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Spielwiese // Träume Expeditionen ins Lummerland

PULS-Reporter Ralph Glander träumt oft und viel. Nur nicht klar. Noch nicht. Aber er würde gern. In sogenannten luziden Träumen ist sich der Träumende darüber im Klaren, dass er gerade träumt. Ralph wagt den Selbstversuch.

Von: Ralph Glander

Stand: 14.10.2014

Das Phänomen Klartraum wird immer populärer. In der Wissenschaft, aber auch in der Popkultur. Die aktuelle Spielwiese wird traumhaft: Wir spüren der Bedeutung des Traums in Filmen nach und sprechen mit ausgewiesenen Traum-Profis. Und PULS-Reporter Ralph Glander macht den ersten wichtigen Schritt, um rechtzeitig zur Sendung ebenfalls zum Klarträumer zu werden: Er führt ein Traumtagebuch.

Tag 1

Das fängt ja traumhaft an: Der erste Traum, den ich in mein Aufnahmegerät quatsche, ist von eher unangenehmer Natur. Leider kann ich nicht mehr wirklich rekonstruieren warum. Ich erinnere mich nur an einen dichten Wald. Ich irre planlos durch das Dickicht. Ich finde eine Lichtung, in der eine Hütte steht. Wobei – für eine Hütte ist das Ding eigentlich viel zu groß. Es fühlt sich aber wie eine Hütte an. Reingehen möchte ich nicht. Auf gar keinen Fall. Eine subtile aber greifbare Bedrohung kriecht durch das mich umgebende, mich einengende Geäst. In der Hütte geht ein Licht an. Die grob skizzierte Silhouette eines großen Kopfes erscheint. Das gibt mir den Rest. Ich wache auf.

Tag 2

Ein Motiv, das immer wieder in meinen Träumen vorkommt: Ein gigantisches Hotel in Suburbia. Vielleicht aber auch im Nirgendwo oder in einer eklektischen Supermetropole. Genau kann ich es nicht sagen. Wie immer. Hotels oder zumindest hotelartige Gebäude tauchen eigentlich ständig in meinen Träumen auf. Letzte Nacht war es also wieder so weit. Ich irre durch unendlich lange, verlassene Hotelgänge und traue mich nicht, eine der zahlreichen Türen zu öffnen. Der nächste Gang ist noch länger, doch ich schaffe es zum Ende des Ganges, gehe um die Ecke und bin plötzlich in einer Art riesiger Lobby – gefüllt mit Menschen, die ich kenne. Oder auch nicht. Eine Frau in einem gut sitzenden Anzug stellt sich neben mich. Sie gibt mir eine antiquierte Fotokamera. Ich betrachte die Frau genauer – sie ist jemand, den ich vielleicht mal kannte. Vielleicht jemand, den ich immer noch kenne. Entfremdung und diffuse Vertrautheit. Ich wache auf.

Tag 3

Eine Baustelle? Ernsthaft? Warum hab ich als Setting diese Nacht eine Baustelle vor die Traumnase gesetzt bekommen? Aber da war sie. Und ich soll irgendwas erledigen. Jedenfalls hab ich ein schwer auf meinem Gemüt lastendes Gefühl der Verantwortung. Zwei Frauen geben mir einen Auftrag: Auf der Baustelle kann offenbar erst wieder gearbeitet werden, wenn ich irgendetwas besorgt habe. Aber was? Auch davon habe ich keine Ahnung. Ziellose Mission ins Nirgendwo. Dahin, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und dann vermutlich eher nicht von Baustellen-Missionen träumen.

Ich wache auf und treffe mich kurze Zeit später mit dem Klarträumer Simon Rausch aus Trostberg. Er hat die Fähigkeit, seine Träume zu kontrollieren. In unserem Gespräch erzählt er mir unter anderem davon, wie sein erster Klartraum ablief, wie man sich kreative Ideen aus Träumen für den Alltag holt und warum Klarträume mehr Spaß bereiten als Videospiele.

Tag 4

Urlaub. Den brauchen wir alle immer mal wieder. Und wenn es nur im Traum ist. Leider ging dieser Ausflug in eine mir unbekannte Stadt des Grauens gehörig daneben. Wenig überraschend hänge ich mal wieder in einer Art Hotel fest. Ein gigantischer Komplex, in dem unübersichtlich viele "Gäste" wuseln. Bin ich Gast oder doch Gefangener? Meine Zimmertür ist zunächst verschlossen. Plötzlich finde ich mich aber in der "Lobby" wieder. Es ist unsagbar heiß, die Menschen um mich herum sprechen eine mir unverständliche Sprache. Hinter dem Rezeptionstresen ist eine zwergartige Frau, die scheinbar irgendein Problem mit mir zu haben scheint. Denn sie beginnt, mich hysterisch in gutturalen Lauten anzuschreien und wüst in meine Richtung zu gestikulieren. Ich muss hier raus. Sofort. Irgendwie schaffe ich es auch. Zusammen mit einer anderen Person. Offenbar ein Leidensgenosse. Wir rennen, die nackte, beißende Angst in unseren Nacken, durch die leeren Straßen. Plötzlich ein Abgrund. Nein. Eine Art Sanddüne. Mein Traumfreund springt hinab. Ich nicht. Der Wecker klingelt.

Tag 5

Na endlich mal ein versöhnlicher Traum. Viel weiß ich leider nicht mehr. Wichtig ist nur: Ich habe jemanden geküsst. Ja, das macht auch im Traum Spaß. Auch wenn man danach keine Ahnung mehr hat, wer es eigentlich war. Auf jeden Fall war es auf einer Party. Oder auf einer Hochzeit? Vielleicht auch bei einer Kaffeefahrt. Egal. Das Setting ist mir nicht mehr greifbar. Der Traum hat mich allerdings wesentlich besser in den Tag starten lassen als die zwergartige, schreiende Rezeptionistin aus der Nacht zuvor. So kann es weitergehen. Am nächsten Abend nehme ich mir vor dem Einschlafen fest vor, wieder einen ähnlichen Partytraum zu haben. Ich schließe die Augen, konzentriere mich so intensiv ich kann und plötzlich…

Mehr Einträge aus dem Traumtagebuch von PULS-Reporter Ralph Glander könnt ihr in der nächsten Spielwiese hören: Am Samstag den 18. Oktober ab 18.00 Uhr (Wiederholung: Sonntag, 19. Oktober ab 12 Uhr).

Schlagworte:
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Sebi, Donnerstag, 23.Oktober, 23:56 Uhr

1.

Ich finde die Umsetzung solcher Reportagen, Beiträge u. ä. immer sehr schwach und lächerlich weil zu viele Leute einige Begriffe falsch erklären (nur die Reporter, moderatoren,...) und einen auf alles verstanden machen, obwohl sie nur einen Ansatz des gesamten Themas mitbekommen haben.