B5 aktuell - Die B5 Reportage

Bedroht, verfolgt, verjagt Christen im Nahen Osten

Die Urgemeinden der Christenheit im Nahen Osten hatten eine große Vergangenheit. Eine Zukunft scheinen sie nicht mehr zu haben: Im Irak, in Ägypten, in Syrien – überall geraten sie unter Druck.

Von: Clemens Verenkotte Stand: 23.12.2012

Konnten sie unter den brutalen aber säkularen Regimen Saddam Husseins oder Baschar al Assads noch unbehelligt ihre Religion praktizieren, so sehen sie sich nun von radikalen Islamisten bedroht, verfolgt, verjagt.

Vor allem im Irak fallen Christen gezieltem Terrorismus zum Opfer. Die "Gesellschaft für bedrohte Völker" spricht sogar von der "größten Christenvertreibung der Gegenwart". Eigentlich müssten sich westliche Staaten für das Schicksal der Christen im Orient interessieren. Sie tun es aber nicht.

Als einer der wenigen deutschen Journalisten hat SWR-Korrespondent Martin Durm vor drei Wochen irakische Christen besucht, ist mit dem Abt eines Klosters in die irakische Hochburg der Christenverfolgung gefahren, nach Mosul, vorbei an Checkpoints der irakischen Armee, die ausländische Fahrgäste oftmals der in Mosul herrschenden Al Kaida melden.

Bis zum Irak-Krieg von 2003 lebten in der Millionenstadt 100.000 Christen. Heute sind es nur noch 5.000. Mosul sei mittlerweile Iraks Al Kaidas Metropole geworden. Die verbliebenen Christen in der Stadt leben in der ständigen Gefahr, zuhause oder auf dem Weg zum Einkaufen verschleppt und ermordet zu werden.

"Wenn wir auf der Straße gehen und in einen Checkpoint der irakischen Armee geraten, haben wir jedes Mal Angst, dass dort einer der Soldaten die Terroristen anruft und uns an sie verkauft," schildert eine Christin in Mosul unserem Autoren der B5 Reportage, Martin Durm.

Martin Durms Fotos


3

Keine Kommentare mehr möglich.

PD Dr. Peter Metzler, Samstag, 22.Dezember, 13:28 Uhr

1. Christen im Nahen Osten - Bedroht, verfolgt, verjagt

Christenverfolgung im Irak, das ist nur einer von den grandiosen „Erfolgen“ des verbrecherischen Irakkrieges der USA und seiner Verbündeten. Gegen den Irakkrieg gab es noch große Demonstrationen in Berlin, die öffentlichen Medien aber schwiegen oder unterstützten diesen Krieg. Heute wird wieder gehetzt, diesmal gegen Syrien. Dort unterstützt man Islamisten und Salafisten und bezeichnet sie schamlos als Vertreter des syrischen Volkes. Unterstützt werden sie von Edeldemokratien wie Saudi Arabien. In Syrien gibt es rund 10% Christen. Die gehören nicht zu der vom Westen unterstützen „Opposition“. Das Klagelied über die verfolgten Christen in Syrien können wir uns dann im nächsten Jahr aus den öffentlich unrechtlichen Medien anhören.