Rainbow-Cities-Network Nürnberg kämpft gegen Diskriminierung der LGBT-Community

Rechtlich sind sie in weiten Teilen Europas gleichgestellt, trotzdem gehören Diskriminierung und Anfeindungen zum Alltag für Angehörige der LGBT-Community. Die Stadt Nürnberg ist deshalb dem Rainbow-Cities-Network beigetreten.

Stand: 10.10.2017

Rainbow-Cities-Network | Bild: BR

Seit der "Ehe für Alle" könnte man meinen: Alles super hier, alles erreicht für Homosexuelle und Transgender. Dass das nicht stimmt, erfahren viele LGBT-Personen immer noch täglich am eigenen Leib, weil sie diskriminiert und benachteiligt werden. Für die Stadt Nürnberg Grund genug, dem "Rainbow-Cities-Network" beizutreten.

Die Rainbow-Cities bilden ein Netzwerk, das vor fünf Jahren in den Niederlanden gegründet wurde, mit dem Ziel, die Lebenssituationen der LGBT-Community in diesen Städten zu verbessern. Die Regenbogen-Städte können sich innerhalb des Netzwerks über Antidiskriminierungsprojekte, über positive aber auch über negative Erfahrungen austauschen. Das Netzwerk hat momentan 32 Mitglieder aus 15 Ländern, darunter sieben Deutsche Städte, unter anderem stehen München, Berlin, Mannheim und Köln auf der Liste. Und seit neuestem auch Nürnberg:

"Wir haben jetzt Aktionen an den Schulen, also Fortbildungen für die Lehrkräfte, aber die Schulen selbst machen auch Aktionen gegen Diskriminierung und für mehr Vielfalt."

Christine Burmann,Frauenbeauftragte der Stadt Nürnberg

Die Stadt Nürnberg will außerdem eng mit Sport-, Musik-, oder Kulturvereinen zusammenarbeiten, um die Menschen in den Vereinen für LGBT-Belange zu sensibilisieren.

Gegen den Vorwurf, die Städte würden sich durch den Beitritt zum Netzwerk vor allem mehr Touristen und dadurch finanzielle Vorteile sichern, wehrt sich Juul Van Hoof, Gründerin der Rainbow-Cities-Network, entschieden. Laut ihr liegt der Fokus der Kampagne ganz wo anders.

"Unser Fokus liegt auf der Verbesserung der Lebenssituation von LGBT-Menschen, die in der jeweiligen Stadt leben. Natürlich hat das auch einen indirekten Einfluss auf die LGBT-Touristen. Wenn die Stadt für die LGBT-Bewohner sicher ist, dann ist es auch für LGBT-Touristen sicher. Aber bei uns geht es nicht um Stadt-Marketing oder Tourismus-Strategien. In unserer Kampagne geht es um Regeln für die Verbesserung der Krankenversicherung oder Sicherheit in den Schulen oder auf den Straßen oder zur Verbesserung der Lebenssituationen der Älteren LGBT-Menschen oder die mit Behinderungen."

Juul Van Hoof, der Gründerin der Rainbow-Cities-Network

Sendung: Filter, 9.10.2017 - ab 15 Uhr

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