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Games // The Room Three Wenn das Handy zur Rätselmatroschka wird

Schieben, drehen, drücken, wischen: Auch der dritte Teil der Rätselreihe "The Room" schafft es wieder eindrucksvoll, die Haptik eines Touchscreens perfekt zu nutzen. Die Rätsel sind gar nicht der Grund, warum man das Game spielt.

Von: Franz Liebl

Stand: 25.01.2016 | Archiv

Vor mir steht eine kleine goldene Standuhr. Ich betrachte sie von allen Seiten. Makellos, bis auf das fehlende Ziffernblatt. Da, wo es sein sollte, ist ein Loch. Die verzierte Kurbel, die ich bei mir trage, passt exakt. Ich drehe sie. Ein kleines Klicken, dann öffnet sich der Deckel der Uhr. Ich klappe sie auf. Unter einer Glasscheibe sind vier kugelförmige Öffnungen. Keine Ahnung, was da rein soll. An der Seite fährt ein winziges Türmchen hoch. Mit einer übernatürlichen Linse kann ich in den Miniaturturm quasi hineinschauen. Drinnen steht eine Art Safe.

Ich muss ein Zahnrad in eine Mechanik einfügen. Dafür löse ich ein kleines Verschieberätsel, ich brauche wieder die Kurbel dafür. Erneut ein Klicken und Knarzen. Oben auf der Standuhr öffnet sich eine kleine Schublade, aus der vier Kugeln fallen. Aber wie kriege ich die jetzt in die vier Öffnungen? Glückliches Grinsen auf meinem Gesicht. Kniffeln und Knobeln: Ich liebe die "Room"-Games einfach.

Mehr vom Gleichen ist genau das, was der "Room"-Gamer will

"The Room Three" bietet einfach mehr von dem, was man aus den Vorgängergames schon kennt. Rätselkistchen, die sich immer mehr aufklappen lassen und verschachtelte Mechaniken verbergen, die sich der kühnste Uhrmacher nicht ausdenken könnte. Ein "The Room"-Game ist immer so eine Art Rätselmatroschka. Aber genau das will ich von den "Room"-Games. Jedes Jahr ein paar neue Rätselräume gespickt mit kleinen Rätselkisten.

Die Rätsel sind nicht der Grund, warum man "The Room" spielt

Meine Begeisterung ist ungebrochen: Es gibt kaum ein Handygame, dass die Haptik des Touchscreens so perfekt ins Gameplay integriert wie "The Room Three". Ich schiebe, drehe, klappe, drücke, wische, manchmal sogar mit den Händen das Handy umklammernd, mit beiden Daumen. Ich habe nicht nur einmal das Gefühl, die kleinen Rätselkistchen tatsächlich in Händen zu halten. Das liegt auch am grandiosen Sounddesign. Jedes holzige Knarzen, jedes metallene Quietschen macht diese rätselhaften Maschinen noch lebendiger. Herrlich. Das ist der Grund, wieso man "The Room" spielt.

Denn die Rätsel selbst sind meist nicht der Rede wert. Ich probiere oft einfach nur herum und finde die Lösung dadurch schon irgendwie raus. Dabei fühle ich mich, als hätte ich einen Zauberwürfel in der Hand, den ich wieder und wieder drehen muss, um die Lösung zu finden. Und das fesselt mich auch bei "The Room Three" wieder stundenlang.

The Room Three (Fireproof Games // für Android, iOS)

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