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eSport wird in Norwegen Schulfach Dota 2 im Klassenzimmer

Für Gamer geht ein lang ersehnter Traum in Erfüllung geht: Zocken wird zum Schulfach! Zumindest an einer Schule in Norwegen. Dort steht ab Mitte August eSport auf dem Lehrplan – mit ungewöhnlichen Inhalten.

Von: Daniela Woytewicz

Stand: 16.01.2016 | Archiv

ESports: Spieler bei IEM in Köln | Bild: ESL/Helena Kristiansson

Stellt euch vor, ihr hättet im Unterricht Games zocken können. Stundenlang. Dieser Traum wird nun für einige Schüler erfüllt: Ein norwegisches Gymnasium will ab Mitte August zum ersten Mal eSports als Wahlfach anbieten. Im Unterricht sollen die Schüler lernen, als Team zusammen zu spielen und durch das Training so gut werden, dass sie reif sind für eine Karriere im eSports-Sektor.

Dafür fallen auf der "Garnes Vidaregåande Skule" in Bergen keine anderen Fächer aus. Ganz im Gegenteil: Es kommen neue Inhalte oben drauf. Denn das norwegische Gymnasium bietet den Schülern eSport als zusätzliche Alternative zu anderen Wahlsportfächern an. Handball und Fußball gibt es schon – Games zocken kommt nun hinzu. Laut der Website dotablast.com geht es für die Schüler im neuen Schuljahr 2016/17 mit dem eSport-Unterricht los. In fünf Unterrichtsstunden pro Woche sollen 30 Schüler in einer extra dafür eingerichteten Klasse gemeinsam unterrichtet werden.

Schüler entscheiden, was gespielt wird

Was in den fünf Unterrichtsstunden genau gezockt wird, weiß die Schule noch nicht. Es sollen aber zwei Games pro Schuljahr angeboten werden. Aktuell können die Schüler darüber abstimmen, welche zwei Spiele auf den Lehrplan kommen, wobei bisher "Dota 2", "League of Legends" und "Counter-Strike: Global Offensive" als Vorschläge auf dem Wahlzettel stehen. Es geht folglich mehr in die Richtung der Strategie- und Taktik-Games. Der zuständige Projekt-Leiter, Petter Grahl Johnstadt, sagte aber im Interview mit dotablast.com, dass er anderen Vorschlägen offen gegenüber steht. Die zwei Spiele mit den meisten Stimmen würden am Ende das Rennen machen.

Ohne Teamwork geht nix

Wie bei einem klassischen Unterrichtsfach werden auch die Schüler in Form von Tests benotet. Dabei wird neben den spielerischen Fähigkeiten der Umgang mit Strategie und Taktik bewertet, aber vor allem auch die Teamfähigkeit und die Kommunikation der Gamer.

"First of all, our students have to focus on each other as a team. Our focus is not only on the mechanics of the game, but also on how a team works, theory regarding motivation as a professional gamer and, last but not least, teamwork."

Projektleiter Petter Grahl Johnstad auf dotablast.com

Doch im eSport-Unterricht wird nicht nur vor dem Bildschirm gedaddelt – sondern auch heftig geschwitzt. Zusätzlich zum Zock-Programm gibt es obendrauf 90 Minuten Athletik-Training, eine Ernährungsberatung und spezielle Übungen, die die Reflexe der Spieler verbessern sollen.

"In addition to the obligatory physical education subject, the student will have 90 minutes of training orientated towards their specific sport, for example training of reflexes, general body strength and endurance."

Projektleiter Petter Grahl Johnstad auf dotablast.com

Das sei neben den psychischen Fähigkeiten der Spieler extrem wichtig, findet Johnstad. Er sagt, nur wenn der Körper fit ist, schafft es ein Gamer, sich über eine lange Zeit zu konzentrieren. Und das entspricht auch der Realität im eSport: Auf Profi-eSport-Turnieren kann eine Session schon einmal bis zu zwölf Stunden dauern. Und die Turniere gehen meist über mehrere Tage. Langfristig möchte die norwegische Schule mit dem eSports-Unterricht ein professionelles Team aufbauen, das an nationalen Wettbewerben und später auch weltweit an Turnieren teilnimmt.

Profi-Karrieren enden meistens mit 25 Jahren

Esport hat sich in den letzten Jahren professionalisiert, wenn ein Gamer oben mitzocken will, muss er früh investieren. Mit 25 Jahren ist oft Schluss mit der Profi-Karriere, weil die Reflexe nachlassen und das Gehirn es nicht mehr schafft, intuitiv auf die sekündlichen Attacken vom Gegner zu reagieren. Deswegen werden die meisten Gamer im Alter von 17 Pro-Gamer. Letztes Jahr hat sogar ein 15-Jähriger ("Suma1L") das bisher höchstdotierte Dota-2-Turnier „The International" zusammen mit seinem Team "The International" im US-amerikanischen Seattle gewonnen – und 1,2 Millionen US-Dollar mit nach Hause genommen.

Wer die Kids im eSport unterrichten wird, hat das norwegische Gymnasium bisher noch nicht bekannt gegeben – die ersten Bewerbungsgespräche mit Lehrern laufen jedoch bereits, sagt Johnstad. Neben den ausgewählten Fachkräften plant die Schule auch Skype-Schalten zu Profis aus anderen Ländern.

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