit kleineren Paddles anfangen und mich langsam herantasten, wenn ich unbedingt mit großen schwimmen will. Auch wegen der Schulter. Da gibt es  nicht gerade wenige, die dann Schmerzen haben."

... und für den Beinschlag

Ein Pullbuoy wird zwischen die Oberschenkel geklemmt

Um sich voll auf den Armzug konzentrieren zu können, klemmen sich viele Schwimmer auch einen Pullbuoy (zu deutsch: "Zieh-Boje") – eine Art Schaumstoffkeil – zwischen die Oberschenkel. Manche setzen auch wegen des Auftriebs auf den Pullbuoy, um eine bessere Wasserlage zu erreichen. Besser geht das mit Flossen, "denn damit kann man den Beinschlag trainieren, der letztendlich für die Wasserlage entscheidend ist. Außerdem hat man nicht nur Auftrieb, sondern auch Vortrieb", so Schwimmtrainer Drexl.

Eine Einheit für die Beine gehört auf alle Fälle in jedes Training. Wer mag, kann auch nur den Beinschlag trainieren und hält sich mit den Armen am Schwimmbrett fest. Aber auch diese Art Training sollte man nicht übertreiben.

Paddles, Pullbuoy, Brett und Flossen sind wohlgemerkt Trainingshilfen und nicht zu verwechseln mit Schwimmhilfen. Sie helfen, Stil und Technik zu verbessern und bringen Abwechslung ins Training. Vom übermäßigen Einsatz – siehe oben – ist indes abzuraten, da sonst im schlimmsten Fall das Gegenteil erreicht wird oder sich Schmerzen wegen Überbelastung bemerkbar machen. Ziel eines jeden Schwimmers sollte ja sein, ohne "Spielzeug" gut schwimmen zu können.

  • Petra Martin | Bild: privat Petra Martin

    Ernährung, die richtige Kleidung oder schwimmen – Petra Martin beleuchtet fürs Fitnessmagazin die unterschiedlichsten Aspekte.


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