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52. Grimme-Preis BR freut sich über sieben Grimme-Nominierungen

Der Bayerische Rundfunk freut sich 2016 über sieben Nominierungen für einen Grimme-Preis.

Stand: 03.02.2016

Symbolbild: Trophäen des Adolf-Grimme-Preises | Bild: picture-alliance/dpa

In der Kategorie Unterhaltung/Spezial haben die Kabarettsendung "3. Stock links – Die Kabarett-WG" und die dreiteilige Musik-Dokumentation "Soundtrack Deutschland– Liefers und Prahl ermitteln" Chancen auf die renommierte Auszeichnung, in der Kategorie Information und Kultur ist der Dokumentarfilm "Nirgendland" nominiert. In der Kategorie Fiktion wurden die BR-Koproduktionen "Nackt unter Wölfen“, "Der verlorene Bruder“ und - als Nachnominierung - "Die Erfindung der Liebe" in den Kreis der Kandidaten gewählt. Redaktionsteam und Regie von "Tödliche Exporte – Wie das G36 nach Mexiko kam“ erhielten eine Nominierung in der Kategorie "Journalistische Leistung“. Die 52. Verleihung des Grimme-Preises findet am Freitag, 8. April 2016, im Theater der Stadt Marl statt.

Nominierungen in der Kategorie Unterhaltung/Spezial:

"3. Stock links – Die Kabarett-WG"

Mit Sebastian Pufpaff, Hannes Ringlstetter und Maike Kühl
Redaktion BR: Stefan Gundel
Regie: Marcel Behnke
Autoren: Thomas Lienenlüke und Sebastian Pufpaff 
"3. Stock links – Die Kabarett-WG" ist eine Produktion von UME Unique Media Entertainment GmbH im Auftrag des Bayerischen Rundfunks.

In "3. Stock links – Die Kabarett-WG" trifft messerscharfes Politik-Kabarett auf Comedy und Sitcom, Leidenschaft auf verkifftes Phlegma, Analyse auf pure Emotion.

Berlin Prenzlauer Berg: Die ambitionierte Politikerin Maike Kühl, der Comedian Sebastian Pufpaff und der gescheiterte Musiker Hannes, Maikes Bruder, teilen sich eine Wohnung miteinander. Und wie es aussieht, wird sich dieser Zustand auch so schnell nicht ändern. Pufpaff und Kühl leben in einer glücklichen Karrieristenehe schon länger in ihrem schicken Berliner Loft – und Ringlstetter, Kühls Halbbruder, ist vor ein paar Monaten endgültig bei seiner Frau rausgeflogen. Seitdem hat er bei seiner Schwester Unterschlupf gefunden, und denkt auch nicht daran, diese neue gemütliche Heimat jemals wieder zu verlassen.

"Soundtrack Deutschland - Liefers und Prahl ermitteln"

Mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl
Produzenten: Jan Josef Liefers und Jörg A. Hoppe
Regie: Sergej Moya
Produziert wird "Soundtrack Deutschland – Liefers und Prahl ermitteln" von der Radio Doria GmbH im Auftrag von MDR, BR, WDR und NDR mit der Unterstützung von SWR, HR, RBB, Radio Bremen und SR.

Musik verbindet und sprengt auch Grenzen. Zur Feier des 25. Jahrestages der Wiedervereinigung zeigte Das Erste eine außergewöhnliche dreiteilige Musik-Dokumentation. Das "Tatort"-Duo Jan Josef Liefers und Axel Prahl war dafür mit einer neuen Mission betraut: Sie sollten die gemeinsame DNA von Musikfans und Musikern in Ost und West aufspüren! Der "Ossi" Liefers und der "Wessi" Prahl erklären sich auf ihre kauzig-schnodderige Art gegenseitig, worum es im jeweils anderen Deutschland wirklich ging. Für die einen war es "Engtanzen", für die anderen war es "Blues". Aber eigentlich ging es auf beiden Seiten doch immer nur um das Gleiche.

