Fitness-Mythen Und Frühsport lohnt sich doch!
Wer morgens läuft, hat den Hallo-Wach-Effekt. Der Körper tankt Sauerstoff und die Seele kann die Natur in sich einsaugen. Das sind aber nicht die einzigen positiven Effekte auf den Organismus. Ein Frühsport-Plädoyer samt Tipps für alle, die nur schwer aus dem Bett kommen.
"Das Frühstück ist für den Frühsportler kontraproduktiv", sagt der Vitalstoffexperte Wolfgang Feil. Wer vor dem Sport ein Marmeladenbrot isst, hat Kohlenhydrate im Blut. Der Körper holt sich dann genau diese Energie, anstatt auf Fettpolster zurückzugreifen. Geht man dagegen nüchtern zum Frühsport, werden die Fettsäuren im Muskel mobilisiert. Das sorgt zum einen dafür, dass die Fettmasse schmelzen kann. Zum anderen gibt es dem Langstreckenläufer noch Extra-Power für die letzten 500 Meter. Der Trick: Der so trainierte Läufer verbrennt erst seine Fettzellen im Muskel und kann zudem noch auf die Kohlenhydrate als eiserne Reserve zurückgreifen.
Genauso wie der Motor Benzin braucht, um zu laufen, muss der Körper Nährstoffe verbrennen. Das passiert in speziellen Zellorganen, den Mitochondrien. Und Frühsport ohne Frühstück regt den Muskel an, eben diese Mitochondrien zu produzieren. „Heute wissen wir: Man lebt länger und ist vitaler, wenn man mehr von diesen Mitochondrien, mehr Kraftwerke hat“, erläutert Feil.
Schnelligkeitstraining schadet
"Trainieren soll man nüchtern jedoch immer nur die Ausdauer“, betont der Experte. „Schnelligkeit darf man morgens nicht trainieren, weil dafür der Muskel schon wach sei muss. Wir machen mit unseren Athleten Schnelligkeitstraining erst ab 11:00 Uhr, vorher ist die Verletzungsgefahr zu groß.“ Was man aber gut in der Früh machen kann, ist Intervalltraining: zum Beispiel 5 Minuten laufen, 20 Sekunden Sprinten und wieder 5 Minuten laufen. Das erhöht auch die Ausdauerleistung.
Wichtig beim Frühsport: viel trinken! Am besten nur Wasser, bestenfalls Schorle. Der Experte empfiehlt außerdem Koffein oder Tein. „Wenn ich vorher einen Grünen Tee getrunken habe oder einen Kaffee - natürlich ohne Zucker - kann der Muskel mehr Fettsäuren verbrennen als ohne Kaffee oder Tee.“
Das ideale Frühsportler-Programm sähe demnach so aus:
Aufstehen, Sportschuhe schnüren, ein Glas Wasser plus eine Tasse Grüntee oder Kaffee trinken, raus in die Natur und locker eine halbe bis dreiviertel Stunde laufen. Die Hartgesottenen können vorher noch eine Minute kalt duschen. Das regt Körper und Geist an und man steht für den Tag voll im Saft.
Beitrag:Joachim Thiel

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