Familiendrama in Neubiberg Trennungsabsicht als Motiv - Mesner geständig
Der 36-Jährige Pfarrei-Hausmeister habe nicht akzeptieren können, dass ihn die Mutter seiner beiden Söhne verlassen wollte, sagte ein Polizeisprecher. Der Mesner hatte sich den Ermittlern zufolge der 35-Jährigen am Montag von hinten genähert und sie mit mehreren Messerstichen getötet. Der mutmaßliche Täter hielt ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge in der Hand, als die Polizei eintraf. Der Mann ließ sich widerstandslos festnehmen. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau, die als Kindergärtnerin arbeitet, feststellen.
Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl. Staatsanwältin Nicole Selzam sagte, sie werte die Tat als Mord aus niedrigen Beweggründen und Heimtücke. Auch wenn der Mann aufgrund der Eheprobleme psychologisch behandelt worden sei, sei er nach derzeitigem Kenntnisstand schuldfähig.
"Es gab anscheinend in der Beziehung seit einiger Zeit Probleme."
Ein Sprecher der Münchner Polizei
Telefonat mit dem Arzt
Der Mesner soll am Montagnachmittag in Neubiberg bei München seine Ehefrau umgebracht haben. Die beiden drei und sechs Jahre alten Söhne des Paares waren laut Polizei zum Tatzeitpunkt im Haus. Sie wurden dem Jugendamt übergeben.
Wie die Polizei berichtet, meldete sich der 36-Jährige nach der Tat telefonisch bei seinem Arzt und einem Pfarrer. Er teilte ihm mit, dass in seiner Wohnung etwas Schreckliches passiert sei. Der Arzt verständigte die Polizei. Der Pfarrer kam als erstes zur Wohnung und führte die Kinder des Ehepaares in das benachbarte Pfarrheim. Ob die drei und sechs Jahre alten Söhne die Bluttat in der Küche mitbekommen haben, ist nicht bekannt. Sie wurden inzwischen dem Jugendamt übergeben.
Der 36-Jährige wohnte mit seiner Frau seit rund zehn Jahren in Neubiberg. Seit 2006 war der gelernte Handwerker als Mesner und Hausmeister für die Gemeinde tätig.
Auf dem Rathausplatz von Neubiberg sollte eigentlich der Faschingsdienstag gefeiert werden, doch die Gemeinde hat die Veranstaltung abgesagt.
"Ich konnte mir nicht vorstellen, ausgelassen Fasching zu feiern angesichts einer solchen Tragödie."
Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (Freie Wähler)

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