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Sport-Doku im BR Fernsehen "Das Pep-Mysterium": Guardiola im Porträt

Er ist einer der erfolgreichsten Trainer der Welt, stand drei Jahre an der Seitenlinie beim FC Bayern München. Dabei ist Pep Guardiola, der im Sommer zu Manchester City in die englische Premier League wechselt, für viele ein Rätsel geblieben. Am Samstag, 28. Mai 2016, geht eine Doku von Bernd Schmelzer im BR Fernsehen dem Phänomen Guardiola auf den Grund.

Stand: 18.04.2016

Pep Guardiola | Bild: picture-alliance/dpa

Pep Guardiola hat mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als jeder andere Trainer des FC Bayern zuvor. Doch wer ist dieser Spanier wirklich? Ein Wunder-Trainer? Ein Besessener? Einer, der den Erfolg geradezu magisch anzieht? Und: Was hat er eigentlich aus und mit dem FC Bayern gemacht in diesen drei Jahren Amtszeit? Pep Guardiola ist ein Mysterium geblieben. Immer präsent, aber nie greifbar. Ist er etwas Besonderes? Ist er ein Teil der Bayern-Familie geworden? Kritiker behaupten, er hätte sich einen „FC Bayern Barcelona“ geschaffen.

In seiner Dokumentation versucht BR-Autor Bernd Schmelzer den Menschen Josip „Pep“ Guardiola zu erklären, Hintergründe und Verhaltensmuster aufzuzeigen. Dabei kommen Weggefährten, Zeitzeugen, Insider und Beobachter zu Wort – darunter Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Weltmeister Thomas Müller, Bundestrainer Joachim Löw, Fußball-Reporter Marcel Reif, Guardiola-Biograf Martí Perarnau, der Psychologe Dr. Stephan Lermer, Starkoch Alfons Schuhbeck und Modedesigner Julian F.M. Stoeckel.

Zitate über Pep Guardiola aus "Das Pep-Mysterium":

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender FC Bayern München AG:

"Es wär nicht fair, wenn man jetzt sagen würde: Er hat das Triple nicht gewonnen, und damit hat er seine Aufgabe nicht erfüllt. Diese Aufgabe hatte er nie vom FC Bayern."

"Wir waren jetzt fünfmal im [Champions League] Halbfinale hintereinander – ich glaube da wären wir verrückt, wenn wir hier nicht zufrieden wären."

"Ich habe noch nie eine solche Qualität, und eine solche Intensität gesehen, mit der ein Trainer bei Bayern München gearbeitet hat."

"Er hat den FC Bayern ein Stück auch weitergebracht. Ich glaube, wir haben erfolgreichen, attraktiven Fußball gespielt. Und ich glaube, jeder Spieler bei uns ist ein Stück besser geworden, und flexibler geworden vor allen Dingen auch."

Fußball-Weltmeister Thomas Müller:

"Es ist ein Trainer, der sehr intensiv mit seinen Spielern arbeitet, bei dem man auch vom Kopf her mitarbeiten muss. Der das Spiel sicherlich auch in seine Einzelteile zerlegt und grundsätzlich versucht, eine Idee zu entwickeln."

"Den Privatmensch Pep Guardiola, den kennen wir [Spieler] auch nicht wirklich gut, weil wir ja immer beruflich unterwegs sind. Man hat schon den Eindruck, dass der Fußball eine sehr große Rolle in seinem Leben spielt. Und auch auf Grund dessen ist er auch so gut – weil er sich rund um die Uhr damit beschäftigt und, ja, auch zu seinen Spielern ein gutes Verhältnis pflegt, auch immer mal für einen Spaß zu haben ist. Aber die hauptsächliche Zeit verbringt er schon damit, die Mannschaft besser zu machen."

Bundestrainer Joachim Löw:

"Er ist natürlich ein Fußball-Besessener. Für meine Begriffe, für mein Empfinden, hat er eine unglaublich gute Philosophie. Die ist natürlich auch geprägt von Johan Cruyff, von Barcelona. Und überall, wo er war, hatte er großen Erfolg."

