Kammerflimmern mit LCAW - Munich Disco fürs neue Jahrtausend 00:54 min

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Folter in "Grand Theft Auto" Warum ich "GTA V" nicht mehr weiterspielen kann

Zuerst fand unser Endboss Fränzn "GTA V" grandios. Aber dann muss seine Spielfigur einen unschuldigen Mann foltern - zehn Minuten lang, sehr realistisch. Seitdem fragt er sich: Warum schmeißen nicht mehr Leute den Controller weg?

Von: Franz Liebl

Stand: 20.09.2013

Folterszenen aus GTA V | Bild: Rockstargames

Los Santos. Was für eine Kulisse für ein Game! In dieser riesigen virtuellen Stadt kann ich jederzeit ein paar Runden mit meiner Karre drehen - vom Vespucci Beach über Vinewood in den Hügeln bis ganz hoch in die Berge. Mit meinem Lieblingssender im Autoradio dem Sonnenuntergang entgegen.

Und zu Beginn habe ich diese grenzenlose Freiheit auch noch voll genossen: Ich bin ins Kino und habe mir Kunstfilme angesehen, ich habe Yoga zur Entspannung gemacht und bin Schwimmen gegangen. "Grand Theft Auto V" ist Shooter, Rennspiel, Flugspiel, Golfspiel, Tennisspiel, Schleichspiel und Wirtschaftssimulation. Die Spielwelt und ihre Möglichkeiten haben mich überwältigt. Da hat es mich noch nicht mal so sehr gestört, dass sich "GTA V" spielt wie seine Vorgänger. Beim Gameplay hatten die Macher keinen Mut zur Veränderung. Dem Action-orientierten Open-World-Genre haben sie nichts Neues hinzugefügt.

Dafür hat mir die beißende Kritik an der amerikanischen Popkultur gefallen, die sich durch das ganze Spiel zieht. Das game-interne Facebook heißt "LifeIntruder" und dessen Boss gibt auf einer Keynote offen zu, dass er die Welt beherrschen will. Die Casting-Show "Fame or Shame" läuft schon in der 14. Staffel. Und mein virtueller Sohn zockt den ganzen Tag nur Ego-Shooter und brüllt vulgäre Beschimpfungen in sein Headset.

Trevor ist ein übler Charakter. Aber ich muss ihn spielen

Dann kommt aber der dritte Hauptcharakter ins Spiel: Trevor. Trevor ist White-Trash-Abschaum der übelsten Sorte. Er ist cholerisch, unberechenbar, gewalttätig, psychopathisch - ein richtiges Arschloch, der amerikanische Albtraum. Ich habe ihn von der ersten Sekunde an gehasst. Und von wegen absolute Freiheit. Ich werde von "GTA V" gezwungen, mit diesem Charakter zu spielen. Sonst geht die Story nicht weiter. Und die Story ist für mich immer noch der Hauptgrund, ein Grand-Theft-Auto-Game zu spielen.

Aber mit Trevor wird die Gewalt, die es in diesem Game zuhauf gibt, zum Selbstzweck. Menschen ins Gesicht schießen, weil sie ihn schief angekuckt haben - das ist sein Spaß. Doch damit wäre ich noch klar gekommen, weil ich irgendwie kapiere, dass ich hier eine Karikatur des amerikanischen Traums spiele. Vielleicht ist Trevor sogar die Karikatur eines GTA-Spieler-Klischees, der im Game nur rumläuft, um wahllos Passanten zu erschießen.

"GTA V" zwingt mich, einen unschuldigen Menschen zu foltern

Aber der absolute Tiefpunkt kommt nach ungefähr 16 Stunden Spielzeit: Trevor foltert für den spielinternen Geheimdienst FIB einen unschuldigen Menschen. Und ich als Spieler werde dazu gezwungen, das auszuführen. Während ich mir noch denke, "ich kann doch nicht diesen wimmernden Typen foltern", wird mir klar: Genau das verlangt "GTA V" von mir. Ich habe noch nie zuvor etwas verstörenderes, abstoßenderes und krasseres gespielt. Schlimmer noch: Ich musste es spielen, weil ich sonst in der Story nicht weiterkomme!

