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Beachsoccer Ein Besuch bei den Bavaria Beach Bazis

Laufen am Strand ist anstrengend, für Kicken im Sand gilt das gleich doppelt. Beachsoccer erfreut sich in Deutschland immer mehr Beliebtheit. Seit gut zwei Jahren gibt es auch in Bayern eine Bundesligamannschaft.

Stand: 14.07.2017

Beachsoccer | Bild: BR/Kilian Medele

Bälle und Sandkörner fliegen durch die Luft. Trainiert wird neben einigen Beachvolleyballfeldern an der Ruderregatta in Oberschleißheim. Ricky Goller hat den Sport während seines Studiums in Köln kennengelernt und vor zweieinhalb Jahren nach München importiert, seit der ersten Trainingseinheit hat er sein Herz an diese Sportart verloren.

Mit seinem Team spielt der ehemalige Beachsoccer-Nationalspieler in der Bundesliga. Zu Heimspieltagen kommen bis zu 1000 Zuschauer. Die Regeln sind schnell erklärt. Gekickt wird Fünf gegen Fünf, inklusive der Torhüter, drei mal zwölf Minuten ist die Netto-Spielzeit. Freistöße werden direkt vom gefoulten Spieler ausgeführt. Fallrückzieher sind geschützt. Das Spielfeld misst 30x40 Meter, ist also ca. drei Beachvolleyballfelder lang.

Was schon als Zuschauer beim Training auffällt, es wird vor allem volley gespielt. Die alte Fußballerweisheit „Ball flach halten, hoch gewinnen“ ist hier völlig falsch, weil der Ball im Sand natürlich nicht richtig läuft.

Auf dem kleinen Übungsfeld hat Trainer Raphael Mayer einige Hütchen platziert. Die Sandkicker stellen sich in Formation auf,  der Ball soll immer volley gespielt werden. Ein paar kurze Anweisungen, dann geht’s los. 

„Es ist wichtig, dass wir Fußball aus uns rauskriegen, Ball oben halten, nicht flach spielen, wenig körperbetont. Darauf stimmen wir das Training ab, technisch wie taktisch. Das ist schon eine eigene Sportart,“ sagt Raphael Meyer, einer der Trainer.

Auch für Torhüter ist beim Beachsoccer vieles anders, statt wie auf dem Rasen meist nur rum zu stehen, müssen sie aktiv am Spiel teilnehmen und durch fies im Sand versprungene Aufsetzerbälle machen sie oft nicht die beste Figur.

Dafür glänzen die Feldspieler umso mehr, Fallrück- und Seitfallzieher sieht man im Minutentakt. Aber so locker wie es aussieht, spielt sich das Ganze natürlich nicht. „Die ersten Male hat jeder Muskelkater, weil der Körper das Laufen im Sand einfach nicht gewohnt ist. Es geht viel mehr über die Oberschenkel und Waden“ erzählt Philipp Fuß, der erst mit 17 vom Hockey zum Fußball gewechselt ist.

Der Verein ist übrigens immer offen für Interessierte. An bavariabeachbazis@gmx.de schreiben und sich über Trainingszeiten informieren und Beachsoccer ausprobieren. Es gibt übrigens auch eine Frauenmannschaft.  
Wer erstmal nur zusehen will, kann das am kommenden Wochenende machen.  Das Finalturnier der Beach Soccer League findet am 22. und 23 Juli im Munich Beach Resort an der Ruderregatta in Oberschleißheim statt.

Beitrag: Kilian Medele


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