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Hörbuch der Woche "Kings of Cool"

In den USA gilt Don Winslow seit Jahren als einer der ganz Großen des Krimi-Genres. Sein neuer Roman "Kings of Cool" gilt vielen als bester Thriller, der im Herbst zu haben ist. Für Bernhard Jugel das Hörbuch der Woche. - immer freitags um 6.25 und 18.25 Uhr auf B5 aktuell.

Stand: 16.11.2012
Symbolbild: Kopfhörer über Büchern | Bild: Montage: BR

"Ihr Wichser haltet euch für die Kings of Cool, hab ich recht? Ihr wisst alles, keiner kann euch was. Aber weißt du was - ihr wisst einen Scheiss.' Old Guys Rule guckte Ben noch einmal böse an, dann ging er. Kings of Cool, dachte Ben. Gefiel ihm irgendwie."

Don Winslow, Kings of Cool

Was ihm weit weniger gefällt – irgendwer will sich in seine Geschäfte einmischen. Illegale Geschäfte. Drogengeschäfte. Eigentlich nur eine Droge. Marihuana. Selbstgezogen und das beste in Kalifornien. Ben macht die Geschäfte nicht allein. Da ist noch Chon, sein Jugendfreund und Partner in Crime und O. – eigentlich Ophelia – die sich zwischen den beiden Jungs weder entscheiden kann noch will. Immer wieder unterbricht Don Winslow die Handlung durch Rückblenden in die 60er Jahre. Rückblenden zu den Anfängen der organisierten Drogenkriminalität in Kalifornien. Rückblenden, deren Hauptpersonen ihre Finger immer noch im Drogengeschäft haben. Woraus sich ganz allmählich ein Krieg der Generationen entwickelt.

"Ich kann dir die Waffe aus der Hand reißen und sie dir in den Hals rammen, bevor du auch nur mit den Augen zwinkerst. – Ach ja, hab ich vergessen, du bist ja Supermann', sagte John. 'Du bist kalt genug, du kleines  Arschloch, um deinen eigenen Vater umzubringen, das muss ich dir lassen."

Don Winslow, Kings of Cool

Don Winslow hat mit seinem neuen Roman „Kings of Cool“ nicht nur einen unglaublich  spannenden Krimi geschrieben – sondern gleichzeitig einen Familienroman und einen Abriss der Entwicklung der Drogenkriminalität im kalifornischen Orange County zwischen San Diego und Los Angeles. Und er schreibt in einem ganz eigenen, sehr filmischen Stil,: schnelle Perspektivwechsel, fast so viele Kapitel, wie der Roman Seiten hat und eine knappe, lakonischen Sprache, bei der jeder zweite Satz zur Pointe wird.

"Ben geht zu Fuß nach Hause. Wo Dennis Cain auf ihn wartet. „Äh, was zum Teufel willst du, Dennis?“ Vor meiner Wohnung? Wo ich lebe? „Dein Monatsbeitrag für die Kampagne zur Beförderung von Dennis Cain wird fällig', sagt Dennis."

Don Winslow, Kings of Cool

Polizisten werden bestochen, missliebige Personen verprügelt und notfalls umgebracht, und das Ziel all der kriminellen Intrigen sind die „Kings of Cool“, naive Jungunternehmer im Marihuanahandel, die im Kampf mit der ebenso neidischen wie brutalen Konkurrenz ihren Grundsätzen nicht lange treu bleiben. Don Winslow nimmt in seinem neuen Roman die amerikanische Jugend der Nullerjahre ebenso kritisch unter die Lupe wie die längst in alle Winde verwehten Ideale der Hippiezeit.

"Was passiert ist? – Wir wurden müde, wir wurden alt, wir hörten auf zu träumen, wir lernten uns zu verachten, unseren jugendlichen Idealismus abzulehnen, wir haben uns billig verkauft, wir sind nicht die, die wir sein wollten."

Don Winslow, Kings of Cool


Dietmar Wunder, der als Synchronsprecher schon Jude Law oder Daniel Craig seine Stimme geliehen hat, setzt im Hörbuch durch sein leicht heiseres Timbre die Sprache Don Winslows noch zusätzlich unter Spannung und brilliert durch rasante Wechsel von Sprechhaltungen und Stimmlagen. Die dezent gekürzte Krimilesung von „Kings of Cool“ ist auf 5 CDs bei DAV erschienen. Eine Empfehlung nicht nur für Krimi-Fans.

                              


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