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BR-KLASSIK - Bayerisches Fernsehen Musik aus Theresienstadt

Terezin – Theresienstadt - ein Ort des Grauens. Doch um der Öffentlichkeit menschliche Zustände vorzuspiegeln, verordnete das Nazi-Regime den Gefangenen Tanz und Musik, richtete sogar ein "Tanz-Café" ein: Musik wurde zur Überlebenschance für Viele. Die Sängerin Anne Sofie von Otter, der Sänger Christian Gerhaher und der Gieiger Daniel Hope reisten mit Zeitzeugen in das ehemalige Ghetto. Dorothee Binding und Benedict Mirow hielten diesen Besuch mit der Kamera fest. Im Anschluss an die Musikdokumentation wird ein Konzert mit Musik aus Theresienstadt ausgestrahlt.

Stand: 20.12.2013

Jazzgitarrist Coco Schumann mit Daniel Hope | Bild: BR/Bayerische Akademie der Schönen Künste / NIGHTFROG GmbH

Die Dokumentation "Theresienstadt – Musik als Zuflucht" ist ein Film von Musikern über die Musik an einem der dunkelsten Orte der Menschheitsgeschichte. Er vermittelt nicht nur die kostbare Begegnung mit Zeitzeugen, sondern auch die teilweise sehr persönlichen Beweggründe der nächsten Musikergeneration, dem Vergessen entgegenzuwirken. Die Musikdokumentation schildert die Kraft der Kunst und ihrer Schöpfer und soll Ansporn sein, aus der Vergangenheit die Lehre des "nie wieder" zu ziehen.

Perfide und systematisch bauten die Nationalsozialisten das Ghetto Theresienstadt als  Vorzeigelager  auf. Es gelang ihnen, damit das Internationale Rote Kreuz zu täuschen. Einzig und alleine deshalb war Kultur ab 1942 in Theresienstadt offiziell erlaubt.

"Vom ersten Ton an geht es direkt in unsere Seele. Wir sind nicht mehr auf dieser Welt". Mit diesen Worten beginnt die Dokumentation "Theresienstadt – Musik als Zuflucht". Gesagt werden sie von der Pianistin und Zeitzeugin Alice Herz-Sommer, im Interview mit dem Geiger Daniel Hope beschreibt sie die Macht der Musik. Mit 110  Jahren ist sie die älteste Holocaust-Überlebende der Welt.

Ein weiterer Musiker, der noch aus eigener Erfahrung vom grausamen Leben im Ghetto berichten kann, ist der Jazz-Gitarrist Coco Schumann (Foto oben). Täglich musste er mit den "Ghetto Swingers" im so genannten Caféhaus spielen. Für Coco Schumann besteht kein Zweifel: "Ich bin der Musik dankbar, weil sie mir das Leben gerettet hat!" Für den Film nimmt er es auf sich, sich noch einmal in die Gassen von Theresienstadt zu wagen und dort auch seine Gitarre in die Hand zu nehmen.

Musikstücke von Komponisten, die in Theresienstadt interniert waren, ergänzen die Interviews, tragen die Geschichte in die Gegenwart und sollen helfen, diese Vergangenheit weiter zu verarbeiten. Komponiert wurde die Musik unter anderem von Ilse Weber, Karel Švenk, Robert Dauber, Viktor Ullmann und Pavel Haas.

Ein Film von Dorothee Binding und Benedict Mirow.

Konzert in der Akademie der Schönen Künste München

Die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter hat einen Konzertabend in der Akademie der Schönen Künste initiiert. Im Mai 2012 hat sie zusammen mit dem Geiger Daniel Hope, dem Pianisten Bengt Forsberg und dem Kontrabassisten, Gitarristen und Akkordeonisten Bebe Risenfors Stücke von ehemaligen Theresienstadt-Internierten gesungen und gespielt. Daniel Hope hat die Musik berührt: "Was mich fasziniert, sind Leidenschaft und Überlebenswille, die aus dieser Musik sprechen", sagte der Geiger.

Das Konzert, bei dem zugunsten des Projekts alle Künstler ohne Gage auftraten, wird um 0.10 Uhr im Anschluss an die Musikdokumentation ausgestrahlt.

Mitwirkende

Anne Sofie von Otter, Mezzosopran
Daniel Hope, Violine
Christian Gerhaher, Bariton
Bengt Forsberg, Klavier
Bebe Risenfors, Kontrabass, Gitarre, Akkordeon, Percussion

Gert Heidenreich, Sprecher

Konzert und Filmproduktion entstanden im Auftrag der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.


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