Games // The Legend of Zelda: Breath of the Wild Von Frust zu Begeisterung

Zelda ist eine der bekanntesten Games-Reihen der Welt. Ein weiteres Zelda-Game: immer ein Highlight. Der neueste Teil aber sorgt bei PULS Gamer Fränzn erst einmal für Frust.

Von: Franz Liebl

Stand: 17.03.2017 | Archiv

The Legend of Zelda: Breath of the Wild | Bild: Nitendo

Ich hatte keinen guten Start mit dem neuen Zelda. Ich kam direkt von "Horizon: Zero Dawn", einem Open-World-Traum. Die Optik: eine der schönsten ever. Das Gameplay: superflüssige und zugängliche Action. Dagegen wirkt das neue "Zelda" grafisch trist. Und zugänglich ist hier gar nichts. Ich werde nämlich völlig alleingelassen. Held Link wacht nach 100 Jahren Dornröschenschlaf auf. Prompt kriegt er eine einzige Aufgabe: Besiege den bösen Ganon. Wie? Was? Wo? Das muss ich selber herausfinden. Ich muss hier alles selber herausfinden.

Bitte sag mir mal jemand, was ich hier tun muss!

Untypisch für ein "Zelda"-Game: Im neuen "Breath of the Wild" kann man bereits von Anfang an ziemlich viel. "Und jetzt schau mal, was du damit anstellst", scheint einem das Game hämisch entgegenzugrinsen. Ich war völlig überfordert und bin ständig nur getötet worden, ertrunken, erfroren oder abgestürzt. Die Spielwelt ist über alle Maßen groß, aber mir wird nicht gesagt, wohin ich gehen soll. Ich bin oft einfach ziellos herumgeirrt. Dann bin ich einen Turm hochgeklettert. Dadurch soll ein neues Gebiet auf der Weltkarte freigeschaltet werden. Aber ich musste frustriert feststellen: Es werden dadurch keine Ziele aufgedeckt, wie es bei allen anderen Open-World-Games Standard ist. "Was soll das alles?", dachte ich mir. Ich war kurz davor aufzugeben. Gut, dass ich es nicht getan habe.

Finde selbst heraus, was du hier tun kannst!

Denn dann hatte ich einen ganz besonderen Moment: Ein Aussichtssturm auf einem Berg ist von stacheligen Ranken umwunden. Ich möchte aber da hoch. Meine Axt kann den Ranken leider gar nichts anhaben. Vielleicht Feuer? Aber ich kann kein Feuer machen. Ich ziehe enttäuscht wieder ab. Stunden später finde ich zufällig einen Feuerstein. Also den langen Weg zurück zum Berg, mit der Axt Feuerholz gemacht und mit dem Feuerstein ein Feuer entzündet. Dann die Fackel ins Feuer gehalten. Plötzlich ein Windstoß. Mist, Feuer und Fackel gehen aus. Aber die Funken entzünden das trockene Gras um mich herum. Ich flüchte vor dem Flächenbrand, entzünde daran aber mutig die Fackel erneut und brenne die Ranken weg. Was für ein Aufwand, um ein paar Ranken wegzubrennen! Und was für ein tolles Gefühl, ihn betrieben zu haben!

Radikaler Gameplay-Ansatz sorgt für totale Begeisterung

"Breath of the Wild" will keine epische Geschichte erzählen, der man gemütlich folgt. Es ist ein gigantischer Abenteuerspielplatz, in dem es unglaublich viele scheinbar kleine Aufgaben gibt. Aber jede einzelne davon ist eine echte Herausforderung. Kreativität ist gefordert. Es gibt nämlich so gut wie keine Hilfestellung vom Spiel. Jedes zusätzliche Lebensherzchen, jedes noch so windige Upgrade meiner Kleidung, jede Waffe, jeder besondere Ort will hier hart erobert werden. Ich bin ständig am suchen, entdecken, nachdenken, kombinieren, ausprobieren, scheitern, sich vorbereiten - und das alles oft stundenlang für eine einzige Sache. Dieser radikale "Finde es selbst raus!"-Ansatz ist sehr mutig für eine so renommierte Mainstream-Serie. Mein anfänglicher Frust ist zu totaler Begeisterung geworden für "Breath of the Wild". Must-Have!

The Legend of Zelda: Breath of the Wild (Nintendo // für Switch, Wii U)

Schlagworte:
games
gamescheck