Nominierung in der Kategorie Information und Kultur:

"Nirgendland"

Buch und Regie: Helen Simon
Redaktion BR: Claudia Gladziejewski
Produktion: Filmallee (Produzent: David Lindner Leporda) in Koproduktion mit dem BR, in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Fernsehen und Film München, gefördert von FFF Bayern und Förderverein der HFF

Tina (57) wurde schon früh eingetrichtert, dass nichts, was in der gutsituierten Familie passiert, nach außen getragen wird. So erleidet sie die Tortur, hält sie still, als ihr eigener Vater sie in ihrer Kindheit über Jahre hinweg sexuell missbraucht und verdrängt diesen Teil ihres Lebens, vergräbt das Trauma in ihrem Unterbewusstsein.
Tina vergräbt es so tief, dass sie die verzweifelten Signale ihrer Tochter Sabine nicht zu interpretieren weiß, als diese unter dem gleichen Täter ebenfalls eine jahrelange Tortur durchleidet.
Nach langen Jahren des Schweigens fassen Tina und Sabine den Mut und die Kraft und beschließen gemeinsam, den Teufelskreis zu durchbrechen: Sie klagen den Täter an. Doch die Hilfe kommt zu spät. Tina muss zusehen, wie in ihrer Tochter Sabine langsam der verbliebene Lebenswille dahinschwindet. Fünf Jahre nach der Gerichtsverhandlung spritzt sich Sabine eine Überdosis Insulin und stirbt.

Nominierungen in der Kategorie Fiktion:

"Nackt unter Wölfen"

Drehbuch: Stefan Kolditz
Regie: Philipp Kadelbach
Darsteller: Florian Stetter, Peter Schneider, Sylvester Groth, Sabin Tambrea, Robert Gallinowski, Rainer Bock, Rafael Stachowiak, Thorsten Merten, Torsten Michaelis, Robert Mika, Matthias Bundschuh, Ulrich Brandhoff, Torsten Ranft, Andreas Lust, Marko Mandić, Janusz Cichocki, Max Hegewald, Leonard Carow, Robert Hunger-Bühler, Vojta Vomáčka u.a.
Redaktion: Jana Brandt und Wolfgang Voigt (MDR), Christine Strobl (ARD Degeto), Götz Schmedes (WDR), Michael Schmidl (SWR), Amke Ferlemann (BR)
Produktion: UFA Fiction (Produzenten: Benjamin Benedict, Nico Hofmann, Sebastian Werninger) in Koproduktion mit MDR, ARD Degeto, WDR, SWR, BR und MIA Film in Zusammenarbeit mit Global Screen und Universum Film. Gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung, dem Medienboard Berlin-Brandenburg und dem tschechischen Staatsfonds der Kinematografie-Filmförderung.

Wenige Wochen vor der Befreiung des KZ Buchenwald erreicht ein dreijähriges Kind im Inneren eines Koffers das Lager und wäre dem Tode geweiht, würde sich nicht eine Gruppe von Häftlingen des Jungen annehmen und ihn vor der SS verstecken. Dies wird zur schwersten Prüfung der einzelnen Häftlinge, die teilweise widerwillig, teilweise mit größten Bedenken im kleinsten Entscheidungsspielraum, den es geben kann, zwischen Leben und Tod, so handeln, wie es ihnen ihre Werte vorgeben. Immer unter Lebensgefahr und in der Hoffnung, dass die Gefangenschaft in der Hölle auf Erden wenigstens etwas bringt, das Sinn macht, sichern sie das nackte Überleben des Kindes und damit die Hoffnung auf eine Zukunft.

Der Film ist die ebenso eindringliche wie eindrucksvolle Umsetzung des gleichnamigen Romans von Bruno Apitz.

"Der verlorene Bruder"

Drehbuch: Ruth Toma nach dem Roman von Hans-Ulrich Treichel
Regie: Matti Geschonneck
Darsteller: Noah Kraus, Katharina Lorenz, Charly Hübner, Matthias Matschke, Flora Li Thiemann, Johanna Gastdorf, Albrecht Felsmann u.a.
Redaktion: Barbara Buhl (WDR), Christine Strobl (ARD Degeto), Meike Götz (MDR), Claudia Simionescu (BR)
Produktion: Claussen+Putz Filmproduktion (Produzenten: Jakob Claussen, Uli Putz) in Koproduktion mit WDR, BR, MDR und ARD Degeto, gefördert von der Filmstiftung NRW

1960er Jahre in der westfälischen Provinz: Die Blaschkes sind als Flüchtlinge aus den Ostgebieten gekommen. Durch Fleiß und Beständigkeit hat es Ludwig (Charly Hübner) im Lebensmittelhandel nun zu etwas gebracht und kann sich von seinem stetig wachsenden Wohlstand auch einiges leisten. Seine Frau Elisabeth (Katharina Lorenz) ist weniger begeistert von den ständigen Expansionsplänen und teuren Autokäufen, mit denen er ihrer Meinung nach seine Schuldgefühle zu kompensieren sucht. Sie hätte viel lieber ihren Sohn zurück, der als Kleinkind bei der Flucht über das zugefrorene Haff im allgemeinen Chaos verloren ging. An Elisabeth nagen Ängste und Zweifel aus dieser Zeit. Als die Eltern von der Existenz eines Findelkindes erfahren, schöpfen sie neue Hoffnung. Die Mutter lässt nicht locker, und so lenkt der widerwillige Vater ein, die Suche mittels eines neuen Verfahrens eines erbbiologischen Gutachtens zu verfeinern. Am meisten leidet der nachgeborene Sohn Max (Noah Kraus) unter der Situation. Der vermisste Bruder nimmt einen zentralen Platz in der Familie ein. Max wird von seinen Eltern kaum mehr wahrgenommen, da sich alles um die nervenaufreibende Suche nach dem Verlorenen dreht. Für Max wird der größte Wunsch der Eltern zum Alptraum: Er möchte keinesfalls, dass der Bruder zurückkehrt.

