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Spielwiese // Open Source Bitte freimachen!

Software, Seife - und dann die ganze Welt: Open-Source-Aktivisten übertragen die Idee von offenen Programmen in die analoge Welt. Ihr Motto: Open Source Everything - aber kann das wirklich funktionieren?

Von: Christoph Gurk

Stand: 13.01.2014

Wissen ist Macht - nur darf auch im Informationszeitalter nicht jeder daran teilhaben: Baupläne werden genauso von Patenten und Urheberrechten geschützt wie Rezepte, Schaltkreise, Formeln, Kompositionen oder Kunstwerke. Die Gedanken sind zwar frei - die Ideen aber nicht. Denn jahrzehntelang galt: Wer sie besaß, dem gehörten sie auch.

Die Open Source Bewegung

Dagegen regt sich seit den 80ern Widerstand: Erst waren es nur freie Quellcodes, doch längst ist die Idee von Open Source auch in die analoge Welt geschwappt. Aktivisten stellen Rezepte für Seife ins Netz, genauso wie Baupläne für Traktoren, Wohnzimmermöbel und Häuser. Gemeinsam tüfteln sie über das Internet an Open-Source-Autos und sogar Satelliten. Sie sind überzeugt, dass sich der Erfolg der quelloffenen Software auch auf die Hardware übertragen lässt - Kritiker dagegen fürchten das Ende von Innovation und der Marktwirtschaft wie wir sie kennen.

Die Auswirkungen der Bewegung

Die Spielwiese fragt darum: Ist Open Source der Schlüssel zur einer Schatzkiste - oder zur Büchse der Pandora? Ist das der Anfang einer besseren und gerechteren Welt? Und: Wie könnte diese aussehen?

Kann man heute überhaupt ein Leben abseits von Patenten und Copyrights führen? Um das herauszufinden, hat Sam Muirhead ein Experiment gestartet: Ein Jahr lange lebte der gebürtige Neuseeländer in Berlin ausschließlich Open Source. Im Interview erzählt er, wieso Seife kochen gar nicht so schwer ist - und warum er froh ist, wieder ins Kino gehen zu dürfen.


Kaum ein Geheimnis soll besser gehütet sein, als das Rezept von Coca Cola. Die Macher von "Mier" haben den entgegengesetzten Ansatz: Sie verkaufen Bier mit Mate - das Rezept dazu verschenken sie aber im Netz. Fabricio do Canto erklärt, wieso sich das lohnt, und warum Offenheit ein Verkaufsargument sein kann.


Wie könnte eine Welt aussehen, in der es keine Patente gibt? In der Wissen, Baupläne oder Rezepte genauso frei zugänglich sind wie Wikipedia-Artikel? Lars Zimmermann hat eine Agentur für Open Source und berät mit ihr Unternehmen. Er sagt: Open Source ist für viele Firmen interessant - und obendrein der Schlüssel zu einer besseren Welt.

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