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Lauf 10! im Selbstversuch Wo der Schuh nicht drückt

Halbzeit bei der großen BR-Fitnessaktion "Lauf10!": Seit fast fünf Wochen trainieren Gruppen und Einzelläufer in ganz Bayern für den großen 10-Kilometer-Abschlusslauf am 30. Juni in Wolnzach. Gute Laufschuhe sind dafür natürlich das A und O. Fitnessmagazin-Reporterin Petra Martin hat sich für ihren Selbstversuch im Fachhandel neue Schuhe besorgt.

Von: Petra Martin

Stand: 21.05.2017

Läufer mit Laufschuhen. | Bild: picture-alliance/dpa

Als ich wegen meiner Knieprobleme beim Orthopäden war, habe ich auch meine alten Laufschuhe mitgenommen. So konnte Professor Peter Müller von der Orthopädischen Klinik der LMU München seine Diagnose bestätigen: "Die Schuhe sind leicht abgelaufen, vor allem auf der Innenseite. Das passt zu Ihrer leichten Fußfehlstellung."

Petras altes Paar Laufschuhe ...

Ich muss zugeben: Ich mag die Schuhe nicht wirklich, sie sind schon über zehn Jahre alt, etwas starr und geben mir kein gutes Laufgefühl. Also habe ich einen Termin bei Michi Lemmerer in einem Münchner Sportgeschäft gemacht. Als erstes muss ich mich barfuß auf eine Platte mit Linien stellen, die Fußstellung und Schuhgröße misst. Mit diesen ersten Infos verschwindet Lemmerer im Lager.

Fitnessmagazin-Autorin Petra Martin startete für Lauf 10! zu Ostern noch bei Regen und Kälte

Laufschuhe sind zum Laufen da, also werde ich sie unter Realbedingungen ausprobieren. Erstmal reinschlüpfen. Sie müssen fest sitzen, als ob eine Hand den Fuß umschließt. Um zu schauen, ob sie passen, stelle ich mich hin, drücke die Ferse nach hinten und "winke" mit dem großen Zeh. Es muss immer eine Fingerbreite Platz sein. Sonst stößt man beim Laufen vorne an, das ist nicht nur unangenehm, "da können die Füße einschlafen", weiß der Berater.

Video-Analyse auf dem Laufband

Nachdem alles passt, geht’s aufs Laufband. So eine Laufanalyse bieten viele Fachgeschäfte an. Eine Videokamera nimmt mich beim Laufen von hinten auf. Das Laufband startet langsam und wird dann ganz schön schnell. Ich muss aufpassen, dass ich nicht herunterfalle. Vorteil: Ich kann nicht extra "schön" laufen, ich laufe, wie ich eben laufe. Das ist für die Analyse wichtig, um zu sehen, wie ich auftrete und abrolle.

... und das nagelneue

Nach ein paar Minuten hat die Kamera genug Material und wir sehen am Bildschirm, "dass du über den Vorderfuß aufkommst, die Landung ist stabil, da brauchen wir keine Pronationsstütze." Ein sogenannter "neutraler" Schuh, also ohne Stütze, reicht für mich aus. Eine Pronationsstütze wäre kontraproduktiv, sie würde meinen Fuß zu sehr auf die Außenseite drücken, was für die Knie schlecht wäre, sagt der Laufschuh-Experte.

Lebensdauer: 800 bis 1.000 Kilometer

Ich probiere noch zwei, drei Paare, um einen Vergleich zu haben. Manche Schuhe sitzen um die Ferse strenger, bei anderen spüre ich ein Brennen an meiner Fußsohle. Eine gute Dämpfung haben sie alle. Trotzdem ist es interessant, wie sich mein Laufstil durch die unterschiedlichen Schuhe verändert: Ich komme zwar wieder über den Vorderfuß auf, beobachtet Lemmerer. "Wenn die Belastung da ist, ist es stabil. Aber es geht leicht nach innen. Da war der erste Schuh stabiler, dein Laufen kompakter."

Ich entscheide mich für das erste Paar: Es bietet guten Halt, drückt nicht und beim Aufsetzen federt die Dämpfung den Stoß ab. Weil die Schuhe fast weiß sind, gibt mir Michi Lemmerer noch einen Tipp mit auf den Weg: Zum Reinigen die Innensohle rausnehmen und die Schuhe unter fließendem Wasser mit einer Seifenlauge reinigen. Und wenn sie nicht mehr so strahlend weiß sind: "Mei, sind halt Laufschuhe." Außerdem erfahre ich noch, dass die Schuhe nach dem Laufen eine Ruhepause von 24 Stunden brauchen und eine Lebensdauer von 800 bis 1.000 Kilometern haben. Je nach Laufstrecke und Körpergewicht ist das ein Jahr.

  • Petra Martin | Bild: privat Petra Martin

    Ernährung, die richtige Kleidung oder schwimmen – Petra Martin beleuchtet fürs Fitnessmagazin die unterschiedlichsten Aspekte.


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