DENA Lights, Camera, Action 02:39 min

Weniger Trash, mehr Glam und R'n'B: so klingt "Light, Camera, Action" im Vergleich zu den älteren Tracks von DENA. Eigentlich kommt die Musikerin aus Berlin, diese Single ist aber in New York aufgenommen worden.

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Webdoku "Sweatshop - Deadly Fashion" Wenn Modeblogger auf Textil-Sklaven treffen

Diese Doku ist außergewöhnlich: Eine norwegische Zeitung schickt drei junge Modeblogger in eine Textilfabrik nach Kambodscha. Was sie dort sehen, bringt sie an ihre Grenzen. Der Regisseur von "Sweatshop - Deadly Fashion" erzählt.

Von: Vanessa Schneider und Julia Menger

Stand: 22.01.2015

Szene aus "Sweatshop-Deadly Fashion" | Bild: aftenposten.no

Anniken, Frida und Ludvig sind 17 bis 21 Jahre, kommen aus Norwegen und lieben Mode. Für die Webdoku "Sweatshop - Deadly Fashion" schickte die norwegische Tageszeitung aftenposten die drei nach Kambodscha. Ihr Auftrag: Arbeitet in den Textilfabriken, die eure Lieblingsklamotten herstellen. Herausgekommen ist eine Dokuserie, die bis heute über 1,5 Millionen mal angeschaut wurde. Sowohl in Norwegen als auch in anderen europäischen Ländern löste die Doku große Diskussionen über die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie aus.

Joakim Kleven ist der Regisseur der Doku. Der Norweger ist ebenfalls Blogger und selbst erst 22 Jahre alt. Was ihn auf der Reise am meisten bewegt hat, erzählte er uns im Interview.

PULS: Was war das Konzept hinter eurer Dokuserie "Sweatshop - Deadly Fashion"?

Joakim Kleven: Teenager in Norwegen geben eine enorme Menge Geld für Klamotten aus, aber niemand weiß, wer das alles herstellt. Mit der Serie wollten wir diesen Denkprozess anstoßen. Die Verhältnisse in der Mode- und Bekleidungsindustrie sind ein Dauerthema, das uns alle angeht, weil jeder von uns Klamotten kauft. Wir wollten die Leute dazu bringen, zu reagieren. Und das haben sie getan!

Ihr habt in Kambodscha gedreht. An was erinnerst du dich am besten?

Joakim Kleven, Regisseur der Webdoku "Sweatshop - Deadly Fashion"

Ich erinnere mich an Momente, in denen ich als Regisseur hinter der Kamera stand und geweint habe. Aber an eine Situation erinnere ich mich am besten: Anniken, Frida und Ludvig haben eine Nacht bei Sokty gewohnt, einer Arbeiterin aus einer Textilfabrik. Als die Kameras aus waren, haben sie der jungen Frau ein Geschenk aus Norwegen gegeben, eine Seife und eine norwegische Schokolade. Sokty fing an zu weinen und sagte uns, dass sie sich sehr über das Geschenk freue, weil es das einzige Geschenk sei, das sie je in ihrem Leben bekommen hätte. Und sie war 25 Jahre alt. Wenn man so etwas hört, realisiert man erst, dass etwas falsch läuft. Viele Menschen in Kambodscha arbeiten in der Textilindustrie, alleine in der Hauptstadt Phnom Penh eine halbe Million. Und sie verdienen nur 100 Dollar im Monat. Das ist doch verrückt!

Wie haben die Jugendlichen auf die Situation in Kambodscha reagiert?

Für die Teenager war es sehr hart, all die Geschichten zu hören. Das kann man auch in der Dokumentation sehen. Sie waren sehr geschockt, dass die großen Modemarken den Arbeitern so wenig Lohn zahlen und in vielen Fabriken miserable Arbeitsbedingungen herrschen.

Wie war es für dich, die Menschen zu sehen, die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen?

Erst einmal war es extrem schwierig, überhaupt in irgendeine Fabrik hinein zu kommen. Die einzige Fabrik, die uns reingelassen hat, war eine der besten in Kambodscha, aber auch die war nicht ok. Es war sehr heiß da drin, es gab kein Toilettenpapier auf den WCs und die Stühle, auf denen die Näherinnen und Näher sitzen mussten, waren extrem unbequem. Einige Arbeiter haben uns erzählt, dass Soldaten während ihrer Schicht schon hinter ihnen gestanden und sie zum Nähen geprügelt hätten, so sehr, dass einige von ihnen ohnmächtig wurden.

Die Dokumentation hat einige Wellen ausgelöst. Was ist danach passiert?

Sehr viele Leute haben die Serie geteilt, was dazu geführt hat, dass ein paar Bekleidungsunternehmen sich sehr unter Druck gesetzt fühlten, etwas an den Bedingungen zu ändern – vor allem eine der größten Modeketten: H&M. Anniken hat nach ihrem Kambodscha-Aufenthalt über ihre Erlebnisse gebloggt. Unter anderem schrieb sie, dass sie gerne jemanden von H&M treffen würde. Es war natürlich nicht leicht, ein Meeting zu arrangieren, aber letztendlich hat es geklappt und sie erzählte den H&M-Vertretern von ihren Erfahrungen in Kambodscha und was das Unternehmen ihrer Meinung nach besser machen sollte. Und während die Serie lief, wurden die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie hier im norwegischen Parlament thematisiert.

Hattest du das erwartet?

Ich hätte nicht gedacht, dass es so groß werden würde. Aber natürlich wollten wir mit der Serie etwas verändern. Tatsächlich hat sie jetzt über 1,5 Millionen Views. Und in Norwegen leben nur fünf Millionen Menschen. Die Filme haben auch in Spanien, Belgien, Mexiko und Argentinien Diskussionen ausgelöst. Und hoffentlich wird sie das auch noch in Deutschland. Jetzt sind die großen Textilkonzerne in der Verantwortung, daran etwas zu ändern. Die Menschen haben gesprochen, sie akzeptieren die Bedingungen für die Textilarbeiter und die "deadly fashion" nicht mehr!

Schlagworte:
dokumentation
film
interview
Joakim Kleven
mode
umwelt
wirtschaft

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Samantha, Montag, 26.Januar, 11:33 Uhr

1. Arbeiter in bangladesch

ICh finde es meg schockiered das sie aRBEITERINNEN NUE !$ CENT DIE sTUNDE BEKOMMENDAS IST EINFACH VIEL ZU WENIG :::::

das kanns ja echt nicht sein das muss sich doch ändern wir als Leute denen es gut ght wir müssen den Leuten doch helfen !11111
Macht doch mal die Uagen auf