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Mountainbiken bei Nacht Die Nightrider auf dem Rad

Wer gerne Mountainbike fährt oder sogar für ein Rennen trainiert, hat oft keine Wahl: Er muss sich nach Feierabend noch in der Dunkelheit aufs Bike schwingen. Aus dieser Not haben einige Gruppen eine Tugend gemacht und fahren regelmäßig zum MTB Nightride in den nächtlichen Wald.

Stand: 11.03.2016

Die Mountainbiker vom DAV Nürnberg treffen sich jede Woche zur Ausfahrt am Abend und auch einige Fahrradläden bieten gemeinsame Touren im Dunkeln an. Vor einigen Jahren war dies oft schwierig, weil die Halogenlampen große Energiefresser waren und die Akkus nicht lange hielten. "Vor zehn Jahren bin ich abends mit einer Motorradbatterie im Rucksack gefahren", erinnert sich Andreas aus Erlangen. Das ist heute anders. Die neuen LED-Helmlampen leuchten den Wald fast so hell aus wie ein Fußballstadion. Die Akkus halten zwei bis vier Stunden und sind nicht viel größer sind als eine Streichholzschachtel.

Andreas ist begeisterter Triathlet und fährt gerne Cross-Rennen, für die er auch im Winter trainieren muss. Er mag die nächtlichen Touren, "weil man durch den Lichtstrahl eine Art 'Tunnelblick' bekommt. Ich fahre dann im mittleren Pulsbereich und kann mich gut entspannen und abschalten".

Mindestens 50 Meter weit sehen

Andreas baut die Lampen für seine Räder oder den Helm meist im Hobbykeller selbst, steckt die Leuchtmittel in Lampenfassungen oder vorgefertigte Gehäuse.  Im Handel muss man laut Testberichten schon mindestens 100 Euro investieren, damit man gut sieht. "Außerdem sollte man darauf achten, dass die Lampe den Weg mindestens 50 Meter weit ausleuchtet, denn wenn man bergab fährt, ist man auch mal 40 km/h und schneller unterwegs. Da dass man den Reaktionsbereich gut einsehen können", empfiehlt der erfahrene Nachtfahrer.

Ob man die Lampe lieber am Lenker montiert, am Helm oder beides, ist Geschmackssache. "Am Helm ist der Vorteil, dass ich auch vor einer Kurve schonmal zur Seite schauen kann", sagt Hauke. Der Nachteil ist, dass man die anderen Radfahrer leichter blendet.

Stille und Dunkelheit ringsum

Wer das Mountainbiken nachts im Wald selber ausprobiert, wird eine unwirkliche Atmosphäre erleben. Alles ist ganz ruhig, auch die Mitradler. Es ruft höchstens ein Käuzchen und der Mond leuchtet am Nachthimmel – ein krasser Gegensatz zum oft hektischen Alltag.

Seine Fahrtechnik sollte man auf den Nachtfahrten auf jeden Fall den Bedingungen anpassen: "Um die eigene Geschwindigkeit einzuschätzen, braucht man die Peripherie. Doch die ist im Dunklen schwer zu sehen, so dass es in der Nacht etwas kniffelig ist," sagt Hauke, der auch bei null Grad abends in kurzer Hose radelt. Nicht so hart gesottenen Sportlern helfen Thermo-Radhosen und mehrere Schichten von Sportunterhemd, Shirt und winddichte Jacke. "Und wenn man auf die Click-Pedalen verzichtet, vermeidet man den Kältetransfer am Fuß. Dazu noch winddichte Schuhe und Überzieher und die Füße bleiben warm," weiß Dirk aus Erfahrung.

Am besten Forstwege wählen

Singletrails sind in der Nacht schwieriger zu fahren, weil Wurzeln und Hindernisse schwerer zu sehen sind. Deshalb ist es ratsam auf breiteren Forstwegen zu bleiben und auch nicht so tief in den Wald hineinzufahren, um das Wild nicht unnötig zu stören. Außerdem am besten in einer Gruppe fahren. Dann ist man nicht allein, wenn man stürzen sollte oder mal die Orientierung verloren hat.

Beitrag: Ullie Nikola


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