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Saubere Sache Sport- und Funktionskleidung richtig waschen

Jacken, Hosen und Shirts für draußen sind wasserdicht und atmungsaktiv, aber leider nicht schmutzresistent. Und weil Sport- und Funktionskleidung teuer ist, sollte man sie auch richtig waschen und pflegen.

Stand: 04.09.2015

Funktionsjacke | Bild: BR/Markus Konvalin

Ob Soft-Shell oder Power-Shield: Auch Outdoor-Kleidung kann und soll man sogar waschen – nicht nur, um Schmutz zu entfernen. Die Inhaltsstoffe des Schweißes können die Membran auf Dauer verstopfen, wenn das Kleidungsstück zu selten gewaschen wird.

Spezialwaschmittel

Verbraucherschützer raten zu Spezialwaschmittel aus dem Sportgeschäft, da die Kleidung oft sehr teuer ist. Diese Spezialwaschmittel für Funktionskleidung haben ein ausgefeiltes System, das den komplizierten Aufbau der unterschiedlichen Materialien unterstützt und regeneriert. Außerdem hält es die Membranen auseinander.

Aufbau einer Funktionsjacke

Geringere Dosierung

Outdoor-Ausrüster raten, die auf dem Spezialwaschmittel angegebenen Dosierungen der Hersteller zu unterschreiten. Oft reiche schon die Hälfte der angegebenen Menge.

Alternative

Funktionskleidung lässt sich allerdings auch mit normalem Waschmittel waschen, wenn man zwei Grundregeln beachtet: nur Fein- bzw. Buntwaschmittel verwenden und niemals Weichspüler. Der legt sich um die Fasern, bildet eine Brücke zwischen den verschiedenen Gewebestufen und hebt so deren Funktion auf.

Pflegetipps für Sportkleidung

Merinowolle

Merinowolle ist sehr pflegeleicht. Einfach bei 30 oder 40 Grad in der Waschmaschine mit Feinwaschmittel waschen. Damit die feinen Härchen, die beim Weben entstehen, abgerieben werden, können Sie eine Jeans mit in die Maschine geben. Auf Weichspüler und Trockner verzichten. Einfach wie ein Baumwoll-Shirt auf die Leine zum Trocknen hängen.

Joggingschuhe

Groben Schmutz mit einer Bürste entfernen. Zum "Feintuning" können die Turnschuhe auch in die Waschmaschine. "Die Schuhe in einen alten Kopfkissenbezug stecken und mit Feinwaschmittel bei 30 Grad waschen. Zum Trocknen die Sohle herausnehmen", empfiehlt Götz Heine vom Triathlonladen Swim, Bike and Run in München-Nymphenburg.

Bergschuhe

Lederbergschuhe brauchen regelmäßige Lederpflege. "Wenn das Leder hell wird, fehlen Nährstoffe. Wir empfehlen dazu Wachs, das die Nährstoffe liefert und schmutzabweisend wirkt", sagt Christian Wittig vom Schuhhersteller Hanwag. Groben Schmutz wie bei allen anderen Schuhen mit einer Bürste entfernen. In nasse Schuhe können Sie Zeitungspapier stecken. "Allerdings nach einer halben Stunde wechseln, sonst bleibt die Feuchtigkeit im Schuh", rät Wittig. Und ganz wichtig: Lederschuhe langsam trocknen lassen - nicht in der prallen Sonne oder am Kamin!

Badekleidung

Badehose und Badeanzug gehören nicht in die Waschmaschine. Das würde die Fasern strapazieren und die Badeklamotten leiern aus. Einfach mit klarem Wasser ausspülen und vorsichtig ausdrücken. Auf keinen Fall wringen! Ganz wichtig: Nicht nass in der Sporttasche lassen und zum Trocknen in den Schatten hängen.

Neopren-Anzug

Richtig teuer sind Neopren-Anzüge. Mit der richtigen Pflege hält er sich länger. Chlorwasser schadet dem Gummi. Deshalb selten ins Freibad und danach lange mit klarem Wasser ausspülen. Zum Trocknen auf einen Kleiderbügel hängen. Danach abnehmen, denn das eigene Gewicht zieht am Anzug und beansprucht das Material. Im Auto lassen, ist ebenfalls keine gute Idee. Die Wärme und direkte Sonneneinstrahlung führen zu Materialermüdung. Creme, Vaseline und Fingernägel sind ebenfalls "Feinde" des Neo.

Tipps zum Waschen

In der Waschmaschine sammelt sich Waschlauge vom letzten Waschgang. Bevor Sie Ihre Funktionskleidung waschen, sollten Sie entweder eine Ladung Wäsche ohne Weichspüler waschen oder Sie lassen die Maschine einmal ohne Wäsche laufen, um die Rückstände auszuschwemmen.

Weichspüler sind ohnehin entbehrlich. Aus Hygienegründen sollten Sie Ihre Waschmaschine regelmäßig im 60-Grad- oder im Kochwaschgang laufen lassen, damit Keime abgetötet werden, die 30 und 40 Grad überleben.

Niedrige Temperatur ausreichend

Vor dem Waschen erst den groben Schmutz trocknen lassen und ausbürsten. Die Funktionskleidung wird bei maximal 30 Grad gewaschen. Eine reduzierte Schleuderleistung von 600 Umdrehungen pro Minute ist ausreichend. "Beim Schleudern werden die Fasern unnötig überstrapaziert", erklärt Guido Augustiniak vom Spezialwaschmittelhersteller Fibertec. "Zum Trocknen hängen Sie die Jacke am besten auf einen breiten Kleiderbügel."

Schadet Waschen der Imprägnierung?

Imprägnierspray

Spray ist vor allem für viel beanspruchte Stellen wie Schultern oder Ellenbogen geeignet. Dauerhaften Schutz bietet jedoch die "In-Wash-Imprägnierung".

Softshell ist wegen der Gewebestruktur wasserabweisend. Bei gewachsten oder imprägnierten Jacken wäscht sich der Schutz raus. Zum Imprägnieren gibt es Spezialmittel. In dem fall wäscht man die Kleidung erst normal mit Buntwaschmittel und danach mit einer "In-Wash-Imprägnierung". Kleidung danach kurz in den Trockner, denn die Wärme fixiert die Imprägnierung.

  • Petra Martin | Bild: privat Petra Martin

    Ernährung, die richtige Kleidung oder schwimmen – Petra Martin beleuchtet fürs Fitnessmagazin die unterschiedlichsten Aspekte.


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