Kampf dem Konzert-Schwarzmarkt Taylor Swift macht den Boss-Move

Schwarzmarkthändler treiben die Preise für Konzerttickets in die Höhe. Immer mehr Musiker sagen dem Kartenwucher den Kampf an: Bruce Springsteen, die Foo Fighters und - besonders clever - Taylor Swift.

Von: Christina Wolf

Stand: 12.09.2017

Taylor Swift in ihrem Video zu "Look What You Made Me Do" | Bild: Screenshot: Dailymotion

Das Konzert eurer Lieblingsband ist ausverkauft? Passiert! Auf dem Schwarzmarkt findet Ihr oft noch Tickets – nur leider sind die dann meist überteuert. Geht überhaupt nicht, dass Fans abgezockt werden – finden immer mehr Musiker und suchen nach neuen Modellen, um Konzerttickets an den Mann oder die Frau zu bringen. Zum Beispiel: Bruce Springsteen.

Wer ab Oktober zu einem der ziemlich exklusiven Akustik-Gigs des Boss' am Broadway in New York City gehen will, muss sich vorab beim neuen Ticketservice Verified Fan registrieren. Nur wer im Pool der verifizierten Springsteen-Fans dabei ist, bekommt Zugang zum offiziellen Kartenverkauf.

Was damit verhindert werden soll: Dass ein Großteil der Tickets in den Schwarzmarkt fließt. Denn dank automatisierter Bots ist der inoffizielle Handel mit Konzerttickets mittlerweile ein Riesenmarkt mit acht Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr.

Und TayTay? Macht's ähnlich, aber anders

Die allseits geschäftstüchtige Taylor Swift springt natürlich mit auf den Zug und hat angekündigt, die Tickets für ihre nächste Welttournee ebenso über Verified Fan verticken zu wollen. Aber sie dreht die Methode noch eins weiter: Während bei Springsteen der Zufall entscheidet, welche Fans den Zuschlag für den Kartenkauf bekommen, können Swift-Fans ihre Chancen auf Tickets selbst beeinflussen! Das funktioniert über sogenannte "Boosts": Wer sich im offiziellen TayTay-Shop mit Merch-Artikeln wie Kapuzenpulli oder dem originalgetreuem Schlangenring aus dem „Look What You Made Me Do“- Video eindeckt, der steigt im Ranking. Heißt: Teuer kommt euch ein Taylor-Swift-Konzert so auch – aber immerhin gibt’s einen Hoodie dazu!

Fans mit weniger Taschengeld müssen aber nicht weinen. Ihr könnt euch in der virtuellen Warteschlange auch nach vorne drängeln: Ihr müsst nur ausreichend Traffic auf Swifts Seite generieren. Einfach jede Menge Taylor-Swift-Videos gucken, Hashtags verwenden oder Musik streamen – und hoffen, dass ihr auserwählt werdet. So oder so ein smarter Businessmove von Frau Swift, um die Kontrolle über die Ticketverkäufe zu behalten.

Sendung: Filter, 12. September 2017 - ab 15 Uhr

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