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Netzlexikon U wie USB-Standard

Der USB-Standard wird dieses Jahr 20 Jahre alt. Eingeführt, um Kabelchaos zu stoppen, brauchen wir ihn jetzt dringender denn je. Ein Stecker für alle Geräte - das wäre ein Traum. Einer der tatsächlich wahr werden könnte.

Von: Christian Alt

Stand: 23.08.2016

Netzlexikon zu USB | Bild: BR

Was ist eigentlich der USB-Standard?                    

Der USB-Standard sorgt dafür, dass jedes Gerät mit USB-Anschluss mit allen anderen kompatibel ist. Er ist die Standard-Vorlage für alle USB-Verbindungen. Wenn USB eine Autobahn wäre, dann gäbe der USB-Standard vor, wie schnell gefahren werden darf, wie breit die Fahrbahn ist, wie Ausfahrten aussehen müssen und so weiter. Die Erfinder brachten die erste USB-Vorlage 1996 auf den Markt, der Anschluss feiert also dieses Jahr Geburtstag.  

Und wer ist für den USB-Standard verantwortlich?

Erfunden wurde USB von den Schwergewichten der Computerindustrie: Compaq, Intel, HP, IBM, Microsoft und anderen. Die hatten Mitte der 90er die Schnauze voll von all den eigenentwickelten Anschlüssen. Deshalb steht USB auch für Universal Serial Bus, er sollte das Stecker- und Verbindungschaos beseitigen und einen Anschluss für alle liefern. Und tatsächlich: USB hat sich schnell als DER Standard-Anschluss durchgesetzt. Heute wird fast jede Festplatte, jede Kamera und jedes Handy per USB angeschlossen. Fast.

Was ist dann mit meinem Macbook? Das hat doch einen ganz anderen Stecker?

Apple war früher noch total für USB-Anschlüsse. In den 90ern waren iMacs die ersten Computer, die auf USB gesetzt haben. Aber: Apple macht eben auch gern sein eigenes Ding. Wie der Coole auf dem Pausenhof, hat Apple keine Lust bei den anderen mitzuspielen. Also haben sie zusammen mit Intel einen Konkurrenzstandard entwickelt: "Thunderbolt". Der kann neben Daten auch Audio und Video übertragen. Apple hat Thunderbolt entwickelt, weil sie mit der Geschwindigkeit von USB nicht mehr zufrieden waren, Thunderbolt ist im Vergleich zum USB-Standard 3.0 doppelt so schnell.

Wenn Thunderbolt doch so viel besser ist, warum ist DER dann nicht für ALLE Standard?

Das Tolle am USB-Standard ist und war: Alle waren dabei. Alle Hersteller haben sich damals in den 90ern darauf geeinigt und ihn eingesetzt. Deshalb haben die anderen Hersteller erstmal an ihrem Standard festgehalten, auch wenn der langsamer war. Und Apple zog vorbei. Aber: Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Neue Apple-Macbooks werden bald wieder auf den USB setzen. Denn der NEUSTE USB-Standard "USB-C" ist nicht nur schnell, sondern kann auch alle anderen Features von Thunderbolt, wie Videoübertragung. Es wird ihn also wieder geben, den einen Standard für alle. Und das Tolle ist: USB-C-Stecker sind so klein, dass sie auch der Standard-Anschluss für Smartphones werden.

Also sogar für‘s iPhone? Die haben doch diesen anderen komischen Stecker.

Die EU hat schon 2014 beschlossen, dass die Ladestecker für alle Handys einheitlich werden sollen. Ab 2017 soll alles nur noch mit USB geladen werden können. Bisher hat Apple es zwar geschafft, sich um solche Richtlinien zu drücken und auf eigene Stecker zu setzen. Die Chancen stehen allerdings gut, dass die iPhones der Zukunft auf USB-C setzen werden. Wenn schon kein Kopfhöreranschluss mehr, dann bitte wenigstens einen Stecker für alle.


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