Presse - Pressemitteilungen


2

BR und ORF Themenabend „25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs“

Vor 25 Jahren begann der Aufstand in Bukarest, der zum gewaltsamen Sturz des Ceaușescu-Regimes führte. Rumänien war das letzte Land des ehemaligen Ostblocks, in dem sich die Menschen von der kommunistischen Diktatur befreiten. Zuvor hatten schon Polen, Ungarn, Tschechen und Slowaken, Bulgaren und die Deutschen in der DDR ihre Freiheit erkämpft. Für den Bayerischen Rundfunk und den ORF ist dies Anlass, einen gemeinsamen Themenabend „25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs“ im Fernsehen zu gestalten, und auch der BR-Hörfunk berichtet in den Sendungen der radioWelt auf Bayern 2.

Stand: 06.02.2013

Ehemalige Grenzanlage zu Österreich in Cizov in Tschechien | Bild: picture-alliance/dpa

In einer Gesprächsrunde mit dem Titel „Wie frei ist Europa?“ diskutieren die BR-Osteuropa-Korrespondentin Susanne Glass und der ORF III-Chefredakteur Christoph Takacs mit hochkarätigen politischen Gästen über den politischen Umbruch 1989 und seine Folgen bis in die Gegenwart. Im Anschluss zeigt das Bayerische Fernsehen den österreichischen Spielfilm „Requiem für Dominic“. Im Hörfunk setzt Bayern 2 schon am Dienstag, 16. Dezember 2014, in drei Sendungen der „radioWelt“ einen Schwerpunkt. ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz und der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, begrüßen die Kooperation.

"Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass die Mauer fiel. Damit wurde nicht nur die deutsch-deutsche Teilung überwunden, sondern auch die Teilung Europas: Der Ostblock öffnete sich dem Westen. Was ist aus dem Umbruch in Südosteuropa geworden, wie haben sich die Länder dort entwickelt? Diesen Fragen wollen ORF und der Bayerische Rundfunk mit seinem ARD-Studio Wien gemeinsam nachgehen und den Verlauf der Geschichte, die damals vor 25 Jahren begonnen hat, verfolgen. Ich freue mich auf einen anregenden Themenabend."

BR-Intendant Ulrich Wilhelm  

"Der gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk gestaltete Themenabend ist ein wichtiges Beispiel länder- und senderübergreifender Kooperation zur Aufarbeitung historischer und politischer europäischer Zusammenhänge in einem zusammenwachsenden europäischen medialen Raum. Nach der erstmals gemeinsam mit dem ZDF durchgeführten Diskussion der europäischen Spitzenkandidaten vor der EU-Wahl wird am 17. Dezember von den Korrespondenten und Journalisten von Bayerischem Rundfunk und ORF erstmals gemeinsam ein ganzer europäischer Themenabend gestaltet. Zum Ende des Europaschwerpunktjahres wird Vergangenheit analysiert, um den Blick in die Zukunft zu schärfen."

 ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz

Dienstag, 16. Dezember 2014
Bayern 2
„radioWelt“ am Morgen, am Mittag, am Abend

Im Radio berichtet die Kultur- und Informationswelle Bayern 2 in ihrem aktuellen Magazin „radioWelt“ am Dienstag, 16. Dezember: In der „radioWelt am Morgen“ (6.05 Uhr) wird Sven-Joachim Irmer, Leiter der Konrad Adenauer-Stiftung in Bukarest, zu 25 Jahre Revolution interviewt. Die ARD-Korrespondentin Karla Engelhard berichtet in der „radioWelt am Mittag“ (13.05 Uhr) über das Museum am Ort der Hinrichtung Ceaușescus. Und in der „radioWelt am Abend“ (17.05 Uhr) gibt es ein Gespräch mit Peter Miroschnikoff über die Bedeutung der Revolution für Rumänien. Peter Miroschnikoff war von 1978 bis 1987 ARD-Korrespondent in Wien.

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 20.15 Uhr
Bayerisches Fernsehen
„Wie frei ist Europa?“
Live aus Wien
Moderation: Susanne Glass, Christoph Takacs

1989 fällt der Eiserne Vorhang in Europa. Deutschland ist auf dem Weg zur Wiedervereinigung, in Osteuropa werden durch friedliche Revolutionen alle kommunistischen Regime weggefegt. Nur in Rumänien kommt es im Dezember 1989 mit der Erschießung des Diktators Ceaușescu zu einer blutigen Abrechnung mit einem alten Regime.

Der eiserne Vorhang, der jahrzehntelang einen ganzen Kontinent durchtrennte, fiel in atemberaubender Geschwindigkeit. Was waren damals die Auslöser? Warum blieb diese Revolution weitgehend so friedlich? Was wurde aus den großen Hoffnungen von damals? Wie geht es den osteuropäischen Ländern in der EU? Was ist gelungen, was nicht? Und: Steuert Europa ein Vierteljahrhundert nach diesem dramatischen Umbruch wieder auf einen Kalten Krieg mit Russland zu?

