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Anonyme Suchmaschinen Suchen ohne Schnüffler

Google schöpft unbegrenzt Daten ab, die NSA liest mit: Das Netz ist längst zum Big-Brother-Albtraum mutiert. Anonyme Suchmaschinen versprechen das Ende des Fulltime-Trackings. Aber was taugen die Google-Alternativen wirklich?

Von: Hardy Funk

Stand: 29.12.2015

DuckDuckGo | Bild: Screenshot/ DuckDuckGo

Ob Google, Yahoo! oder Bing: Sie alle wollen unsere privaten Daten und speichern praktisch alles ab, was sie über uns in Erfahrung bringen können. Datenschutz? Meist nicht mehr als eine leere Marketing-Floskel. Und doch hat Google in Deutschland einen Marktanteil von über 90 Prozent. Dabei gibt es längst kostenlose Alternativen, die auf das Datensammeln verzichten.

Ixquick & Startpage

Die anonyme Suchmaschine ixquick | Bild: Screenshot/ ixquick

Die niederländische Suchmaschine Ixquick speichert - anders als Google - weder die IP-Adresse des Users (anhand der User eindeutig identifizierbar sind) noch den genutzten Browser oder die eigentliche Suchanfrage. Die Anfrage wird außerdem nach dem besonders sicheren Perfect Forward Secrecy-Verfahren verschlüsselt. Das stellt sicher, dass keine anderen Webseiten und nicht einmal die NSA das Surfverhalten verfolgen können. Die Server von Ixquick stehen zwar teilweise in den USA, das Unternehmen versichert aber, Suchanfragen aus Europa nur über europäische Server zu leiten. Viel anonymer geht eigentlich nicht.

Auch die Suche überzeugt: Ixquick ist eine Meta-Suchmaschine und stützt sich auf die anonymisierten Ergebnisse anderer Suchmaschinen wie Yahoo!, Gigablast und Yandex. Und der Algorithmus funktioniert, die Seite liefert erstklassige Suchergebnisse. Die Bilder- und Video-Suche könnten allerdings ein Update vertragen; andere Such-Kategorien wie News fehlen. Die Schwesterseite Startpage funktioniert exakt wie Ixquick, mit dem einzigen Unterschied, dass Startpage sich bei Google bedient, statt bei Yahoo!, Gigablast und Yandex.

DuckDuckGo

"Search anonymously, find instantly" lautet das Motto von DuckDuckGo und das bedeutet: Wie Ixquick speichert die Seite keine Suchergebnisse, keine IP-Adresse und auch nicht den genutzten Browser. Auch hier werden die bei einer Suchanfrage trotzdem anfallenden Daten nach dem besonders sicheren Perfect Forward Secrecy-Verfahren verschlüsselt. Bestnoten also auch hier, mit einem kleinen Beigeschmack: DuckDuckGo ist ein US-Unternehmen und läuft auch über US-Server. Die starke Verschlüsselung sollte aber verhindern, dass Daten in die Hände von NSA und Co gelangen.

Das mit dem "find instantly" klappt ebenfalls ganz gut: Die Suchergebnisse von DuckDuckGo können mit denen von Google mithalten, was auch für die Bilder- und News-Suche gilt. Nur bei der Video-Suche hapert es noch ein bisschen.

Qwant

Bunte Farben, Datenschutz und Social Media: Damit sorgte die französische Suchmaschine Qwant 2014 circa 24 Stunden lang für Aufregung in unseren Timelines. Und Qwant schaut auch heute noch besser aus als alle anderen anonymen Suchmaschinen, liefert erstklassige Suchergebnisse und glänzt mit seinen Suchkategorien, darunter "Social Media". Qwant versteht sich als europäische Alternative zu Google und bietet wie Google an, ein Konto anzulegen - wozu man allerdings die Anonymität wieder aufgeben muss. Die Seite wirbt außerdem damit, dass die Suchergebnisse nicht personalisiert sind und wir so endlich einmal aus unserer Filter-Bubble rauskommen. Ein Nebeneffekt, den aber auch alle anderen anonymen Suchmaschinen haben.

Nicht ganz so goldig sieht’s beim Datenschutz aus: Zwar verspricht Qwant-Mitbegründer Eric Léandri, "wir sammeln absolut keine persönlichen Daten." Alle genaueren Angaben bleiben aber nebulös: "Cookies für kommerzielle Zwecke" würden zwar geblockt - die Seite selbst legt aber Session-Cookies an. Verschlüsselt wird lediglich über das anfällige HTTPS-Protokoll. Zum Umgang mit IP-Adressen gibt es keine Infos.

YaCy

Dezentral ist besser: Die deutsche Suchmaschine YaCy geht einen komplett anderen Weg als der Rest im Suchmaschinen-Business und speichert die Software und den Suchindex dezentral auf der Festplatte eines jeden Users statt auf zentralen Firmenservern. Die gesammelten Daten können also nirgendwo zentral eingesehen werden.