Nachnominierung für den 52. Grimme-Preis (2. Feburar 2016):

"Die Erfindung der Liebe"

Drehbuch: Lola Randl
Regie: Lola Randl
Darsteller: Maria Kwiatkowsky, Mario Adorf, Sunnyi Melles, Bastian Trost, Irm Hermann, Samuel Finzi, Sebastian Weber, Marie Rosa Tietjen, Luc Feit, Mira Partecke, Jürgen Rißmann, André Jung u.a.
Redaktion: Andrea Hanke (WDR, Federführung), Hubert von Spreti (BR)
Produktion: COIN Film (Köln) in Koproduktion mit Red Lion Productions Sàrl (Luxemburg), dem WDR und dem BR

Bereits 2011 drehte Lola Randl "Die Erfindung der Liebe", doch dann starb Hauptdarstellerin Maria Kwiatkowsky, woraufhin die Arbeiten am Film zunächst abgebrochen wurden. Die ursprüngliche Geschichte handelte von der verkauften Liebe eines Paares: Ein junger Mann heiratet eine reiche Frau ihres Geldes wegen, aber seine renitente Freundin wird plötzlich zum Störfaktor. Nach dem Tod der Hauptdarstellerin musste der unfertige Film fortgeschrieben werden. Der neue Film ist voller Überraschungen: zart und radikal; ein Stückwerk, das sich zu einem Ganzen fügt.

Nominierung in der Kategorie Journalistische Leistung:

"Tödliche Exporte – Wie das G36 nach Mexiko kam"

Buch und Regie: Daniel Harrich
Redaktion: Thomas Reutter und Hans Michael Kassel (SWR), Claudia Gladziejewski (BR)
Produktion: diwafilm in Koproduktion mit SWR und BR

Die 30-Minuten-Doku erzählt die Geschichte von schwäbischen Waffenbauern, die mit Unterstützung der zuständigen Ministerien und Behörden einen schmutzigen Deal mit Mexiko einfädelten. Der Deal ermöglichte das, was die Bundesregierung zuvor verboten hatte: Deutsche G36-Sturmgewehre gelangten in den mexikanischen Drogenkrieg. Einen Krieg, in dem ein Menschenleben nichts zählt, Regierung und Polizei mit der Mafia zusammenarbeiten, täglich Menschen verschwinden.
Die deutschen Ministerien und Behörden öffnen ein Schlupfloch für die Oberndorfer Waffenschmiede Heckler & Koch: Mit geänderten Endverbrauchserklärungen garantiert die Firma, dass die Sturmgewehre nicht in die als besonders kritisch geltenden Bundesstaaten geliefert werden. Von Vorneherein wissen die Ministerien ebenso wie der Waffenhersteller, dass die Auflage nicht eingehalten wird.
Die Dokumentation deckt auf, wie leicht es die Ministerien Heckler & Koch machten, den zwielichtigen Waffendeal mit Mexiko jahrelang durchzuziehen – obwohl das in die Machenschaften involvierte Außenministerium wegen der prekären Menschenrechtssituation im Empfängerland anfangs Bedenken anmeldete. Ferner zeigt der Film, wie die Ministerien und Kontrollinstanzen bewusst vor warnenden Berichten die Augen zudrückten, um das lukrative Exportgeschäft nicht zu behindern und die Oberndorfer Firma zu schützen.
Autor Daniel Harrich hat in Mexiko und in Deutschland akribisch recherchiert. Es gelang ihm, an brisante Dokumente aus dem mexikanischen Verteidigungsministerium, E-Mails zwischen Heckler & Koch und den Behörden und firmeninterne Korrespondenz zu kommen sowie an originales Fotomaterial und Videos von G36-Präsentationen in den mexikanischen Unruhestaaten. Eindrucksvoll belegt die Dokumentation, wie die deutsche Rüstungsexportkontrolle komplett versagte.

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