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Netzlexikon M wie MKV

MKV – den drei Buchstaben sind alle schon Mal begegnet, die ab und zu mit Videodateien auf dem Rechner zu tun haben. Unter Raubkopierern gibt es gerade aber richtig Ärger wegen mkv-Dateien. Wir verraten euch, warum.

Von: Max Muth

Stand: 12.04.2016

Video Play Button | Bild: BR

Was ist eigentlich MKV?

MKV steht für Matroska Video und ist ein Begriff aus der etwas undurchsichtigen Welt der digitalen Videoformate. Fast jeder, der gelegentlich mit Videodateien auf dem Computer zu tun hat, hat die Dateiendung .mkv schon einmal gesehen.

Matroska, das klingt irgendwie russisch...

Stimmt. Der Name ist inspiriert von der Matroschka, der russischen Holzpuppe, in der immer weitere, kleinere Puppen stecken. Das ergibt auch Sinn, denn eine MKV-Datei ist eine Container-Datei. In ihr können die unterschiedlichsten Unterdateien stecken – so wie die Püppchen in der Matroschka eben. Im Normalfall sind in der MKV-Datei: eine Videospur, eine Audiospur und Metadaten wie eine Kapiteleinteilung oder zum Beispiel französische Untertitel.

Außerdem finden sich in der MKV-Datei Infos zum benutzten Codec. Wichtig werden diese Dinge für Endnutzer eigentlich nur dann, wenn ein Player sich weigert, Dateien abzuspielen. Und das passiert im Videodschungel immer noch recht häufig. So spielen manche Digitalfernseher generell keine MKVs ab oder die in der MKV-Datei benutzten Codecs werden vom Videoprogramm nicht unterstützt. 

Codec, das hab ich auch schon mal gehört. Ist MKV auch ein Codec?

Nein. Der Begriff kommt zwar aus der gleichen Ecke, aber Vorsicht: Codecs und Container sind komplett unterschiedliche Dinge. Das Wort Codec setzt sich aus Compress und Decompress zusammen. Es bezeichnet die Art, wie die Audio- oder Videodatei geschrumpft wurde, damit man sie im Web oder am Computer benutzen kann. Würde man Dateien nicht komprimieren, dann hätte eine Stunde HD-Video schon eine Größe von 400 Gigabyte.

Oft benutzte Audio-Codecs sind .mp3 und .AAC, bei Video hat sich fürs Web H.264 durchgesetzt. Eine MKV-Datei hat heute meistens die Audio-Video-Codec Kombination AAC und H.264. Aber: Wenn man bei einer Filmdatei die Matroska-Endung MKV sieht, dann steht nicht automatisch fest, welche Codecs für die Dateien darin verwendet wurden.

Puh, kompliziert. Muss ich mir das merken?

Nicht unbedingt, aber es macht schon Sinn zu wissen, dass in einem MKV-Container die unterschiedlichsten Dinge stecken können. Früher war AVI das meistgenutzte Containerformat - das benutzt aber heute niemand mehr. Und auch die Container MOV von Apple oder WMV von Microsoft sind um einiges unflexibler als MKV. Die Piratenszene hat auch so ihre Standards.

2011 wurde bei Raubkopierern das MP4-Format zum Maß der Dinge. Heute, fünf Jahre später, soll es also MKV sein. Das ist keine große Änderung, weil sie eben nur den Container betrifft, viele Leute regen sich aber trotzdem darüber auf. Dabei dürfte es den meisten Nutzern ziemlich egal sein. Populäre Player wie zum Beispiel VLC spielen eigentlich sowieso alles ab, was man ihnen vorsetzt.


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