B5 aktuell - Das Fitnessmagazin


0

Kompressionskleidung Stramme Hosen für die Laufsportler

Kompressionskleidung erfreut sich großer Beliebtheit. Seit einigen Jahren sind die neongrünen oder pinken Kniestrümpfe bei vielen Läufern zu sehen. Bringt’s was? Petra Martin hat sich für uns schlau gemacht.

Von: Petra Martin

Stand: 04.01.2018

Kompressionskleidung | Bild: 2XU

Kompressionskleidung erfreut sich großer Beliebtheit. Seit einigen Jahren sind die neongrünen oder pinken Kniestrümpfe bei vielen Läufern zu sehen. Weniger auffällig sind die schwarzen, enganliegenden Hosen. Sie sehen zwar aus wie normale, enganliegende Laufhosen, sind aber ebenfalls für die Kompression der Venen geeignet. Billig sind die Hosen und Strümpfe nicht, deshalb stellt sich die Frage: Bringt’s was? Petra Martin hat sich für uns schlau gemacht.

"Man läuft nicht schneller, aber länger auf dem gleichen Niveau."

Matthias Filser

Schneller machen die Kompressionshosen also nicht, das räumt Filser, Marketingmanager für Sportkleidung, gleich mal ein. Warum die Laufgruppe im Englischen Garten die engen schwarzen Hosen doch ausprobieren sollte, schiebt er aber gleich hinterher: "Die Hose stabilisiert extrem", sagt er.

Kompression spüren

Fitnessmagazin-Reporterin Petra Martin fragt Läufer nach ihren Erwartungen.

Jetzt heißt es für die Läufer erstmal ab in die Umkleide und in die Kompressionshose schlüpfen – oder quetschen. Denn die Hosen liegen am Bein nicht nur an, sie zwängen es regelreicht ein. Doch genau das ist gewollt. Was erwarten sich die Läufer? Zum Beispiel ein anderes Gefühl beim Laufen und warme Waden.

Je nach Leistungsgruppe sind die Teilnehmer sieben bis zwölf Kilometer im Englischen Garten in München unterwegs. Da es Kompressionskleidung für Ausdauersportler schon seit einigen Jahren gibt, haben sich auch Mediziner und Sportwissenschaftler in verschiedenen Studien damit beschäftigt. Je nachdem, welchen Aspekt sich die Wissenschaftler anschauen, ist die Datenlage uneinheitlich.

Ergebnis abhängig von der Sportart

Ganz aktuell hat sich Professor Billy Sperlich von der Uni Würzburg mit Kompressionskleidung beschäftigt. Der Sportwissenschaftler kommt zum Schluss, dass es sehr davon abhängt, welche Sportart man betreibt: "In der Tendenz kann man sagen, alles was mit viel Sprüngen, mit viel Sprinten oder Intervallartigem Training zu tun hat. Da kann Kompression a bissl Leistungsförderung bringen. Bei Dauerläufen: eher so, dass man es nicht anziehen müsste."

Wenn sich der Läufer damit aber besser fühlt, spricht nichts dagegen. Allerdings: Billig sind die Kompressionshosen nicht. Für eine lange Hose muss man ab 100 Euro rechnen. Die Laufgruppe im Englischen Garten ist nach einer Stunde zurück am Ausgangspunkt. Erstes Fazit? Es hat sich gut angefühlt auch nach mehr Stabilität.

Wahre Stärke zeigt sich vor oder nach der Belastung

Ihre wahre Stärke zeigen die Kompressionshosen und Strümpfe allerdings nicht während, sondern vor oder nach dem Sport. Zur schnelleren Regeneration können Sportler in die engen Klamotten schlüpfen und so den Körper beim Erholen unterstützen. Diese Wirkung lässt sich auch durch Studien belegen, zeigt Professor Billy Sperlich. Denn gerade, wenn die Muskeln nicht aktiv sind, unterstützen die Kompressionshosen den venösen Rückstrom: "Enge Kleidung unterstützt Venen in ihrer Arbeit und das geht besser bei ruhenden Muskeln als unter Belastung", so Sperlich. Dadurch werden Laktat und andere Abfallstoffe im Blut schneller aus dem Kreislauf transportiert und die Muskeln erholen sich. Allerdings haben Beine hochlegen, dehnen oder Kalt-Warm-Wechselduschen denselben Effekt.


0