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BR-Datenjournalismusprojekt zum Ladensterben Immer weniger Läden und Supermärkte auf dem Land

In ländlichen Regionen in Bayern haben in den vergangenen zehn Jahren immer mehr Lebensmittelgeschäfte dicht gemacht. Insgesamt ist die Zahl der Läden und Supermärkte im Freistaat seit 2005 um knapp 10 Prozent zurückgegangen, von 6.501 auf 5.883. Das belegen Zahlen aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium, die BR Data, dem datenjournalistischen Team des BR, vorliegen. Unter http://br.de/ladensterben können interessierte Redaktionen als Basis für eigene Recherchen die jeweilige Statistik und einen Analysetext zu allen 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten abrufen.

Stand: 18.05.2016

Geschlossene Bäckerei im Landkreis Wunsiedel | Bild: BR/Marc Seibold

Supermarkt-Sterben: Oberfranken und Oberpfalz am stärksten betroffen

Vergleicht man die Entwicklung in den verschiedenen Regierungsbezirken, dann ergibt sich bei der Nahversorgung eine deutliche Schieflage. So hat die Zahl der Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte in der Oberpfalz und in Oberfranken um rund ein Fünftel abgenommen, in Schwaben dagegen nur um rund fünf Prozent. In Oberbayern ist die Situation etwa gleich geblieben, allerdings gibt es hier große Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Nahversorgung: Große Unterschiede zwischen den Landkreisen

In ostbayerischen Landkreisen geht die Anzahl der Geschäfte deutlich zurück, in den Boom-Regionen, wie München oder Ingolstadt, nimmt sie eher zu. Am stärksten betroffen sind die Landkreise Neustadt an der Waldnaab, Hof und Bad Kissingen, die in den letzten zehn Jahren jeweils mehr als ein Drittel der Lebensmittelgeschäfte verloren haben. In 16 weiteren Landkreisen haben zwischen 20 und 30 Prozent der Supermärkte dicht gemacht.

Gegentrend: Bürger machen Dorfläden auf

Mehr als 500 Gemeinden in Bayern haben kein Lebensmitteleinzelhandelsgeschäft mehr, gut 100 davon verfügen nicht einmal über einen Bäcker oder Metzger im Ort. Allerdings: Viele Bürger kämpfen gegen das Ladensterben und gründen Dorfladeninitiativen, um die Einkaufsmöglichkeiten im Ort zu erhalten. In ganz Bayern gibt es bereits mehr als 100 solche Initiativen und Projekte.

Web-Dossier

Die Analyse beruht auf Auswertungen zweier Antworten der Bayerischen Staatsregierung auf Anfragen des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt. Die Daten wurden im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums von der Firma Trade Dimensions erhoben.

Alle Ergebnisse frei zur Verwendung bei Angabe „Nach Recherchen von BR-Data“.

Berichte in Hörfunk und Fernsehen

Hörfunk
Donnerstag, 19. Mai 2016, in B5 aktuell, auf Bayern 1, in Bayern 2 in der „radioWelt am Morgen“ sowie auf Bayern 3
BR Fernsehen
Donnerstag, 19. Mai 2016, 16.00 und 18.30 Uhr in der „Rundschau“, 21.45 Uhr im „Rundschau-Magazin“
Donnerstag, 19. Mai 2016, 19.00 Uhr in „mehr/wert“


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