Schmidmühlen (Landkreis Amberg-Sulzbach) / Tirol Bayer überlebt sechs Tage in Gletscherspalte
Ein Bergsteiger aus dem oberpfälzischen Schmidmühlen hat sechs Tage in einer Gletscherspalte des Schrankogel in den Tiroler Alpen überlebt. Der 70-Jährige war bei seiner Rettung am Dienstag nur leicht verletzt.
Außerdem sei der Senior unterkühlt und erschöpft gewesen, teilte der Alpinpolizist Hansjörg Knoflach mit. Er hatte den 70-Jährigen am Mittag selbst mit Kollegen per Flaschenzug aus der rund 20 Meter tiefen Spalte geborgen.
Der Mann, der allein unterwegs war, sei vergangenen Mittwoch um 7.30 Uhr von der Hütte Westfalenhaus in den Stubaier Alpen in Richtung Gletscher gestartet. Auf einer Höhe von etwa 3.000 Metern fiel er in die Spalte am Schrankogel, den mit 3.497 Metern zweithöchsten Gipfel der Stubaier Alpen. Sogenannter Sulzschnee, der bereits mehrfach angetaut und wieder gefroren ist, habe die Spalte überdeckt, sagte Knoflach.
"Das ist ein irrsinniger Zufall. Es gibt genügend Menschen, die nie mehr gefunden worden sind."
Thomas Bucher, Sprecher des Deutschen Alpenvereins, über die Schwierigkeit, in einem so großen Areal mit etlichen Spalten einen abgestürzten Bergsteiger zu finden
Herabtropfendes Wasser getrunken
Als vermisst gemeldet wurde der Mann nach Angaben der Polizei nicht. Es sei extrem ungewöhnlich, so lange in einer Spalte zu überleben, sagte Knoflach. Die Schilderung des 70-Jährigen sei glaubwürdig. Weil Sommer ist, habe er herabtropfendes Wasser trinken können.
Drei andere Bergsteiger hörten dann am Dienstagvormittag zufällig seine Hilfeschreie. Sie lokalisierten ihn in der Spalte und alarmierten die Einsatzkräfte. Ein Hubschrauber brachte den Mann nach seiner Bergung in eine Klinik in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Der 70-Jährige trug Wanderausrüstung und Bergschuhe ohne Steigeisen.

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