Darüber diskutieren in einem gemeinsamen großen Themenabend die BR-Osteuropa-Korrespondentin Susanne Glass und der ORF III-Chefredakteur Christoph Takacs mit prominenten Gästen.

An dieser Gesprächsrunde nehmen teil:
- der ehemalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel
- der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber
- der ehemalige ungarische Ministerpräsident Niklos Nemeth, der im Sommer 1989 als erster den Stacheldraht zwischen Ost und West durchschnitt
- der außenpolitische Vordenker und enge Kohl-Vertraute Horst Teltschik

 Mit dabei sind ferner:
- Wolfgang Petritsch, ehemaliger Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina sowie EU-Sonderbeauftragter für den Kosovo
- Radu Preda, der Leiter der rumänischen „Gauck-Behörde“ 

Exklusiv-Interview
In einem BR/ORF-Exklusivinterview wird der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer zum Umbruch in Osteuropa und den neuen politischen Herausforderungen befragt. 

Soziale Netzwerke
Die Sendung kommt live aus dem ORF-Studio in Wien. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich über die Sozialen Netzwerke an der Diskussion beteiligen. Bei Twitter wird über den Hashtag #brorf kommuniziert. Ferner wird es einen Livechat geben, der über br.de erreicht werden kann.

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 23.15 Uhr
Bayerisches Fernsehen
"Requiem für Dominic"
Spielfilm, Österreich 1990
Regie: Robert Dornhelm

Besetzung: Felix Mitterer (Paul), Viktoria Schubert (Clara), Antonia Rados (Antonia), August Schmölzer (Dominic), Angelica Schütz (Codruta), Nikolas Vogel (Nick) u.a.

Filminhalt

Dezember 1989: Die Rumänische Revolution hat soeben in Temeswar ihren Ausgang genommen. Der Journalist Paul Weiß erfährt, dass sein Jugendfreund Dominic verwundet wurde. Sofort reist er mit einem Hilfstransport von Wien nach Temeswar, um ihm zu helfen, fest davon überzeugt, dass Dominic zu denen gehört, die das Regime Ceaușescus zu Fall gebracht haben. Doch im Krankenhaus Judetian verwehrt man ihm den Zutritt und teilt ihm mit, dass sein Freund im dritten Stock, dem der Terroristen, festgehalten wird – als „Schlächter von Temeswar, der 80 seiner Kollegen umgebracht hat.“ Entsetzt und verstört besucht Paul Codruta, die Ehefrau Dominics. Für sie ist alles wie ein böser Traum. Codruta kann die Zweifel Pauls nicht verstehen. Sie fleht ihn an, Beweise für die Unschuld ihres Mannes zusammenzutragen und ihn zu retten. In der Presse wird Paul derweil als „Freund des Terroristen“ diffamiert, auch die Polizei interessiert sich bald für ihn. Doch einander widersprechende Zeugenaussagen verstärken seine Zweifel.

Hintergrund

Der Spielfilm „Requiem für Dominic“ entstand im Mai 1990, an Originalschauplätzen und unter Verwendung von dokumentarischem Material. In seinem autobiografisch inspirierten Politdrama versucht Regisseur Robert Dornhelm, das reale Schicksal seines Jungendfreundes Dominic Paraschiv zu rekonstruieren, der im Dezember 1989 als vermeintlicher „Schlächter von Temeswar“ in einem rumänischen Krankenhaus mit drei Kugeln im Bauch einen grausamen Tod starb – ohne dass die anwesenden Pfleger oder Ärzte den schwer verletzten Mann behandelten. Keiner wollte dem angeblichen Securitate-Terroristen helfen, von dem gesagt wurde, er habe 80 Revolutionäre erschossen.

Dornhelm selbst konnte nicht glauben, dass sein Freund ein skrupelloser Mörder ist. Und so begab er sich selbst nach Rumänien, um die Wahrheit herauszufinden. Seine Reise und die Erfahrungen, die er dabei sammelte, verarbeitete er in seinem Spielfilm „Requiem für Dominic“, in dem der Dramatiker und Schauspieler Felix Mitterer Dornhelms Alter Ego spielt.

„Requiem für Dominic“ war 1990 für einen „Golden Globe“ nominiert. Heute, 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, ist sein Film noch immer ein spannendes Zeitzeugnis aus den Jahren des revolutionären Umbruchs im ehemaligen Ostblock. Der Film stellt viele unbequeme Fragen und wurde in Rumänien erstmals im Jahr 2014 öffentlich gezeigt.

Der Regisseur

Robert Dornhelm wurde 1947 im westrumänischen Timisoara geboren. 1961 emigrierte er mit seiner Familie nach Österreich, wo er von 1965 bis 1967 an der Wiener Filmakademie studierte, bevor er als Dokumentarfilmer für den ORF arbeitete. Dornhelms Debütfilm „The Children of Theatre Street“ war 1978 für einen Oscar in der Kategorie bester Dokumentarfilm nominiert. Mit „She Dances Alone“ kam 1981 sein erster Spielfilm in die Kinos, dem bis heute zahlreiche weitere, oft preisgekrönte Spiel- und Dokumentarfilme folgten.


2