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Netzlexikon D wie Deutsche Digitale Bibliothek

Bücher, Bilder, Skulpturen und Archivalien: Die Deutsche Digitale Bibliothek ist ein Meta-Katalog, eine Über-Bibliothek, gegründet, um die ganz Großen im Netz herauszufordern. Aber warum hat man so wenig von ihr gehört?

Von: Florian Meyer-Hawranek

Stand: 01.04.2015

Deutsche Digitale Bibliothek | Bild: BR

Was ist eigentlich die Deutsche Digitale Bibliothek?

Die Deutsche Digitale Bibliothek ist eine Art Mega-Vernetzungsportal für Kulturgüter und deren Sammlungen: eine virtuelle Schatzkammer, deren Türen für alle offen stehen, die sich für das geistige Erbe der Nation interessieren.

Und wofür ist das gut?

Das Ziel der Deutschen Digitalen Bibliothek, oder kurz der DDB, ist, jeden in digitaler Form an den Kulturgütern Deutschlands teilhaben zu lassen: also an  Büchern, Bildern, Skulpturen und Archivalien, an Musikstücken, Noten, Tondokumenten sowie Filmen oder Denkmälern. Das alles soll digitalisiert, katalogisiert und geordnet werden.

Kataloge haben Bibliotheken doch jetzt schon. Was ist neu an der DDB?

Weltweit scannen Universitäts-, Staats-, und Nationalbibliotheken ihre Sammlungen. Und dieses Wissen soll die DDB als Meta-Sammlung, als Über-Bibliothek, als zentrales Recherche-Portal, das alle Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen Deutschlands vernetzt, bündeln und zusammenführen.

Mal ehrlich: Google oder Yahoo liefern mir doch auch, wonach ich suche!

Ja, aber anders als Suchmaschinen ist die Digitale Bibliothek nicht auf möglichst viele Klickzahlen aus, sagen ihre Macher. Außerdem ist sie nicht kommerziell. Die Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, die hinter der DDB stehen, sollen authentische und vor allem verlässliche Informationen liefern. Mit diesen hochgesteckten Zielen wollte die Bundesregierung dem Weltmarktführer der Digitalisierung – also Google – etwas entgegensetzen. Deshalb machte sie Millionen für das Bibliotheks-Portal locker.

Ganz schon großspurig! Und was ist dabei rausgekommen?

Zugegeben: Fertig ist das Projekt DDB noch nicht. Die Vernetzung und Digitalisierung ist verdammt kompliziert. 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, Millionen an Datensätzen und jede Menge rechtlicher Unklarheiten beim Copyright: Der Start der DDB war schwierig. Allein für die Beta-Version brauchte es eineinhalb Jahre. Vor einem Jahr ging im Netz dann endlich eine Tür auf. Eine ziemlich schwere: die der deutschen digitalen Bibliothek. Noch machen aber nicht alle Insitutionen begeistert mit. Derzeit sind gut 2.000 Einrichtungen bei der DDB registriert.

Warum braucht es dann die DDB überhaupt?

Die Digitalisierung des kulturellen und wissenschaftlichen Erbes ist ein kostspieliger, mühsamer Prozess, der auf Jahre angelegt ist. Gut möglich, dass andere schneller vorankommen als eine staatliche Insititution. Aber es soll ja auch in Zukunft möglich sein, konzernunabhängiges Wissen über die Geschichte und die Kultur abzufragen, die Deutschland geprägt hat.

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