US-Cloudrapper vs. Drogen Kommt der No-Drugs-Lifestyle auch nach Deutschland?

In den USA kristallisiert sich nach dem Tod des Rappers Lil Peep durch eine Überdosis gerade eine Anti-Drogen-Bewegung im HipHop heraus. Warum die auch deutsche Rapper anstecken könnte.

Von: Lili Ruge

Stand: 09.01.2018

Monte Carlo | Bild: Screenshot / YouTube

Cloudrap ist ja nicht erst seit gestern mega das Trend-Thema im HipHop. Die Jungs und Mädels mit den bunten Haaren und den bis aufs Gesicht tätowierten Körpern treffen den Nerv der Zeit. Sie reflektieren endlich auch mal ganz persönliche Themen wie Ängste, Depressionen oder Liebe. Aber, wie bei Post Malone, Lil Peep oder Lil Uzi Vert, geht’s in den Songs auch immer wieder extrem unreflektiert um Drogen wie den Angstlöser Xanax oder das Opiat Codein. Nicht nur in den Songs: Die Instagram-Accounts der Cloudrapper sind voll mit Pillen, Alkohol und Gras.

Drogen sind Lifestyle im Cloudrap

Der Erfolg des US-Cloudrap hat auch deutsche Rapper beeinflusst - und zwar nicht nur musikalisch. Mit den Insignien der Modedrogen wie Double Cup oder Pillen schmücken sich auch deutsche Rapper wie Hustensaft Jüngling und die Glo Up Dinero Gang.

"Ich hab Codein im Doublecup, doch ich bin nicht abgefuckt"

Hustensaft Jüngling

Seit im November der Rapper Lil Peep aus New York mit 21 Jahren tot in seinem Tourbus gefunden wurde, scheint sich aber etwas zu ändern. Kurz vor seinem Tod hatte Lil Peep auf Instagram ein Video gepostet, wie er sechs Xanax-Pillen nimmt. Der Tod hat die HipHop-Szene traumatisiert - nicht nur in Amerika. Viele Rapper sind jetzt total gegen Drogen. Allen voran der Rapper Lil Uzi Vert aus Philadelphia, der jetzt bei Twitter und Insta dazu aufruft, die Lovestory zwischen HipHop und den Betäubungsmitteln 2018 endlich zu beenden.

Drehung um 180 Grad

Leicht wird es nicht, kollektiv von dem Zeug runter zu kommen. Auch das thematisiert Lil Uzi Vert auf seinen Kanälen ganz ehrlich: Da geht's um Entzugserscheinungen von Zitteranfällen über unkontrollierbare Wutanfälle bis in zu kaltem Schweiß. Trotzdem: Seinem Anti-Xanax-Movement haben sich mittlerweile schon einige andere ehemalige Xanax-Fanboys angeschlossen: Lil Pump zum Beispiel, hat das Jahr 2018 offiziell zum Xanax-freien-Jahr erklärt oder RiffRaff - bekennender Drogen-Freund - schreibt jetzt auf Twitter, dass Schluss sei mit dem Zeug.

Anti-Drogen-Welle jetzt auch im deutschen HipHop?

Genau wie der Cloudrap aus den USA zu uns nach Deutschland kam, könnte jetzt auch der Anti-Drogen-Trend aus Amerika von deutschen Rappern übernommen werden. Möglicherweise könnte sogar Money Boy für den deutschsprachigen Raum die Rolle des “Anti-Drogen-Beauftragten” übernehmen. Klingt erst mal widersinnig, immerhin ist er eher selten nüchtern, wie man auf seinen Social Media-Kanälen verfolgen kann. Aber Money Boy hat auch immer schon extrem schnell amerikanische Trends aufgegriffen. Er hat schon mal angekündigt, dass er jetzt einen healthy Lifestyle leben will, vielleicht klappt es ja 2018 auch von den Drogen wegzukommen.

Schön wärs schon - vor allem, weil dann der Tod von Lil Peep nicht umsonst gewesen wäre.

Sendung: Filter am 09.01.2018 ab 15 Uhr