Ein Jahr US-Präsident vs. 100 Tage FCB-Sportdirektor Wer hat mehr erreicht: Trump oder Brazzo?

Zwei bedeutende Entscheider feiern Jubiläum: Vor einem Jahr wurde US-Präsident Trump gewählt, vor 100 Tagen Hasan "Brazzo" Salihamidzic als Bayern-Sportdirektor vorgestellt. Wir haben sie in den wichtigsten Disziplinen getestet.

Von: Christoph Fuchs

Stand: 09.11.2017

FC Bayern | Bild: BR

Als sie ihre Jobs bekamen, mussten beide einigen Gegenwind aushalten. "Nicht die Königslösung" hieß es, als der FC Bayern im Sommer Hasan Salihamidzic – Spitzname "Brazzo" – präsentiert hat. Und auch US-Präsident Donald Trump wurde nicht von allen der rote Teppich ausgerollt. Wie haben sich die beiden in ihre neuen Jobs eingefunden?

1. Kommunikation

In München ist inzwischen von "Blabla-Brazzo" die Rede, so nichtssagend waren die Statements des neuen Mitglieds der Bayern-Führungsriege bislang. Trump musste sich bisher noch nicht vorwerfen lassen, dass seine Sätze zu weichgespült klingen. Von Trump lernen, heißt Klartext lernen. Brazzo könnte dann künftig so klingen: "If RB Leipzig makes any more threats towards the Rekordmeister, they will be met with fire and fury like the world has never seen."

2. Transfers

Trumps Transferpolitik ist ein bisschen aus dem Ruder gelaufen. Schon in den ersten Monaten hat er allerlei hochrangige Mitarbeiter verschlissen, gipfelnd in der Trennung von seinem Chefstrategen Steve Bannon. Auch Salihamidzic hatte Probleme mit seinem Chefstrategen, Trainer Carlo Ancelotti. Seit er Jupp Heynckes aus dem Ruhestand auf die Trainerbank geholt hat, läuft der Laden bei Bayern wieder. Trump sucht seinen Heynckes noch.

3. Aussetzer

Zum Einstand hat Salihamidzic vor versammelter Mannschaft das "Fliegerlied" gesungen. Fanden danach manche lächerlich. Brazzo war mit dem Fliegerlied noch nicht fertig, da hat Trumps Fail-Liste schon Bücher gefüllt. Er hat sich Besucherscharen bei seiner Amtseinführung eingebildet, einen Vorfall in Schweden erfunden und zu Frankreichs First Lady Brigitte Macron gesagt, sie sei "in toller körperlicher Verfassung".

4. Klimafrage

Klima war bei beiden ein Thema, aber sie sind unterschiedliche Wege gegangen. Trump ist aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen. Er will, dass die Kohlekraftwerke weiter qualmen – Brazzo hat sich für eine rauchfreie Kabine eingesetzt und kurz nach seinem Amtsantritt ein Rauchverbot im Profi-Trakt verhängt.

5. Auftreten

Im persönlichen Kontakt setzen beide auf ihre Hände. Salihamidzic klappert nach jedem Bayern-Tor die ganze Ersatzbank mit Handschlägen ab. Trump hat innerhalb kürzester Zeit den "awkward handshake" zum Kern seiner Außenpolitik gemacht. Sorgen machen muss man sich, wenn sie ihrem Gegenüber die Hand verweigern. Siehe: Ex-Trainer Carlo Ancelotti und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Sendung: Hochfahren, 10.November 2017 - ab 7 Uhr.

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