Kostenloses Leitungswasser in der Stadt "Refill Hamburg" will Plastikmüll den Hahn abdrehen

Teures Wasser aus Plastikflaschen? Ein Relikt der Vergangenheit, wenn es nach der Initiative "Refill Hamburg" geht. Die Blogger listen Orte auf, an denen man kostenloses Leitungswasser abfüllen kann.

Von: Valentin Nowak

Stand: 21.02.2017 | Archiv

Refill Hamburg | Bild: BR

Altbekannte Situation: Ihr seid in der Stadt unterwegs und bekommt plötzlich Durst. Was tun? Die meisten von uns würden sich schnell im nächsten Laden was zu trinken kaufen. Kostet aber Geld - und man hat danach auch noch eine leere Plastikflasche in der Hand. Das wollen Blogger aus Hamburg verändern: Sie haben die Initiative "Refill Hamburg" gegründet. Auf ihrer Homepage listen die Macher alle Orte auf, an denen es kostenloses Leitungswasser gibt.

Als Vorlage dient das Projekt "Refill Bristol" aus England. Seit 2015 stellen dort 200 Geschäfte und Einrichtungen ihren Wasserhahn zur Verfügung. Jeder, der will, kann sich dort Leitungswasser abfüllen. Nur eine Flasche muss man selbst mitbringen. Der Plan: Wenn jeder seine Flasche wiederverwendet, anstatt sie wegzuschmeißen, führt das zu weniger Müll. Die Plastik-Verschmutzung im Ozean soll so verringert werden. Dieses einfache aber geniale Konzept übertragen die Blogger auf Hamburg.

"Das passt thematisch sehr gut mit dem Gedanken zusammen, Plastikfreier zu leben. Die Deutsche Umwelthilfe schreibt, dass durchschnittlich pro Stunde in Deutschland zwei Millionen Einwegplastikflaschen verbraucht werden. Das ist natürlich ein Riesenthema für Abfallvermeidung."

– Christoph Buckler, Öffentlichkeitsarbeit für Refill Hamburg

Wie in Bristol gibt es auch in Hamburg einen blauen Refill-Sticker. Wer ihn in sein Schaufenster klebt, signalisiert: "Bei mir könnt ihr nachfüllen." Alle Locations, die sich mit blauen Aufklebern taggen, werden dann auf einer Karte im Netz eingetragen. So kann jeder mit seinem Smartphone die nächstgelegene Wasserstelle anpeilen. Zunächst landen nur öffentliche Locations auf der Karte. Ob in Zukunft auch private Haushalte mitmachen können, lassen die Macher erst einmal offen.

Offiziell startet die Initiative im April. Doch schon jetzt wollen andere Städte mitmachen. Berlin, Leipzig und Chemnitz haben schon Interesse angemeldet. Eine Entwicklung, die die Macher begrüßen:

"Unsere Webpräsenz und das Logo stehen unter der Creative Commons Lizenz mit der Möglichkeit, dass das jede Stadt für sich nutzen kann, solange es nicht im kommerziellen Rahmen passiert. Das Logo soll nicht für Merchandising verwendet werden. Erste Läden in Hamburg haben schon angefangen, auf eigene Faust das Logo aus dem Internet zu nehmen, es selbst auszudrucken und ins Schaufenster zu kleben. Was ja auch völlig prima ist. Das schafft auch schon einen guten Start für das ganze Projekt."

– Christoph Buckler, Öffentlichkeitsarbeit für Refill Hamburg

Auch ihr könnt eure Stadt zu einer Refill-Stadt machen. Alle Infos dazu findet ihr im Netz: www.refill-hamburg.de.

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