Kroatien Bayerische Pfadfinder gerettet - Streit über Notlage
Nach der Rettung einer bayerischen Pfadfindergruppe in Kroatien hat der Leiter eine Gefahr für die Kinder bestritten. Er habe lediglich die Bergwacht gerufen, um die Kinder sicher auf den markierten Wanderweg zurückzubringen, sagte er.
Er sei derzeit mit den Kindern an der Adria und wolle sich am Dienstag auf den Heimweg machen, sagte der Gruppenleiter.
"Es gab nie eine Gefahr. Die Kinder hatten Schlafsäcke dabei und genügend Verpflegung."
Der Leiter der bayerischen Pfadfindergruppe
Bergwacht schildert Situation anders
Die kroatische Bergwacht hatte die Situation ganz anders dargestellt. Demnach wurde sie von der Gruppe über den Polizeinotruf alarmiert.
Die Pfadfinder waren am Samstagmorgen in Kroatien aus höchster Bergnot gerettet worden. Wie die Bergrettung aus Kroatien berichtete, hatten sich die 26 Kinder im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren und ihre zwei Betreuer im Velebit-Gebirge im Hinterland der Adria zwischen den Städten Zadar und Rijeka verlaufen. Das berichtete der Leiter der Bergrettung, Alen Zoric. Inzwischen wurden die Pfadfinder unverletzt in Sicherheit gebracht. Das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft in Zagreb wollen mit Verweis auf die Privatsphäre nicht den Heimatort der Gruppe nennen.
Starker Wind und schlechte Ausrüstung
Zoric schildert die Lage beim Auffinden der Gruppe:
"Als wir die Kinder Samstag um 3.30 Uhr auf 1.450 Meter Höhe fanden, bot sich uns ein chaotisches Bild."
Der Leiter der Bergrettung, Alen Zoric
Die Menschen seien unterkühlt auf dem nackten Boden gelegen, sie hätten geweint, voller Panik. "Hinzu kam der scharfe Bura-Fallwind", so Zoric. Die Kinder seien zum Teil nicht für die Bergtour ausgerüstet gewesen. Sie hätten kurze Hosen, T-Shirts, Sandalen und Sportschuhe getragen.
Völlig entkräftete Kinder
Die Pfadfindergruppe hatte mit vollem Gepäck den gesicherten Wanderweg verlassen und sich in der Nähe der Alan-Hütte im offenen Gelände verlaufen. Die 13 Bergretter sprachen davon, dass sie "eine Nadel im Heuhaufen" suchen mussten, weil die Gruppe in ihrem Notruf nicht ihre Position angeben konnte. Schließlich brachten die Helfer die völlig entkräfteten Kinder in die Nähe der Hütte, wo sie mit heißem Tee und Essen versorgt wurden.

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