Und so sieht der Horror aus: Ich muss dem vor Todesangst wimmernden Gefangenen mit einer Rohrzange die Kniescheiben zerschlagen, ich muss Strom an seine Brustwarzen anlegen, ich muss seine Zähne mit einer Zange ziehen und ich muss ihn waterboarden. Das alles mit entsprechenden Knöpfen auf dem - Achtung, unfreiwillige Ironie - Joypad. Zum Beispiel das Zähneziehen: Mit gehaltener R1-Taste die Zange ansetzen und den Zahn dann mit Kreisbewegungen des Steuerungssticks herausziehen. Das dauert quälende 30 Sekunden.

Verstörend, abstoßend, krass

Natürlich kann man diese Szene als Kritik an den Folterpraktiken amerikanischer Geheimdienste sehen. Aber die Macher haben für diese Interpretation nur wenige Andeutungen geliefert. Es ist zum Beispiel eben genau die White-Trash-Figur Trevor, die hier foltert - also der amerikanische Abschaum. Außerdem sagt der FIB-Agent während des Waterboardings: "Mach nicht zu krass, es ist zwar legal, aber er könnte ertrinken." Und als das Folteropfer wimmert: "Es ist ein Albtraum!", spürt man schon: Hier wird der gesamte amerikanische Traum zum Albtraum.

Sieht so Kritik an Folter im Medium Videospiel aus?

Aber muss das sein? Sieht so eine kritische Auseinandersetzung mit Folter im Medium Videospiel aus - dass ich selbst auf brutalste Weise foltern muss, nur um zu spüren, wie krass das ist? Und werden die Spieler wirklich auf einmal Abscheu gegen Folter empfinden, wenn ihnen der Rest des Videospiels ständig ein gutes Gefühl vermittelt beim Schießen und Prügeln und dem ganzen Gangsta-Scheiß? Um die kritischen Untertöne der Folterszene überhaupt erkennen zu können, muss man in den letzten Jahren schon sehr viel Zeitung gelesen haben. Ich habe trotzdem dabei gezittert, mir war schlecht vor Ekel. Ab da hatte ich null Bock mehr auf "GTA V".

Als der Horror vorbei war, stand meine Figur wieder draußen am Straßenrand und ich war völlig fertig. Ich bin auf dem Gehsteig sinnlos hin und hergelaufen. Ein vorbeifahrender Radfahrer hat mich angebrüllt: "Get out the fucking way!" Du hast Recht, habe ich mir gedacht. Es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht. Ich werde nicht mehr nach Los Santos zurückkehren. Diese Freiheit kann mir "GTA V" nicht nehmen.

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huso, Dienstag, 09.September, 01:02 Uhr

128. SUFTKOR3

Digga wasn bei dir los??? geh lieber mal Zuckerwatte im Keller foltern du Nugatstulle

Die Welt ist in einigen Teilen der Erde ungerecht, brutal und scheisse falls du es noch nicht bemerkt hast....

Vielleicht bin ich schon zu abgebrüht, aber dann schau dir mal Martyrs an, warscheinlich wirst du dann traumatisiert in die Geschlossene eingeliefert

Gruss der Realgott

Kolloid, Sonntag, 17.August, 10:32 Uhr

127. Spiel und Realität

Das dieses Spiel nichts für schwache Nerven ist, sagt uns doch schon die einstufung ab 18. Sicher, diese Folterszenen sind schon auf einem eigenen Level, aber es ist und bleibt ein Spiel. Man muss sich nur des Unterschiedes bewusst sein. Diese Szene war auch ein gefundenes fressen für jornalistische Kritiker, die dieses Meisterwerk nur an dieser Szene in den Sumpf gezogen haben.

