Schwangau (Landkreis Ostallgäu) Ermittlungen gegen Kutscher
Nach dem folgenschweren Pferdekutschen-Unfall unterhalb von Schloss Neuschwanstein wird gegen den verantwortlichen Kutscher wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.
Die Pferde einer mit sieben Touristen besetzten Kutsche waren am Montag durchgegangen und führungslos bergab galoppiert. Der Kutscher stand neben dem abfahrtbereiten Gefährt, als die Tiere plötzlich losliefen. Alle Passagiere sowie der Führer einer zweiten Kutsche wurden bei dem Unfall verletzt. Eer Kutscher, eine Frau aus Rheinland-Pfalz, ihre neun und elf Jahre alten Töchter sowie eine Touristin aus Japan werden noch in Kliniken behandelt.
An der mit den Touristen besetzten Kutsche lag den Angaben zufolge kein technischer Defekt vor. Ob die Bremsen am Einsteigeplatz angezogen waren, lasse sich nicht mehr klären. Auch der Grund, warum die Pferde plötzlich durchgingen, sei nicht bekannt. Bei dem Unfall waren zwei Pferde so schwer verletzt worden, dass sie eingeschläfert werden mussten.
Mutter erleidet schwerste Kopfverletzungen
Mindestens neun Passagiere saßen in der Kutsche, als die beiden Pferde durchgingen. Das führerlose Gespann raste daraufhin unkontrolliert den Berg hinunter. Nach etwa 500 Metern prallte die Kutsche gegen eine Mauer und geriet in Schräglage. Eine 40-jährige Frau und ihre zwei Kinder im Alter von neun und elf Jahren wurden auf die Straße geschleudert. Die Mutter erlitt schwerste Kopfverletzungen, ihre beiden Kinder unter anderem Frakturen an den Beinen. Alle drei wurden per Rettungshubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Die Pferde galoppierten mit der Kutsche und den restlichen Passagieren weiter bergab und kollidierten mit einem anderen Gefährt ohne Fahrgäste. Dessen Kutscher, der bei der Kollision zu Boden stürzte, verletzte sich leicht.
Zwei Tiere wurden eingeschläfert
Als die Kutsche schließlich an einem Baumstamm hängen blieb, wurden die noch darin sitzenden japanischen Touristen herausgeschleudert. Die zwei Frauen und zwei Männer wurden dabei leicht verletzt.
Jeweils ein Pferd der beiden Gespanne musste wegen schwerer Verletzungen nach dem Unfall eingeschläfert werden. Laut Polizei waren der Kutscher mit seinen Tieren seit 2009 am Schloss Neuschwanstein im Einsatz. Nach Angaben des Polizeisprechers übt er seinen Beruf seit mehr als 20 Jahren aus.
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