Martí Perarnau, Guardiola-Biograf:

"Pep ist ein besonderer Mensch. Ich würde sagen, er ist jemand, der Kathedralen erbaut. Und wenn er mit dem Bauwerk fertig ist, dann interessiert er sich nicht für das Leben der Kathedrale. Er baut sie und geht."

"Das Mysterium an Pep ist, dass er sich den Menschen gegenüber nicht gerne öffnet, weil er zum Beispiel ja auch keine Interviews gibt. So wie ich ihn hier in München erlebt habe, ist er aber eine ganz normale Person. Es würde euch wundern, wie normal er tatsächlich ist."

"Für Pep ist, wie für uns alle auch, die Familie das Wichtigste. Er hat eine sehr enge Bindung zu seiner Frau Christina und zu seinen drei Kindern. Allerdings sind sie nicht allzu häufig zusammen, weil das seine Arbeit nicht zulässt. Pep ist aber ein sehr, sehr liebevoller Vater, er liebt die Kinder über alles, und das zeigt er auch. Zu Leuten, die er nicht kennt, ist er aber sehr distanziert."

"Er ist jetzt ein besserer Trainer, als er 2013 war, als er hierher kam. Pep musste sich umstellen. Er kam in eine andere Welt, in der auch ein anderer Fußball gespielt wird. Eine Art Gewinner-Fußball, wie ihn Jupp Heynckes spielen ließ. Nun musste er die Spieler überzeugen, anders zu spielen und anders zu gewinnen. Anders, als sie es unter Jupp Heynckes gewohnt waren. Aber sie mussten weiter gewinnen."

Fußballkommentator Marcel Reif:

"Er hinterlässt die beste Fußballmannschaft der Welt. Ihm reicht es, vielleicht sollte es uns auch reichen."

[Zu Guardiolas Systemwechseln innerhalb eines Spiels]: "Ich habe gemerkt: Wenn Du Bayern kommentierst, musst Du das ganze Spiel über gucken, ob das noch stimmt, was du vor zehn Minuten gesagt hast taktisch."

"Ja, ich glaube, dass Bayern etwas anders geworden ist. Und ich glaube, dass Bayern, das wofür Uli Hoeneß immer stand, diese Kombination aus Herz und kühlem Rechnen und kühlem Verstand, dass das den Bayern ein bisschen abhanden gekommen ist. Diesen Spagat, ich hab immer gesagt, aus Champagner und Lederhosen. Und alle hatten das Gefühl, sie werden da mitgenommen. Es ist ein bisschen kühler geworden, ja."

"Guardiola hat mit Leuten wie mir [d.h. Journalisten] nicht gesprochen."

"Was mich sehr gestört hat, waren zum Beispiel diese Superlative. Also ich meine dieses ,top-top-top‘, ,super-super-super‘, und ,Das ist der beste Spieler, mit dem ich je trainiert habe‘. […] Und ich dachte: Warum macht er das? […] Meine Deutung war, leider, dass er das gemacht hat, so wie man einem Rudel kleiner Katzen, sprich: uns Journalisten, ein Wollknäuel  hinschmeißt, damit die was zum Spielen haben – und er seine Ruhe".

Dr. Stephan Lermer, Psychologe:

"Er ist weder unnahbar noch unsicher. Das ist ein Kerl – der sich auch getraut, in Deutsch auszudrücken, obwohl er Deutsch gar nicht perfekt beherrscht. Aber das verzeihen wir ihm alles. Also es gibt in der Tiefenpsychologie das Wort Übertragung. Dass wir also unbewusst in ihm den Papa oder großen Bruder sehen und uns dadurch beeindrucken lassen – er hat das eben drauf."

"Diese Kombination aus erotischer Attraktivität, Intelligenz, Kompetenz, Sympathie: Das ist schon etwas Besonderes, da ist er einmalig. Und das nutzt er nicht aus – er nutzt es einfach."

"Er ist ja hochintelligent – nicht nur in seinem Job, sondern auch in seinem Selbstmanagement. Also er möchte nicht durch die Straßen gehen und Autogramme geben müssen. Er möchte unbehelligt durch die Straßen gehen. Und das macht er natürlich klug."

Sendung

  • Blickpunkt Sport: Das Pep-Mysterium Samstag, 28.05.2016 um 17:15 Uhr [BR Fernsehen]

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