Ich hab zwar keine Beweise dafür, aber mit Sicherheit werden solche Foltermethoden irgendwo auf der Welt tatsächlich praktiziert allerdings ändert sich nichts wenn ich die Augen davor verschließe bzw. das Gamepad aus der Hand lege..

Sich selbst durch sowas jetzt als Gutmensch zu profilieren..wow klasse Leistung. Kann dir ein paar gut Barbie-Spiele empfehlen von meiner kleinen Tochter.

Tom, Freitag, 15.August, 08:11 Uhr

126. Nicht der Meinung !!

Ich finde es immer wieder lächerlich zu hören wie sich Leute die dieses Spiel gekauft haben sich darüber teilweise aufregen über eine Spiel zehne die etwas übertrieben für sie scheint, gta ist nun mal einer der brutalsten spiele, und das sollte man beachten, und sich darauf einstellen das auch mal Sachen mit dabei sind die nicht unbedingt zu einer Normalität spricht! Ich mein das ist nicht umsonst ein 18+ Titel ! Und man sollte wen man sich über eine zehne aufregt gründlicher darüber nachdenken was man da gekauft hat, und ein Spiel so wie GTA nehmen wie es ist!

Dennis, Freitag, 27.Juni, 11:23 Uhr

125.

Ich glaube der Verfasser hat Trevor nicht ganz verstanden

Jimbo-Joe, Montag, 23.Juni, 13:12 Uhr

124. Folterszene

Ich weiß nicht wann, die letzten Kommentare eingegangen sind, aber bei diesen stupiden und sinnlosen Kommentaren die ich hier lesen musste will ich auch meinen Senf dazugeben, da ich den TE sehr gut verstehen kann.

Gerade der 1. Kommentar von Mr.DieWahrheit, über andere zu Urteilen ohne genauere Informationen über eine PErson zu haben und Ihm Heuchelei vorwerfen, gut, as machst du denn gegen Folter? Fährst du nach Guantanamo?, überweist n Euro oder vielleicht interessiert es dich auch einfach nur einen Dreck, da es dich nicht trifft und in unserer Westlich Isolierten Welt alles Shiny ist.
Dann liest man desöfteren Aussagen á la:"tut mir leid das ich das hier so sage aber das ist NUR EIN SPIEL und nicht mehr"
Genau so sehe ich dies nicht, Leute/Menschen/NPC'S auf banale,-unrealistische weise zu eliminieren bleibt eine Sache, aber wie schon vorrangegangen Kommentiert, ist die Folterszene sehr realistisch und zieht keinerlei Konsequenzen nach sich.
Abgesehen davon, zieht das wahllose Morden abzüge mit sich und der Spieler wird bestraft, so tötet man zB einen Wahlosen NPC, zu 70% bekommt man ein Fahndungsstern, entkommt man nicht schnell genug, gibt es den 2. Stern wegen Fahreflucht, dann wird es noch schwieriger zu entkommen. in vielen Fällen endet es das man selbst stirbt, man bekommt Atributabzüge und verliert Geld, Je mehr Geld man besitzt umso mehr verliert man. Die Folterszene zieht wie gesagt keinerlei Konsequenzen nach sich.
Ich selbst habe auch versucht moralische Schwellen, ironie oder Botschaften zu entdecken, konnte mir aber keine zusammenreimen ohne meine Fantasie groß spielen zu lassen.

Und 1 noch, zu sagen das Spiel wurde nicht gemacht um Golfen zu gehen, Tennis zu spielen oder ein wenig zu Darten, da sollte man sich mal fragen warum diese Möglichkeiten ins Spiel implementiert wurden, als hier wahllos rumzuflamen.

Ich würd liebend gern noch merh schreiben, aber die Zeichen sind leider nur begrenzt.