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Bandscheiben-Reha Geduld und konsequentes Übungsprogramm

Rund 80 Prozent aller Erwachsenen lassen sich mindestens einmal im Leben wegen Rückenbeschwerden behandeln. Oft sind die Schmerzen harmlos, doch ca. 800.000-mal im Jahr lautet die Diagnose: Bandscheibenvorfall. So wie bei unserem Redakteur Martin Raspe. Im Gespräch berichtet er, wie er in zwei Monaten wieder nahezu schmerzfrei wurde.

Stand: 04.10.2012
Mann mit Rückenschmerzen | Bild: colourbox.com

Im Juli erwischte es den schlanken, sportlichen Kollegen aus heiterem Himmel: massive Schmerzen im Lendenwirbelbereich, Schmerzen im Bein bis in die Zehen, stark eingeschränkte Beweglichkeit sowie motorische Einschränkungen. Stehen auf einem Bein war zum Beispiel nicht mehr möglich. Die Ursache? Vermutlich Verschleiß an den Bandscheiben.

Was also tun? In Raspes Fall fiel nach einer Kernspin-Aufnahme die Entscheidung des Arztes auf eine konservative Behandlung des Vorfalls, also ohne Operation. Der Arzt verschrieb abschwellende und entzündungshemmende Mediakamente, Physiotherapie und so viel Bewegung wie möglich.

Schwimmen, spazieren, aufrecht radfahren

Raspes manuelle Therapie beim Physiotherapeuten sah so aus: eine Art Massage zur Lockerung der Muskulatur und zur Mobilisierung des unteren Teils der Wirbelsäule plus leichte Bewegungsübungen soweit sie schmerzfrei möglich sind. Danach setzte der 45-Jährige die Therapie mit einem speziellen Rumpfkräftigungsprogramm fort. Parallel dazu rieten Arzt und Therapeut zu viel Bewegung wie etwa Schwimmen, Walking sowie Radfahren in relativ aufrechter Position.

Weil jeder Fall anders liegt und jede Behandlung individuell ist, gibt es kein allgemein gültiges Rezept, welche Behandlung gut oder weniger gut ist. Dennoch lautet Raspes Rat an alle anderen Betroffenen: enge Absprache mit einem Arzt, Geduld und Konsequenz in der Behandlung. Das heißt: den inneren Schweinehund wirklich überwinden und jede noch so kleine Übung regelmäßig durchführen, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Außerdem sollte man zuvor mit behandelnden Arzt intensiv überlegen, ob eine OP wirklich unumgämglich ist. Verschiedene Studien besagen, dass rund 80 Prozent aller Bandscheibenoperationen eigentlich nicht notwendig sind.

Generell kann aber auch jeder etwas tun, um Rückenbeschwerden gar nicht erst entstehen zu lassen - auch und gerade, wenn keine oder noch keine Beschwerden spürbar sind. Denn wie heißt es so schön: Ein starker Rücken kennt keine Schmerzen.

Interview: Andrea Otto


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