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Ernster Spaß Sicherheit geht vor beim Klettersteig gehen

Klettersteige boomen, da sie auch kletterunerfahrenen Menschen erlauben, sich in steilen, ausgesetzten Felswänden zu bewegen. Hier sind sie nämlich gesichert. Trotzdem ist es kein unbedarftes Kinderspiel.

Von: Frauke Gerbig

Stand: 29.06.2017

Vor allem viele Alpendörfer sind in den letzten Jahren auf diesen Boom aufgesprungen und haben künstliche Klettersteige angelegt, um den Tourismus anzukurbeln und ihren Besuchern dieses besondere Erlebnis anzubieten. Diese sollten unbedingt einige Dinge beachten:

Kletterausrüstung:

Dazu gehören Klettergurt, Klettersteigset und Kletterhelm. Je nach Schwierigkeitsgrad sind Berg- oder Klettersteigschuhe zu tragen - einfache Steige können auch mit Turnschuhen bewältigt werden.

Voraussetzung:

Um einen Klettersteig gehen zu können, sollte man je nach Schwierigkeitsgrad und Länge des Klettersteigs (Kategorien A bis E) trittsicher, schwindelfrei, beweglich und konditionell fit sein. Auch die mentale Stärke spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Sicherungstechnik:

  • Das Wichtigste: Niemals stürzen! Selbst wer mit dem Klettersteigset gesichert ist, fällt einige Meter und kann sich dabei in dem mit viel Eisen versicherten Gelände schwer verletzen. Also immer so sicher und souverän klettern, dass man nicht stürzt.
  • Während der gesamten Kletterei im Steig bleibt man ständig durch seine beiden Karabiner gesichert, die immer in dem Stahlseil eingehängt sind. Umhängen der Karabiner findet nie gleichzeitig, sondern nacheinander statt.
  • Partnercheck vor dem Einstieg ist Pflicht!
  • Bei losem Untergrund ist unbedingt Steinschlag zu vermeiden, Tritte sind vorsichtig zu setzen.
  • Es ist stets das Wetter im Blick zu halten. Wetterumstürze ereignen sich rasch. Ein Gewitter in einem mit Eisen bedeckten Klettersteig zu erleben, ist nicht schön und sehr gefährlich.

Selbsteinschätzung:

Bei der Wahl des Klettersteigs ist immer eine ehrliche Selbsteinschätzung vorzunehmen:

  • Entspricht der Klettersteig meinem Können, meiner Kondition, meiner aktuellen mentalen und körperlichen Fitness?
  • Habe ich die Grundkenntnisse, die Erfahrung, oder sollte ich lieber einen Einsteigerkurs, einen Aufbaukurs machen oder mir mit anderen zusammen einen Bergführer mieten?

Spaß macht ein Klettersteig nur, wenn die Herausforderungen zu meistern sind - und nicht, wenn sie einen lähmen oder in Panik stürzen und man aus Kraftmangel und fehlender Kondition nicht mehr weiter kann.

Denn: Man gefährdet im Gebirge nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen, die unterwegs sind, und die Bergrettung, die man eventuell in Anspruch nehmen muss.

Weitere Informationen

Kurse werden unter anderem angeboten bei: www.alpenverein.de
Tipps zum Klettersteigen sind zu finden unter: www.klettern.de
Vorgestellter Klettersteig: www.kanzianiberg.com

Beitrag: Frauke Gerbig


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