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Erster Einblick ins YouTube-Business Womit YouTube-Stars ihr Geld verdienen

Mit YouTube kann man reich werden. So viel wissen wir. Aber wie viel Geld Kanalbetreiber wirklich verdienen, darüber schweigen sie. YouTuber Philipp Steuer hat jetzt die Karten auf den Tisch gelegt - mit einem bestimmten Ziel.

Von: Anna Bühler

Stand: 29.01.2015

Philipp Steuer | Bild: Philipp Steuer

Wie es im Geldbeutel der YouTube-Stars aussieht, lässt sich nur schätzen. Letztes Jahr hat das Wall Street Journal zum Beispiel vermutet, dass der schwedische YouTuber PewDiePie vier Millionen Dollar im Jahr kassiert. Eine Summe, die in Deutschland derzeit undenkbar ist. Dennoch: Auch bei uns geht was.

Philipp Steuer ist selber YouTuber und hat jetzt versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. In einem Artikel für Online Marketing Rockstars hat er erklärt, was Werbung, Produktplatzierungen und Merchandise einbringen können.

PULS: Warum erzählen YouTuber so gut wie nie, wie viel und woran genau sie verdienen?

Philipp Steuer: Das Problem ist, dass die YouTube-Szene noch sehr jung ist und man da noch nicht das richtige Gefühl hat für Sachen, die man wirklich sagen kann oder sagen möchte. Die Szene ist noch nicht transparent. Und durch diese Nicht-Transparenz kommt es wiederum zu Geheimnissen. Und man fragt sich: Stimmt das oder stimmt das nicht? Und deswegen sind viele zurückhaltend und entscheiden sich dazu, nicht anzugeben, was sie verdienen.

Warum hast du dich dazu entschlossen, jetzt darüber zu reden?

Ich bin ja nicht hauptsächlich YouTuber. Das ist für mich mehr ein nettes Nebenprojekt. Ich bin in erster Linie Journalist, habe ja auch Online-Journalismus studiert und habe gemerkt, dass es in dem Bereich mehr Transparenz geben muss, damit die Leute lockerer damit umgehen. Jan Böhmermann hat das super gezeigt. Alle hatten immer Angst, sich über YouTuber lustig zu machen, weil man dachte, das sind Leute, die man anders behandeln muss. Das ist aber letztlich auch nur eine Künstlergruppe, die man so normal wie möglich behandeln sollte. Und darum war hinter meinem Schritt der Gedanke: Ich zeige mal, was drinnen passiert, um anderen den Druck zu nehmen.

Du hast erklärt, wie man sich ein ungefähres Einkommen eines YouTubers errechnen kann. Genaue Zahlen gibst du aber auch für deinen eigenen Channel nicht an. Warum hast du diesen Schritt nicht auch noch gewagt?

Das habe ich bewusst nicht gemacht. Ganz simpel gesagt: Wenn man auf der Straße gefragt wird, was man verdient, ist man auch zurückhaltend. Die von mir angegebenen Schätzwerte und das Tool "Social Blade" lassen schon relativ genau einsehen, was ein YouTuber an reinen Klick-Einnahmen hat. Darum wollte ich keine direkten Beispiele nennen.

Apropos Social Blade. Das ist ein Tool, bei dem man den Namen eines YouTube-Channels eintragen kann und dann wird einem eine Spanne von monatlichem und jährlichem Einkommen ausgespuckt. Die Spanne ist aber sehr groß. Was fange ich mit dieser Zahl an?

Wenn die Spanne beispielsweise von Null bis 30.000 Euro geht, dann kann man davon ausgehen, dass der Wert, der durch Klickeinnahmen eingenommen wird, bei 10.000 Euro liegt. Also bei einem Drittel. Das sind persönliche Erfahrungen, die ich mit meinem Kanal gemacht habe.

Eine andere wichtige Einnahmequelle sind ja Produktplatzierungen. Was ist der Unterschied zu einem Werbeclip?

Werbung hat natürlich einen riesigen Streueffekt. Darum bekommt man für vorgeschaltete Werbeclips bei YouTube weniger Geld als wenn ich eine Produktplatzierung habe. Bei Produktplatzierung habe ich einen Hersteller und sein Produkt XYZ, das vorgestellt und in die Kamera gehalten wird. Das kann ein Kosmetikartikel sein oder ein Videospiel. Darauf geht der YouTuber dann ein, er gibt auch eine Einschätzung und dafür kriegt man dann mehr Geld, weil das Produkt viel mehr im Fokus steht. Wenn das dann noch zielgruppengerecht zugeschustert ist, lohnt sich das sehr für den Hersteller. Darum wird das besser vergütet.

In deinem Statement schwingst du am Ende die "Don’t Try This At Home"-Keule. Warum?

Ich ziehe das Fazit aus eigenen Erfahrungen. Ich bin anders zu YouTube gekommen, als jemand der 15 ist und durchstarten will. Ich habe erst studiert und gearbeitet und dann erst den YouTube-Kanal hochgezogen. Ich habe da eine Sicherheit auf meiner Seite. Aber wenn du jetzt zum Beispiel einen 16-Jährigen hast, der nicht weiß, was er werden soll und sich dann überlegt, YouTuber zu werden, weil das viel Geld gibt - dann ist das eine Fehleinschätzung. Davor möchte ich warnen. Die YouTuber, die gerade richtig groß sind, sind schon jahrelang aktiv – als die angefangen haben, gab es noch nicht mal ein Geldmodell. Das heißt, die haben das damals gemacht, ohne zu wissen, dass man damit reich werden kann. Das sind dann die falschen Vorbilder. Weil das YouTube-Ding kann auch sehr schnell vorbei sein, wenn sich Fans abwenden oder weil man einfach zu alt wird. Wenn man dann eine Ausbildung hat, steht man besser da, als ohne.

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