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Bauern ziehen Erntebilanz Schlechte Obsternte und weniger Getreide

Trockenheit im Winter, Hitze im Juni, Gewitterfronten im Juli und August - das hat die Erträge vieler Landwirte gedrückt. Apfelerzeuger erwarten die kleinste Ernte seit 1991, die Ernte von Süßkirschen fiel in einigen Regionen komplett aus. Auch beim Getreide gibt es schlechte Nachrichten. Sie fällt im Durchschnitt noch niedriger aus als im Vorjahr.

Von: Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 24.08.2017

Äpfel mit Hagelschäden | Bild: picture alliance/chromorange

Wetterextreme bescheren den Bauern in diesem Jahr nur eine bescheidene Obst- und Getreideernte. Erst haben Apfel, Birnen, Kirschen und Wein stark unter dem Aprilfrost gelitten. Den Rest besorgten Hagel und Starkregen. Hart traf es die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Bauernverband fordert finanzielle Hilfe

Der Deutsche Bauernverband beziffert die Frostschäden beim Obstbau auf 200 Millionen Euro, in einigen Regionen gebe es "Totalausfälle". Dem Bayerischen Rundfunk sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied, dass einige Betriebe nun in finanzielle Schwierigkeiten geraten werden. Er forderte Bund und Länder auf, die Schäden zumindest teilweise auszugleichen, zum Beispiel durch Subventionen für eine technische Ausrüstung für Frostschutz-Beregnungsanlagen.

Beim Getreide müssen die Landwirte im Westen und Südwesten im Vergleich zu 2016 ebenfalls weitere Einbußen hinnehmen. Und auch beim Raps erwartet der Bauernverband weniger Ertrag. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sieht es heuer besser aus; hier fiel die Ernte deutlich besser aus als im Vorjahr.

Bei den Erzeugerpreisen zeichnet sich dagegen eine etwas bessere Entwicklung ab. So sind laut Bauernverband für Brotweizen derzeit 153 Euro pro Tonne zu bekommen; das sind 10 Euro mehr als im Vorjahr.

Dagegen Jubel bei den Spalter Hopfenbauern

Die Hopfenernte im Spalter Anbaugebiet wird im diesem Jahr voraussichtlich überdurchschnittlich gut ausfallen. Der Hopfenbestand ist nach Angaben der Bundesschätzkommission, der Brauer, Händler und Pflanzer angehören, außerordentlich gesund. Die Dolden-Blüten sind heuer schon weiter als in den Vorjahren, wie der Bayerische Rundfunk von der Hopfenverwertungsgenossenschaft, HVG, erfahren hat. Gerechnet wird demnach mit einer Erntemenge, die zwar unter der Rekordernte von 2016 liegt, aber deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Die Ernte im Spalter Anbaugebiet dauert noch bis Mitte September.

Zuversicht in der Hallertau

Bei seiner ersten Prognose Mitte Juli hatte der Verband Deutscher Hopfenpflanzer noch eine deutliche schlechtere Ernte prognostiziert. Doch der Regen in den vergangenen Wochen hat in der Hallertau die Hopfenernte gerettet. Die Bestände bezeichnen die Fachleute als "sehr gesund" und von guter Qualität. Die Hopfenernte beginnt Ende August.


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