Sprachen lernen per App Fünf Tipps für einen Sprach-Crash-Kurs

Ihr würdet gerne Spanisch, Italienisch oder Russisch sprechen - aber ihr habt keine Lust auf VHS-Kurse oder so? Sprachen lernen kann man auch per App - wie's am besten geht, verraten wir euch hier.

Von: Lukas Hellbrügge

Stand: 11.01.2018

Wie schnell kann man eine Sprache lernen? Apps versprechen den Usern einiges. | Bild: BR

"Lerne Spanisch in nur fünf Minuten am Tag" verspricht die App Duolingo ziemlich vollmundig. Auch andere Apps mit denen man angeblich ganz easy eine Sprache lernen kann, wie Babbel und Busuu, werben damit, dass wir User in rasender Geschwindigkeit Spanisch, Englisch oder Französisch lernen. Damit das auch wirklich klappt, solltet ihr ein paar Dinge beachten.

1. Welcher App-Typ seid ihr?

Von den meisten Apps gibt es eine kostenlose Test-Version. Ladet euch erstmal zwei, drei Apps runter und probiert sie aus. Los geht es bei Anbietern wie Babbel, Busuu und Duolingo mit Alltagsunterhaltung und häufig verwendeten Vokabeln. Die Unterschiede liegen im Detail:

Duolingo setzt zum Beispiel voll auf Gamification. Eine grüne Eule lobt euch für richtige Antworten und verteilt Punkte. Alle paar Lektionen erfahrt ihr, wie "fließend" euer Spanisch nach Ansicht der App gerade ist.

Busuu hat eine Social-Learning-Komponente. Das bedeutet: Ihr werdet Teil einer Community, die sich gegenseitig hilft. Da erinnert dann schon mal eine Push-Nachricht daran, dass Betul aus der Türkei eine Sprachnachricht mit einer deutschen Begrüßung aufgenommen hat und auf Feedback wartet.

Platzhirsch Babbel ist eher etwas für nüchterne Sprachlerner, die auf Community und Spielereien verzichten können.

2. Integriert die App in euren Alltag

Die einzelnen Lektionen sind bei allen Apps ungefähr 20 Minuten lang. Wichtig: Damit die Sprache auch wirklich nachhaltig hängen bleibt, solltet ihr jeden Tag was machen. Also übt lieber häufiger in kürzeren Einheiten, als einmal die Woche für zwei Stunden.

Setzt euch schaffbare Ziele wie zum Beispiel: "Ich nutze die App immer abends vor dem Einschlafen für eine Viertelstunde." Die Faustregel der Experten vom Sprachenzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München dazu ist: Wenn ihr es schafft, die App 21 Tage lang durchgehend zu nutzen, wird sie zu einer festen Routine im Alltag. Die Idee, den täglichen Sprachkurs auf die Fahrt zur Uni oder Arbeit zu legen, ist übrigens meist eher nicht besonders zielführend: Die Apps fordern euch regelmäßig dazu auf, neue Vokabeln einzusprechen, um eure Aussprache zu kontrollieren. Das wird in Bus oder Bahn schwierig.

3. Bleibt realistisch

Dass ihr innerhalb kürzester Zeit eine Sprache so gut wie fließend sprechen werdet, ist unwahrscheinlich. Aber ihr könnt es schaffen, in vier Wochen die absoluten Basics zu lernen. Alle Apps starten mit Alltagssituationen und nicht mit Grammatik. Deshalb werdet ihr schnell Wörter dieser Sprache erkennen und verstehen können. Bis ihr selbst deutsche Sätze in die neue Sprache übersetzen könnt, wird es aber länger dauern. Lasst euch davon nicht frustrieren und bleibt trotzdem dran.

4. Sucht euch einen Tandem-Partner

Einen großen Nachteil haben alle Apps im Vergleich zum klassischen Sprachkurs: Das Sprechen selbst könnt ihr – abgesehen von Vokabeln, die ihr ab und zu ins Handy sprecht – nicht so gut üben. Da hilft ein klassischer Tandem-Partner als Ergänzung. Auf Portalen wie Sprachduo.de oder in Facebook-Gruppen findet ihr Leute, die gerade Deutsch lernen und eure neue Sprache perfekt können. Trefft euch regelmäßig und unterhaltet euch in der für euch neuen Sprache über Alltagssituationen.

5. Schaut Serien und YouTube-Videos in der Sprache die ihr lernen wollt

Die perfekte Ausrede fürs Binge-Watchen: Stellt bei Netflix und Co einfach den Sound auf die Sprache, die ihr gerade lernt. Das ergibt vor allem bei Serien Sinn, die ihr schon kennt und bei denen ihr deshalb den Inhalt besser nachvollziehen könnt, auch wenn ihr nicht alles versteht.

Wer lieber Fußball als Serien schaut – wie wäre es beim nächsten Spiel mit einem spanischem Kommentator? Konkreter wird es bei YouTube - allerdings nur, wenn ihr etwas Suchzeit investiert. Dort findet ihr Native Speaker, die zum Beispiel Grammatik ausführlich erklären. Eine wirklich sinnvolle Ergänzung zur App!

Sendung: Filter am 11.01.2018 ab 15 Uhr