Harrison Brome Midnight Island 03:13 min

Harrison Brome kommt aus Vancouver in Kanada und besingt mit seinem Track "Midnight Island" die Flucht ins Paradies und dem entspannten Durchatmen auf einer einsamen Insel.

Derzeit liegen keine Titelinformationen vor.


29

Sicherheit in Regensburg Stadtrat will pinke "Lady-Zonen" für Frauen im Bus

Pinke Bereiche im Bus, damit Frauen nachts sicher nach Hause kommen. So stellt sich das zumindest der Regensburger Stadtrat Christian Janele vor. Der Vorschlag ist gut gemeint, aber über die Umsetzung sollte er nochmal nachdenken.

Von: Theresa Authaler

Stand: 19.01.2016

Entwurf einer Ladyzone in einem Bus | Bild: Christian Janele/Entwurf für Antrag

Der Regensburger Stadtrat Christian Janele (Christlich-Soziale Bürger) sorgt sich um die Sicherheit der Frauen in seiner Stadt. Wenn sie abends und nachts unterwegs seien, fühlten sich viele Frauen unsicher. Das hat Janele immer wieder in Gesprächen festgestellt.

Im November letzten Jahres - also noch vor den sexuellen Übergriffen auf Frauen an Silvester in Köln - hat der Stadtrat deshalb einen Antrag eingereicht. Janeles Forderung: Spezielle Taxis für Frauen, die auch von Frauen gefahren werden. Und: farblich abgetrennte Zonen in Bussen, sogenannte "Lady-Zonen". Damit auch jeder kapiert, dass der Teil im Bus für Frauen reserviert wird, soll der Boden eingefärbt werden. Eine Fotomontage zeigt schon mal, wie das dann aussehen könnte: Der Boden im hinteren Bereich des Busses ist knallpink.

Ernsthaft? Pink als Farbe der Frau?

Frauentaxis sind eine gute Idee, in vielen anderen Städten werden sie gut angenommen. Wenn die Stadt das finanziell unterstützt, so wie es sich Janele für Regensburg wünscht, umso besser.

Aber Frauen und Männer im Bus trennen? Das klingt doch sehr nach Geschlechtertrennung und passt nicht so recht ins Jahr 2016. Außerdem wird dabei ignoriert, dass auch Männer Opfer von sexueller Gewalt werden, wenn auch seltener als Frauen. Ob das wirklich eine passende Antwort auf die Unsicherheit von Frauen ist, wenn sie nachts unterwegs sind, sei mal dahin gestellt. So nach dem Motto: "Ich stehe jetzt im pinken Bereich. Hier gehöre ich als Frau hin, hier bin ich sicher." Bezweifeln wir mal, dass das tatsächlich zu weniger blöden Anmachen oder Angriffen führt.

Und dann auch noch pinke "Lady-Zonen"? Pink als Farbe der Frau – äh… ja. Das hat wohl auch Janele eingesehen. Inzwischen hat er die Sache mit der Farbe nämlich korrigiert. Jetzt heißt es, ob "gelb, pink und überhaupt farbig", das spiele keine Rolle, ihm gehe es schließlich um die Sache. Dass sein erster Reflex der Ruf nach einem pinken Bereich war, ist trotzdem entlarvend.

Eigentlich sind wir schon weiter

Viel wichtiger wäre es, dass alle, die nachts Bus fahren, ihren Blick für verbale und körperliche Gewalt schärfen und nicht wegschauen, wenn eine Frau oder ein Mann von anderen angegriffen werden. Dass man das nicht von heute auf morgen erreichen kann, ist klar. Aber der Stadtrat kann auch seinen Teil dazu beitragen, dass die Leute für das Thema sensibilisiert werden und es ernst nehmen.  

Pinke "Lady-Zonen" in Bussen können auf jeden Fall nicht die Antwort sein. Sie zementieren das Bild vom sexualisierten, gewaltbereiten Mann und der Frau als Opfer. Und eigentlich sind wir doch schon einen Schritt weiter. Der Antrag des Stadtrats ist also zwar gut gemeint, aber über die Umsetzung, die er vorschlägt, sollte er nochmal nachdenken. Ob der Antrag durch geht, entscheidet der Stadtplanungsausschuss heute Nachmittag.

UPDATE vom 20.01.2016: Der Ausschuss hat den Antrag einstimmig abgelehnt.

Schlagworte:
leben
morningstory

29

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

conny wilmering , Freitag, 22.Januar, 07:59 Uhr

17. kommentar zur "Lady-Zonen"

hallo br ,

die "Lady-Zonen" hat was von der " Apartheid " wo damals die neger auch hinten sitzen mussten . ich gehe zum beispiel den transfrau-weg in köln - mir kann es recht sein wenn man mich als negerin einstuft haubtsache ich bin dann kein testosteron trottel .

mfg eure conny

  • Antwort von Steffen, Freitag, 22.Januar, 19:20 Uhr

    Welch alberner Kommentar. Die Ausgrenzung richtet sich an Männer, nicht an Frauen.

Burscheider, Donnerstag, 21.Januar, 21:31 Uhr

16. Mit Volldampf zurück ins Mittelalter

Wie sehr muß man eigentlich neben der Spur stehen, um mit solchen weltfremden Ideen an die Öffentlichkeit zu treten? Mal abgesehen davon, dass da niemand ist, der die Einhaltung solcher Zonen überwachen kann. Der Fahrer hat genug mit seinem Bus, dem Verkehr und der sicheren Personenbeförderung zutun.
Soll unsere freie Gesellschaft nun so zerstört und die Geschlechtertrennung, wie von einigen hier schon angesprochen, wieder eingeführt werden? Wer sich nicht an unsere Regeln hält, der muß die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Und wenn er nicht von hier ist, dann ist es natürlich nur recht, wenn man diesen auch des Landes verweist, wenn er seine entsprechende Strafe wie jeder andere Straftäter auch verbüßt hat. Schließlich ist ja nicht damit zu rechnen, dass dies in den Herkunftsländern geschieht.
Es kommt aber einer Kapitulation gleich, wenn wir wegen irgendwelcher Kriminellen unsere Freiheiten selber beschränken und mittelalterliche Regeln einführen.

Barbie aus Berlin, Mittwoch, 20.Januar, 15:20 Uhr

15.

besser rosa. Schon wegen Rosa Parks. (kann man googeln...)

Franz Xaver, Mittwoch, 20.Januar, 13:08 Uhr

14. Männer zu potenziellen Sexualverbrechern stigmatisieren

plätze für frauen zu reservieren und einem mann zu verbieten in diesem bereich zu sitzen,
grenzt schon an Diskriminierung. ein vorschlag der von völliger intellektueller beschränktheit zeugt!

Mannzipation, Mittwoch, 20.Januar, 13:01 Uhr

13. Bewährtes Konzept

Stadtrat Janele setzt offenbar auf historisch bewährte Konzepte. Warum das Rad auch neu erfinden?
Das gab es schließlich alles schon mal, damals war das Konzept halt nicht am Geschlecht sondern an der Hautfarbe orientiert.
hieß damals:

"WHITES ONLY!!"