Polographia feat. Winston Surfshirt Sly 00:00 min

Das Duo Polographia aus Australien nimmt uns mit in längst vergangene Zeiten - und wir verlieren uns gerne mit ihnen im Rabbithole ihrer elektronischen Retro-Romantik. Mit dabei auf der nostalgischen Reise: Winston Surfshirt.

Derzeit liegen keine Titelinformationen vor.


32

Anleitung zum Alltagsrassisten Fünf Schritte zum perfekten Vollidioten

Man kann ja so viel falsch machen als armer Deutscher. So viel, dass es sich kaum lohnt, es überhaupt zu versuchen. Warum also nicht gleich ein lupenreiner Alltagsrassist werden? Fünf Tipps, mit denen das auf jeden Fall gelingt.

Von: Nicolai Brugger

Stand: 30.05.2014

In 5 Schritten zum Alltagsrassisten | Bild: BR

1. Sei davon überzeugt, dass du kein Rassist bist.

Du redest immerhin ab und zu mit Ausländern und hast einen von denen sogar im Freundeskreis. Gut, eigentlich ist der Typ dein Dönerverkäufer. Aber du hast noch nie die NPD gewählt, deswegen beginnen deine natürlich Sätze so: "Ich bin kein Rassist, aber…". Und enden so:  "…außerdem ist mein bester Freund mit einer Thailänderin verheiratet."

2. Verwende Redewendungen, die man in Deutschland halt so sagt.  

Schwarzfahren macht dir einen Heidenspaß. Am liebsten mit einem getürkten Ticket. Den Kontrolleur würdest Du sowieso gleich erkennen, weil er dir spanisch vorkommt. Und im Zweifel würde man schon irgendwas mauscheln können, auch ohne dummes Palavern. Achja: Und im Wirtshaus bestellst du gerne einen Neger oder Russen zum Zigeunerschnitzel.

3. Meine es nie böse.

Du wiederholst dich gern, wenn du von Migranten nicht verstanden wirst. Dann redest du extra LAUT und mit einfacher Grammatik: "S-P-R-E-C-H-E-N gut Deutsch!". Außerdem zeigst du Interesse an den neuen Mitbürgern: "Wie lange bleiben in DEUTSCHland?". Über fremde Kulturen willst du immer etwas wissen: "ERLAUBEN Religion solche Kleidung? Deine Eltern heiraten freiwillig?"

4. Nenne einen schwarzen Menschen "maximalpigmentierten Mitbürger mit mittel-afrikanischem Migrationshintergrund".

Du benimmst dich natürlich politisch korrekt, hast aber das Gefühl, dass man es als armer normaler Mensch doch eh nie richtig machen kann. Am liebsten würdest du deshalb auch nach wie vor Neger sagen. Zuhause machst du das ja auch so. Und davon ist noch keiner gestorben.

5. Wenn alle Tricks nicht funktionieren, hol das Totschlagargument raus.

Sollte dir nach Punkt 1 bis 4 immer noch niemand glauben, dass du der perfekte Alltagsrassist bist, packe die große Keule aus. Mit diesem Satz gibt's keinen Zweifel mehr: "Wenn es dir hier nicht passt, dann geh' doch dahin zurück, wo du hergekommen bist."

Schlagworte:
alltag
gesellschaft
leben
neonazis

32

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Benjamin, Montag, 02.Juni, 09:58 Uhr

2.

Ende von Kapitel 1: Heißt das, dass bevorzugt rassistische Assis Freunde haben, die mit einer Thailänderin verheiratet sind? Alltagsrassismus?

Pfl0mp, Samstag, 31.Mai, 01:29 Uhr

1. Negativ ist, was negativ belegt wird.

Punkte 2 und 4 sind ja wohl der größte Unsinn. Soll ich mir demnächst ein "Weißbier mit Zitronenlimo" bestellen? Verstieße das dann nicht gegen Punkt 4?

Aber natrürlich macht man echte Rassisten an Worten wie "Neger" fest. Genauso wie jeder, der es wagt, das Wort "schwul" in den Mund zu nehmen, ein Homophobiker ist. Merkt ihr nicht selbst, wie dumm das ist? Worte allein macht keinen Rassisten. Ist Hans Söllner Rassist, weil er von Negern singt? Kaum. Neger wird erst dadurch zu einem rassistischen Wort, indem man es mit rassistischer Intention ausspricht. Worte sind neutral. "Das ist halt der Unterschied zwischen Abbildung und Abgebildetem, den man emotionalen Menschen kaum begreifbar machen kann." (Andi Valent, Münchner Poetry Slammer)

Also sorry, PULS-Redaktion. Ein Alltags-Rassist zeichnet sich meiner Meinung nach durch ganz andere Sachen aus. Durch CSU wählen oder rezitieren von Stammtischparolen wie "Armutszuwanderung muss gestoppt werden". Durch schräge Blicke in der S-Bahn, und natürlich durch offensichtliche Diskriminierung, wie ihr es im TV-Beitrag auch super dargestellt habt.

Aber das hier? Das geht noch nicht mal als Satire durch, weil es einfach hint und vorn unstimmig ist.

  • Antwort von Daniel, Freitag, 22.Mai, 08:49 Uhr

    Sehr geehrte(r) Pfl0mp,
    ich finde ihren Satz "Worte sind neutral" sehr aufschlussreich. Denn dann ließe sich auch sagen:

    "Arschloch wird erst dann zu einem beleidigendem Wort, indem man es mit beleidigender Intention ausspricht. Worte sind neutral."

    Und genau genommen ist Arschloch ja nur die umgangssprachliche Bezeichnung für das Ende unseres Darms. Und warum in meinem Umfeld jeder sagt, "Scheiße" sagt man nicht, verstehe ich dann auch nicht mehr. Schließlich ist Scheiße ja auch erst nur das, was aus dem Arschloch rauskommt.

    Nebenbei bemerkt, wenn Worte erst einmal neutral sind, dann müsste allerdings das Wort "Rassist" auch erst einmal ein ganz neutrales Wort sein. Jemanden als Rassisten zu bezeichnen müsste daher Ihrer Logik nach auch nur eine ganz neutrale Bezeichnung sein, wenn das Wort nicht mit schlechter Absicht benutzt wird, sondern lediglich zur sachlichen Beschreibung von A*löchern, die einfach nur Sch* produzieren.

    MfG

  • Antwort von Daniel, Freitag, 22.Mai, 08:57 Uhr

    Aber jetzt mal Spaß beiseite.
    Nicht alle Worte sind neutral.
    Das Wort "Hund" ist neutral. Das Wort "Köter" nicht (zumindest nicht da, wo ich herkomme).
    Das Wort "Mann" ist neutral. Das Wort "Hurensohn" nicht.
    Das Wort "Schwarzer" ist neutral. Das N-Wort nicht.
    Und für Sie scheint das Wort "Rassist" ebenfalls nicht neutral sein, denn sonst würden Sie sich hier nicht so aufregen.
    Zur "Neutralität" von Begriffen empfehle ich mal folgendes Video von Prof. Anatol Stefanowitsch:
    http://www.youtube.com/watch?v=pQiA8XymmKM&sns=em

    MfG

  • Antwort von Gutmensch , Mittwoch, 27.Mai, 02:41 Uhr

    Hehe... in your face!! ??