Santogold L.E.S. Artistes 03:40 min

Leicht an Blondie angelehnter Track der M.I.A.-Freundin aus Brookyln

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Vorgestellt // Iggy Azalea Von der Stripperin zur Rapperin

Iggy Azalea ist als Teenie aus dem australischen Outback in die Südstaaten der USA gegangen, um Rapperin zu werden. Jetzt hat sie einen fetten Plattendeal in der Tasche und könnte bald ein Superstar sein.

Von: Katja Engelhardt

Stand: 29.05.2013

Iggy Azalea im Video zu "Work" | Bild: Screenshot vimeo.com/66995287

Er sitzt auf einem Stuhl, zurückgelehnt, entspannt. Sie kriecht auf allen Vieren auf ihn zu, megasexy, im durchsichtigen Oberteil, den Rücken durchgestreckt.

So sieht es aus, das Video zur ersten Single von Iggy Azalea. "Work" heißt das gute Stück und erzählt spannend wie medienwirksam, wie die 22-Jährige sich mit Strippen über Wasser gehalten hat. Amethyst Amelia Kelly, wie sie eigentlich heißt, kommt aus einem australischen Kaff, und alles, was sie will, ist eine Rap-Karriere. Weil das im Outback niemand versteht, geht sie als Teenager auf eigene Faust dahin, wo das anders ist: In die USA. Iggy Azalea, eine Australierin, geht down South - besser gesagt in den Dirty South der USA. Wenn sie spricht, hat sie einen Aussie-Akzent. Wenn sie rappt, hört man, dass sie ihren Style in den Südstaaten gefunden hat. Ihr erstes Mixtape klingt nach Trap Music, dem wichtigsten HipHop-Trend der Region. Das zweite Mixtape "Trap Gold" wird gleich vom Hype-Produzenten Diplo verfeinert. Der Mann, der sie entdeckt hat, ist Südstaatenrapper: T.I. Der Süden meint es gut mit Iggy.

Australian girl goes American dream

Iggy Azalea ist jetzt schon eine Ikone. Sie ist eine wandelnde Metapher für den amerikanischen Traum: Arbeite hart, dann werden deine Wünsche wahr. Iggy hüllt sich in pure Extravaganz: Hautenge Hosen, knallige Farben und viel Gold erinnern an eine Street-Style-Lady-Gaga. Ein riesiger Hintern, als wäre sie für HipHop-Cover-Shoots geboren, tut sein Übriges. Sex sells - und Iggy beherrscht das clevere Spiel mit Klischees, ohne kühl zu wirken. Im Track "Pussy" erklärt Iggy uns, wie ein Mann Oralsex performen sollte, auf Konzerten darf man ihr schon mal an den Arsch langen. Gleichzeitig sagt sie, sie könne ihre Ex-Freunde an einer Hand abzählen und schmückt sich nicht mit Eroberungen. In Interviews weicht sie Fragen nach ihrer Affäre mit Rap-Überflieger A$AP Rocky aus. Das sind zwei völlig verschiedene Aussagen in der Rap-Welt. Ist die toughe Iggy Azalea jetzt ein Spiegelbild des klassischen maskulinen Rap oder ist sie eine starke Feministin?

Girly girl oder Powerwoman?

So oder so: Wie Frauen sich im Rap-Geschäft anziehen und geben, ist ein Statement. Bei der mädchenhaften Kreayshawn war das insofern schnell abgehakt. An der drallen Nicki Minaj, ihrer künstlichen Verpackung und mehreren Alter Egos prallen Fragen nach Emanzipation einfach ab. Iggy dagegen gibt eine indirekte Antwort: Im neuesten Video zu "Bounce" ist nicht ein einziges Mal ihr Po zu sehen. Auf die Idee, ihr größtes Körperteil einfach mal stecken zu lassen, ist Nicki Minaj noch nicht gekommen. Iggy setzt gezielt ein, was sie hat - und das ist eine ganze Menge: ihre bewegte Vergangenheit, ihre Rap-Skills, ihre Freunde, ihr Körper. Und das tut sie nicht, weil sie eine Frau ist oder obwohl sie eine Frau ist - sondern weil sie Iggy Azalea ist.

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