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Junge Literatur Wie wird man Autor?

Junge Autoren haben es nicht leicht - denn ein guter Text ist heute erst der Anfang eines langen Wegs durch den Bücherdschungel. PULS gibt einen Wegweiser und fragt: Wie geht(s) junge(r) Literatur in Deutschland?

Von: Christoph Gurk

Stand: 30.07.2014

Zuerst die gute Nachricht: Literatur in Deutschland lebt. Und wie. Über 200 Bücher kommen in Deutschland neu auf die Ladentische - jeden Tag. Und dank eBooks, Selfpublishing und Internet kann jeder seine Texte mit ein paar Mausklicks der Welt präsentieren.
Die schlechte Nachricht: Es war auch noch nie so schwer, als junger Autor Aufmerksamkeit zu bekommen - vom Leser, vor allem aber auch von Verlagen und Agenturen. Debütanten müssen heute nicht nur schreiben können, sie sollen am besten auch Verkaufstalent haben, einen spannenden Lebenslauf, eine Fangemeinde und ein dickes Fell.

Trotzdem nehmen junge Autoren den langen Weg zum Traum vom eigenen Buch auf sich - aber: Lohnt sich die Mühe? Kann man vom Schreiben leben? Wie bekommt man einen Verlag? Wie eine Agentur? Und vor allem: Wie schreibt man eigentlich ein Buch?

Axel Roitzsch - der Neuling

Letztes Jahr ist Axel Roitzsch noch als Nachwuchsautor bei der PULS Lesereihe aufgetreten - jetzt hat er seinen ersten Roman "Der Redner" rausgebracht. Dabei war Axel im Deutschunterricht immer schlecht, erst im Studium entdeckte er seine Lust am Erzählen. Das Schreiben brachte er sich selbst bei, doch um zwischen zwei Start-Ups, Sport und Sozialleben überhaupt Platz dafür zu finden, musste Axel abhauen - die Zeit und Inspiration für "Den Redner" fand er in Nepal. Wir haben Axel zu Hause besucht.

Fabian Hischmann - der Ausgezeichnete


Mit seinem ersten Buch "Am Ende schmeißen wir mit Gold" wurde Fabian Hischmann gleich für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Liegt sein Erfolg daran, dass er in Hildesheim und Leipzig Literatur studiert hat? Vielleicht - doch Schreiben, sagt Fabian, kann man eigentlich nicht lernen. Und leben kann er trotz positiver Kritiken und viel Aufmerksamkeit nicht davon, sagt er im Interview.

Patrick Baumgärtel - der Förderer

Schoneburg heißt die Agentur, die Patrick Baumgärtel gegründet hat. Er will speziell jungen und unbekannten Autoren dabei helfen, einen Buchvertrag zu bekommen - denn bei großen Verlagen und Agenturen haben sie kaum noch Chancen. Ein guter Autor, sagt er, muss dafür aber auch mehr mitbringen als ein Manuskript: Wer heute Schriftsteller werden will, muss auch gut vorlesen können und vor allem auch Kritik aushalten.

Stellwerck Verlag - die Literaturliebhaber

30 Buch-Manuskripte bekommt der Stellwerck Verlag in Würzburg jeden Monat zugeschickt. Dass sie alle gelesen und diskutiert werden, ist nur möglich, weil die MacherInnen zwar für ihren Verlag leben, aber nicht von ihm. Im Interview erzählen Christine Ott und Michael Pfeuffer, wieso bei großen Verlagen die Marktstrategie oft mehr zählt als der Text, wieso junge Autoren für sich Werbung machen müssen und warum es heute überhaupt noch neue Bücher braucht.

How To - Wegweiser und Tipps zum Bücherschreiben

Studieren: Wer Schreiben von Grund auf lernen will, kann das in einigen wenigen deutschen und deutschsprachigen Universitäten tun. Die Bewerberzahlen sind jedoch meist hoch und nur ein Bruchteil bekommt am Ende auch einen der begehrten Plätze.

Probieren: Wer abseits von Unis Förderung und erste Erfahrungen beim Schreiben sammeln will, für den gibt es auch in Bayern gute Angebote. Zum Beispiel hier:

Ernst machen: Wer dann schon ein Buch oder einen Text in der Tasche hat, der kann sich damit auch bei Agenturen oder Verlagen bewerben. Das Angebot ist dabei groß und von Buchart, Genre und Zielpublikum abhängig. So vertreten manche Agenturen keine Science-Fiction-Autoren, andere nur Sachbuchautoren, wieder andere nur Jugendbuchautoren. Das gleiche gilt für Verlage. Allgemein gilt aber: Seriöse Agenturen arbeiten mit einem Erfolgshonorar, das heißt, sie bekommen erst bei erfolgreicher Vermittlung einen Teil des Honorars. Und für Verlage ist die Regel: Gute Verlage zahlen ihre Autoren - nicht umgekehrt.


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