TV & Serie // Channel Zero: Candle Cove Mit dieser Serie wird euer Kindheits-Albtraum wahr

Ihr glaubt "American Horror Story" ist das gruseligste, was die Serienlandschaft zu bieten hat? Dann solltet ihr "Candle Cove" schauen. Denn die Serie schafft es zu schocken, ohne auf billige Schockeffekte zu setzen.

Von: Teresa Fries

Stand: 13.02.2018

Candle-Cove | Bild: Candle-Cove

Es gibt da diese Kinderserie, an die sich kaum jemand mehr erinnert: "Candle Cove". Das Einzige, was bei vielen hängegeblieben ist: Die Serie war fucking gruselig. In Foren schreiben Leute, wie viel Angst sie als Kind vor der Serie hatten. Und vor dem bösen Pirat Jaw Bone, der jedem die Haut vom Leib ziehen wollte. Und vor dieser einen Folge, in der alle Puppen für zehn Minuten auf dem Boden rumzappeln und schreien. Immer und immer wieder schreien. Bis alle Puppen tot sind.

Creepy Creepypasta

Die mörderische Kinderserie ist – zum Glück – nur erfunden. Gruselig rumzappelnde Puppen gab es nur bei der Augsburger Puppenkiste. Die Story über die Kinderserie, vor der sich alle gefürchtet haben, ist eine der bekanntesten Creepypasta-Geschichten im Internet. Moderne Gruselgeschichten, die alle irgendwie wahr sein könnten und von Leuten auf der ganzen Welt erfunden und weitergesponnen werden. Und nachdem die Verfilmung der Creepypasta vom Slenderman inzwischen gezeigt hat, dass man mit diesen Geschichten richtig Kohle machen kann, wird jetzt eben die nächste Creepypasta hergenommen: “Candle Cove“.

Die Serie strickt um die relativ simple Gruselgeschichte einen neuen Rahmen. Die Hauptfigur Mike Painter ist einer der erfolgreichsten Kinderpsychologen der USA, dabei hat er selbst ein Kindheitstrauma. Denn als Mike zwölf Jahre alt war, verschwanden mehrere Kinder in seinem Alter, darunter auch sein Zwillingsbruder Eddie. Nach einigen Tagen wurden die Kinder tot im Wald gefunden. Selbstmorde, die niemand aufklären konnte. Das will Mike jetzt ändern, er fährt zurück in seine Heimat, um ein Buch über die Kinder zu schreiben. Doch kaum angekommen, werden plötzlich schon wieder Kinder vermisst und Mike findet schnell einen Hauptverdächtigen: die 80er Jahre Kinderserie "Candle Cove".

Psycho- statt Schockhorror

Horrorfilm-Regisseur und Serienerfinder Nick Antosca springt wild in den Zeitebenen, verwirrt und konfrontiert uns mit unserer eigenen Kindheit. Er erinnert uns an Filme und Serien, vor denen wir damals panische Angst hatten. Und auch stilistisch geht die Serie ihre eigenen Wege. Während die Konkurrenz wie "American Horror Story" mit Jumpscare-Horror schockt, geht es "Channel Zero: Candle Cove" ruhiger an. Antosca nimmt sich Zeit. Statt Schockhorror und Kettensägenmördern gibt es hier Psychohorror, der in den Kindheitserinnerungen lebt.

Ergebnis ist eine verdammt gruselige Serie, die weiß, wann ihre Geschichte zu Ende erzählt ist. Von "Candle Cove" gibt es nur sechs Folgen, die zweite Staffel wird sich mit einer anderen Creepypasta beschäftigen. Wenn die auch so gut ist wie die Erste, dann können ruhig noch viel mehr Gruselgeschichten aus dem Netz verfilmt werden.

Sendung: Filter, 14.02.2018 - ab 15.00 Uhr