Vor der ersten Suche muss man YaCy erst einmal herunterladen, installieren und einstellen - ein paar grundlegende Netz-Skills sollte man also mitbringen. Für eine Suchanfrage können dann mehrere User verbunden werden. Das heißt aber auch: Wie gut die Suchergebnisse sind, hängt davon ab, wie viele YaCy-User online sind. Denn ein Index allein reicht nie aus, um zufriedenstellende Suchergebnisse zu bekommen. Im Moment ist da noch Luft nach oben.

MetaGer

MetaGer ist eine deutsche Meta-Suchmaschine, die ihre Ergebnisse aus ca. 20 bis 30 anderen Suchmaschinen generiert. Es werden keine Nutzerdaten gespeichert, die IP-Adresse wird anonymisiert, die Suche verschlüsselt - aber nur nach dem für Angriffe anfälligen HTTPS-Protokoll. Immerhin: Die Server stehen in Deutschland und MetaGer unterliegt damit dem relativ strengem deutschen Datenschutzrecht.

Die Suchmaschine wird in Kooperation mit der Universität Hannover betrieben - und sieht auch ein wenig nach Uni aus. Da sollten eigentlich wenigstens die Suchergebnisse passen - tun sie aber nicht immer. Eine Video-Suche fehlt ganz. Bei der Weiterentwicklung Metager² sieht es noch trauriger aus.

Schlagworte:
datenschutz
netz

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Kommentare

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Funky, Sonntag, 29.Mai, 15:12 Uhr

21. Alternative Suchmaschinen

Sehr interessanter Artikel

Neben den genannten Alternativ Suchwerzeugen (es handelt sich bei den meisten um META-Suchdienste, welche keinen eigenen Datenindex führen) findet man auch sehr gute Alternativen, welche über einen eigenen Index verfügen.
Da ist zum Beispiel CENTIL-Europe www.centil-europe.ch, eine der grössten europäischen Suchdienste, oder Webliste.ch. Beide sind vollkommen unabhängig von der grossen und liefern keine Daten an Geheimdienste.
Alle die über META-Suchdienste schreiben, seit Ihr euch wirklich zu hundert prozent sicher, dass diese nicht doch Daten weiterreichen? Fakt ist, damit festgestellt werden kann, wie viele Nutzer eine Suchmaschine nutzen, müssen Auswertungen erstellt werden. Sonst würde das entsprechende Management im Blindflug agieren. Daher glaube ich diese Märchen, dass keine Benutzerdaten gespeichert werden, nicht.

tom , Donnerstag, 17.März, 09:30 Uhr

20. matager2

metager2 gefällt mir ganz besonders,weil ich den bunten kram ohnehin für schädlich halte. so wie das kasperltheater win10

Torsten, Sonntag, 28.Februar, 07:24 Uhr

19. Und eine Suchmaschine aus Deutschland....

...sollte noch erwähnt werden: www.unbubble.eu
Ist zwar nicht die schnellste Suchmaschine und das Layout sieht gewöhnungsbedürftig aus, ist aber eine relativ gut und sichere Suchmaschine.
Einmal ausprobieren sollte den mentalen Horizont erweitern! ;-)

Hans Wellbert, Montag, 18.Januar, 09:50 Uhr

18. Benutze seit zwei jahren youhub

Sehr geehrter Herr Funk,
danke für die gute Zusammenfassung von Suchmaschinen. Ich nutze seit zwei Jahren youhub.org - diese Suchmaschine ist wohl der Nachfolger der Suchmaschine Kongoo.net. Ein Projekt, das um 2010 herum durch einen Herr Kalski ins leben gerufen wurde. Neben dem Datenschutz finde ich dort herausragend, dass es keine Pagination gibt und die Aktualität und Qualität der Suchergebnisse akzeptabel ist.
Da ich nicht sonderlich in Sachen Datenschutz bewandert bin, kann ich allerdings nicht viel zu diesem Thema sagen und vertraue da auf die aussagen der Entwickler.

Mit freundlichen Grüssen aus BW,
Hans

  • Antwort von Hardy, Freitag, 22.Januar, 14:05 Uhr

    Hallo Herr Walbert,

    danke für die Blumen und danke für den Hinweis! youhub liefert ganz passable Ergebnisse, unterscheidet sich aber auch nicht groß von anderen Suchmaschinen. Es gibt ein Meer von anonymen Suchmaschinen, von denen duckduckgo und ixquick/ startpage nun mal die beliebtesten sind. Und wir wollen hier nur die wichtigsten bzw. interessantesten vorstellen.

<a href="http://bueroreiniger-berlin.de/" rel="ext, Mittwoch, 13.Januar, 15:51 Uhr

17. Qwant

eine sehr gute Plattform alternative zu Google and Co.